Das Köln Ding der Woche – Et Fleuten Arnöldche
Shownotes
Das Köln Ding der Woche – Et Fleuten Arnöldche
In unserer Reihe "Kölsche Originale" geht es heute um et Fleuten-Arnöldche. Der gutmütige Musiker mit einer ausgeprägten Schwäche für Alkohol war einer der Stars in den kölschen Kneipen.
Kurios: Im Jahr 1875 kreuzen sich unfreiwillig die Lebenswege der beiden Kölschen Originale Fleuten-Arnöldchen und Maler Bock.
Alles zu diesem besonderem Kölschen und auch, warum dessen Flöte zunächst verschollen war und erst 2019 im Archiv des Stadtmuseums wiederentdeckt wurde, besprechen Frank und Uli in diesem "Köln-Ding der Woche".
Links Hintergründe zum „Fleuten-Arnöldche“ https://www.koeln-lotse.de/2022/06/04/koelsche-originale-fleuten-arnoeldche-gutmuetiger-kuenstler-mit-einer-ausgepraegten-schwaeche-fuer-alkohol/
Weitere Kölsche Originale:
Bolze Lott – gewiefte Schmugglerin mit losem Mundwerk https://koelnding.podigee.io/20-bolze-lott
De Läsche Nas – eine riesengroße Nase als Markenzeichen https://koelnding.podigee.io/21-laesche-naas
Fressklötsch – legendärer Vielfraß und hochgeachteter Bürger https://www.koeln-lotse.de/2022/08/27/koelsche-originale-fresskloetsch-legendaerer-vielfrass-und-hochgeachteter-buerger/
Die Produktion dieses Podcasts erfolgte durch YM Audio Productions. https://www.ym-productions.de/
Transkript anzeigen
00:00:10: Das Köln-Ding
00:00:11: der Woche.
00:00:14: Der Podcast zur schönsten Stadt der Welt.
00:00:17: Präsentieren euch der Uli und
00:00:20: der Frank!
00:00:28: Hallo und herzlich willkommen!
00:00:30: Hier ist wieder das Kölnding der Woche.
00:00:32: Und diesmal haben wir einen ganz besonderen Kölner für euch ausgegraben, ein Mann den man unbedingt kennen muss.
00:00:38: Mir gegenüber sitzt der Freund der Panflöte, der Freund von Blockflöten und auch der Freund des Querflötes, der größte Flutist des Gürze-Dichorchesters, der Frank.
00:00:50: Ja, und mir gegenüber sitzt das lebendige Kölscher Original der Jackeloze aus Kölle-Uli.
00:00:57: Der statilierte allerdings hätte noch keine Enebierdecke!
00:01:02: Wir haben ja schon einige Folgen über Kölsche Originale gemacht zum Beispiel über die Fressklötzche, die Leschennas oder Bolzelott.
00:01:09: da muss man unbedingt nochmal reinhören.
00:01:11: aber heute jedes Umdat Flöte A-Nolche.
00:01:16: Nicht
00:01:16: viel Pfeifen, die Geber kommen!
00:01:18: Du bist mal bei mir bezahlt!
00:01:19: Das habe ich mir selber ausgedacht ja?
00:01:22: Aber bevor wir starten lieber Olli, achte doch nochmal kurz die Kölsch'n Originale ein.
00:01:26: Wo kommt das denn her?
00:01:28: Was soll
00:01:28: dat?!
00:01:29: Diese Kölschen-Originale, so aus dem neunzehnten Jahrhundert im Wesentlichen stammen die sind heutzutage aus der Zeit gefallen.
00:01:37: Diese Kälchen-Oginale.
00:01:39: das war eine Zeit in der Kölche noch übersichtlich war wo wir hier unterwegs waren mit keine Ahnung unter hunderttausend Einwohner, wo wirklich noch jeder jeden kannte und wo man sich da irgendwie auf der Straße auch noch vernünftig gegrüßt hatte.
00:01:52: diese kölchende Originale fielen natürlich dann auch sofort auf allerdings nicht so wie heute Man meinten müsste so negativ, ne?
00:01:58: Die waren so ein bisschen hochgeehrt.
00:02:01: Also der Fressklötsch eigentlich in verfressener Öhenbad war aber ein hochgeehrter Mann hier.
00:02:06: Bolzelott eine Schmugglerin!
00:02:09: Aber irgenwie fand man die schon wiederum cool.
00:02:13: und dann gibt es noch das Flötenarmhölzsche.
00:02:17: Ja und jetzt wechseln wir die Location Und zwar in einer Kölner Schankschube.
00:02:22: In den Schankstube Schwieriges Wort Ne?
00:02:25: Schank Stube oder Kneipe ist einfacher.
00:02:27: In den Achtzehnhundertsechzigerjahrens, also lange, lange her eine ganze Schenke voller fröhlicher Zecher jeder einen vollen Becher Bier vor sich und in der Ecke steht ne klein gewachsene Pausbäckige Mann und spielt ob da flöht?
00:02:44: Oder Flöht!
00:02:45: Also ist das keine Ilse Werner nicht?
00:02:47: Also mit Mund?
00:02:49: Der hat ne wirkliche Flöte.
00:02:51: Wer is denn dieser kleine Mann mit dir flögt?
00:02:53: Das Arnold Wenger, den kannte er nicht unter dem Namen in Köln wahrscheinlich kein Mensch.
00:02:58: Der war nur als Flötenarnöllchen bekannt
00:03:01: und der Sohn ist Arsendwänger.
00:03:07: Der lag hier.
00:03:08: Ich
00:03:09: fühle mich auch.
00:03:12: Jetzt wollen wir mal einen Zeitzeugen von dem Flötonarnöllch'in zitieren.
00:03:18: Der hat nämlich geschrieben In der Wirtsstube herrscht reges Leben und fast sämtliche Tische sind besetzt.
00:03:25: Es sind nur Kölner in der Wirftstube, Fremde sieht man nicht und hört auch keinen fremden Dialekt.
00:03:30: Die Leute sprechen alle tiefstes Kölsch!
00:03:33: Die einzelnen Gruppen sind den lebhafter Unterhaltung begriffen und es geht ziemlich laut dabei zu.
00:03:36: Kann man sich vorstellen wie unser Kneipe so ist ne?
00:03:39: Doch plötzlich vermerkt man ein Getuschel an den Tischen.
00:03:41: die Gäste stoßen sich an und alle Augen sind auf die Tür gerichtet wo eben ein neuer Gast mit einer langen Flöte unter dem Arme reingetreten war.
00:03:50: Gleich am ersten Tisch wurde der neue Gast begrüßt, das waren Flöten-Arnöllchen und das wurde dann natürlich auch groß gefeiert!
00:03:58: Er bekam direkt einen Glas Bier, er hat das Bier auf Exler getrunken und hat dann angefangen noch mit seiner Flöta zu spielen.
00:04:06: allerdings natürlich hat er penibel drauf geachtet dass der Zappjungen auch sein glasvoller Bier wieder voll macht.
00:04:13: Diese eindrucksvolle Schilderung beinhaltet alles, was das Leben von Arnold Wenger aus die Zeichen hat.
00:04:20: Geselligkeit, Gasthäuser, Flöte spielen und jahans viel Alkohol!
00:04:26: Wenger wurde am zwölften Februar in Köln geboren.
00:04:29: Sein Geburtshaus lag in der Sankt-Apornstraße unweit vom Römerturm.
00:04:34: Und genau hier beginnt auch der Aufstiegfall und Wiederaufstieg des Gölschen Musikanten.
00:04:39: Sein Vater betreibt eine Weinstube und er fand das junge Arnölsche schon früh Geschmack am Allohol.
00:04:45: Er musste im Keller die Weinkrüge auffüllen, um es mit einem Schlauch aus dem Weinfass absaugen.
00:04:53: So jetzt wie das manchmal so ist da kam natürlich das ein oder andere Schlückchen auch in den Mund und wurde dann geschluckt von Arnoltchen und das fand er dann irgendwie auch ganz lecker.
00:05:03: Aber Arnold's Vater war auch ein ausgesprochen talentierter Musiker, der Wert darauf legte dass sein Sohn Notenlesen und ein Instrument erlernen sollte.
00:05:11: Der Arnold erschien sich für die Querflöte.
00:05:14: Warum auch immer?
00:05:16: Damit legte er schon in frühen Jahren den Grundstein seines späters Lebens.
00:05:20: Alkohol und Querföhte und Geboren war das Flöte-Arnoldchen.
00:05:24: aber wie startete denn die Kölschekarriere?
00:05:29: eigentlich wirklich das Zeug gehabt, Orchester Musiker zu werden.
00:05:33: Das heißt er hatte eine Begabung, der hat ein musikalisches Talent, das hätte alles funktioniert.
00:05:37: allerdings hat das kleine Arnehölzchen sich dann entschieden lieber als Straßenmusikant sein Geld zu verdienen.
00:05:44: sagen wir mal so hätte er besser nicht gemacht.
00:05:47: Er nimmt an die Flöte zieht durch die Gaststuben wie eben geschildert kommt rein.
00:05:51: alle freuen sich.
00:05:52: er kriegt direkt Bier in die Hand hier drückt und dann spielt er so ein bisschen seinen Lohn.
00:05:57: Der ist natürlich immer flüssig, also flüssisch in Form von Alkohol.
00:06:02: Und das klappte auch noch halbwegs bis in die achtzendsehntziger Jahre.
00:06:07: aber dann wurde ein bisschen schwieriger.
00:06:13: Die Kölner Marktfrauen schlossen den also in ihr Herz und gab ihm immer weiter zu trinken.
00:06:18: Und was weiß ich, war alles ne?
00:06:19: Der hatte mehrere Totalausfälle und achtzehnundsiebzig eskalierte die Situation dann völlig.
00:06:25: der völlig verwahrlosste und runtergekommene Wänger übersäht mit Eiterpusteln und gehüllt.
00:06:30: in schäbige stinkende Kleidung wurde ihn die Arbeitsanstalt Brauweiler eingewiesen.
00:06:35: er bekam kein Alkohol und musste tatsächlich zum ersten Mal in seinem Leben körperlich arbeiten.
00:06:42: Kurios ist, und das ist wirklich ein Treppenwitz der Geschichte.
00:06:46: Während sich das Flötenarnölchen da in Brauweiler auffällt, ist tatsächlich auch der Malabok gleichzeitig da interniert.
00:06:54: Heinrich Peterbock im Göln besser bekannt als der Malerbock.
00:06:58: Der ist jetzt nicht freiwillig da in braueweiler, sondern der ist da auch kasserniert worden weil er hat auch eher so ein unstätiges Leben geführt und das passt nicht.
00:07:08: Allerdings die beiden waren sich nicht ganz grün.
00:07:11: Ja, also der Bohem Bock munierte dass er eher einfältige Wenger ihm den Respekt verweigerte und ihn mit du anspricht.
00:07:21: Wahnsinn!
00:07:22: Im Gegenzug ist Arnold Wenger der Lebermann Bock viel zu abgehoben in seiner oft gestellsten Sprache.
00:07:28: Also der Bock det sich jenene Deu an Und man darf nicht vergessen das der Malerbock nie gemalt hat und eher ein Blender war und hat.
00:07:35: Arnold schon zumindest mal ein echter Musiker.
00:07:40: Aber das flöten Arnhölchen, wir gönnen ihm ja alles Gute hatte echt mal richtig Glück.
00:07:45: Irgendeine erb-tante Erbonkel keine Ahnung hat ihm tatsächlich sechstausend Mark hinterlassen und das Arnhöllchen hat das Geld gut genutzt, der hat nämlich gesagt Liebe Stadt!
00:07:56: Ich kriege die ganzen sechstausend Mark und dafür verpflegt er mich bis an den Rest meines Lebens und bietet mir auch ein Unterkunft.
00:08:06: Der ist quasi in der Krankenanstalt Lindenburg, hat ja sein komplettes Leben danach weitergelebt.
00:08:14: Und alle die das Flöten Arneutschen bereits abgeschrieben hatten wurden eines Besseren belehrt.
00:08:18: Denn die Erbschaft blühte den Wenger regelrecht auf.
00:08:25: Als Patient erster Klasse kam seine Flöte auch wieder zum Einsatz.
00:08:29: Regelmäßig Sonntags spielte das Flötter Arneutchen für alle in der Lindeburg Und bekam dafür natürlich seinen verdienten Applaus, nur kein Bier mehr.
00:08:37: So konnte Arnold Wenger seine letzten Lebensjahre zufrieden und zumindest in der Lindenburg geachtet verbringen bis er am fünfundsannsten Oktober zwei dort an einem Kehlkopf Leiden verstarrt.
00:08:48: Er wurde sechsundsech Jahre alt was bei seinem Lebenswandel durchaus bemerkenswert ist ne?
00:08:54: Wie alt ist Keith Richards?
00:08:56: Keith Richards ist ich glaube dreihundertfünfzig.
00:08:58: Ja Das ist schon sehr songbereinigt.
00:09:01: Ja,
00:09:02: der hat wahrscheinlich mit Flöte Arnoldchen waren und die Mann Band zusammen hatten.
00:09:07: Aber er hat wahrscheinlich ähnlich viel getrunken wie Flöten Arnoldchen.
00:09:11: Wer bekam denn das Flötchen?
00:09:14: Die Geschichte ist natürlich ziemlich prickelnd und kein Ruhmesblatt fürs Gölnische Stadtmuseum falls ihr uns zuhört.
00:09:19: Also, das Flöten Arneulche hat seine Flöte dem Gölnischen Heimatverein vermacht und die haben es wiederum in dem Göllnischen Stadtmuseum gegeben.
00:09:28: Und damit war die Geschichte irgendwie durch.
00:09:30: Keine Sau wusste mehr wo die Flöthe war!
00:09:33: Und was ist?
00:09:34: Im Archiv wurde geräumt... ...zwei tausend neunzehn und was is?
00:09:38: Es gab ein Originalkarton mit der Flöте vom flöten arneulchen, die man aus Versehen wiedergefunden hat.
00:09:47: Und mal gucken, ob das Flöten Arnoldchen mit die Flöte jetzt auch in ihren Platz kriegt.
00:09:50: Bin mir nicht ganz sicher.
00:09:55: Eine Frage bleibt.
00:09:59: Hört sich noch ein ganz anderen Thema an und hängt aber eng zusammen.
00:10:03: Es gibt Funkrufnamen für die offiziellen Einheiten, wie zum Beispiel die Polizei.
00:10:10: Diese Funkrufnamen haben immer irgendwas mit der Stadt zu tun.
00:10:13: da kann man sich relativ einfach daran orientieren.
00:10:15: in München ist der Funkrufename der Polizei Isar In Düsseldorf Düsselin Oberhausen Emscher in Aachen schon ein bisschen lustiger Printe Kann man alles zusortieren.
00:10:25: Wie ist denn der Funk-Rufname für die Kölner Polizei?
00:10:28: Ähm Arnold aber Hat das jetzt was mit dem Arnold Schütze tun?
00:10:35: Mal weisen, denkt mal weinschen.
00:10:37: Aber es wäre wirklich schön, wenn irgendein so ein versoffener mit einer Erbschaft geglückter heute praktisch eine Art Patenschaft für die Polizei übernimmt, mir würdet Jutje fallen.
00:10:48: Weißt du denn wie der Funkrufname der KVB ist?
00:10:51: Hab ich noch nie gehört.
00:10:52: Tunnes!
00:10:53: Tatsächlich... Der Galbebühr hat tatsächlich dem flöten Arnölchen ein Denkmal gesetzt.
00:11:06: Das ist dieses schöne Lied vom Garnowall im Himmel und da heißt es Das war die neuste
00:11:54: Folge vom Köln-Ding der Woche und ich hoffe es hat euch gefallen.
00:11:59: Wenn ja,
00:11:59: folgt uns auf Instagram und Facebook.
00:12:03: Und auf TikTok da sind wir unter das Köln den zu finden.
00:12:07: auch auf PolyG sind wir natürlich zu finden weil es da unseren Podcast gibt und auf Spotify Apple RTL Plus überall da wo's Podcast gibt.
Heinz Peter Welter
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