Das Köln Ding der Woche - Diplomarbeit zu den Bläck Fööss (Teil I)

Shownotes

Das Köln Ding der Woche - Diplomarbeit zu den Bläck Fööss (Teil I)

Wie so viele aus den Jahrgängen ab etwa Mitte 1960 sind auch Jörg Hauschild und Ekkehard „Ekki“ Hoffmann mit der Musik der Fööss aufgewachsen. Und als die beiden dann auch noch ihr Examen an der „Akademie för uns kölsche Sproch“ gemacht haben, wurde aus einer Idee Realität: Ihre Abschlussarbeit an der Akademie haben beide zusammen über die “Mutter aller kölschen Bands” geschrieben.

Frank und Uli durften mit den beiden sprechen. Im ersten Teil unseres Gesprächs haben wir eine Zeitreise zu 50 Jahren Bläck Fööss unternommen. Wir haben über die Anfänge mit Graham Bonney und dem „Rievkooche-Walzer“ gesprochen, über das durchaus zwiespältige Gefühl zum Karneval und über den ersten großen Umbruch mit dem Ausstieg von Tommy Engel im Jahr 1994.

Im zweiten Teil wird es um die Meilensteine der Bandgeschichte, den langsamen Ausstieg der Ur-Fööss und einen Blick in die Zukunft gehen.

Links: Bläck Fööss – Zeitreise durch mehr als 50 Jahre kölsche Musikgeschichte (Teil I + II) https://www.koeln-lotse.de/2025/02/27/blaeck-foeoess-zeitreise-durch-mehr-als-50-jahre-koelsche-musikgeschichte/

Die Produktion dieses Podcasts erfolgte durch YM Audio Productions. https://www.instagram.com/ymaudio_productions/

Kommentare (1)

Ralf Knopp

Hallo zusammen, zunächst einmal Glückwunsch von Herzen zu dieser tollen Sendung und zur Diplomarbeit über die Blääck Fööss. Es kam die Frage auf, was die Fööss denn nun für eine Band sind. Also eher eine Karnevalsband oder eher etwas anderes. Zwar bin ich ´65 in Bonn geboren, aber diese Musik hat mich früh erreicht und es mir angetan. Und da meine Eltern uns genötigt haben den Menschen zu zu hören, kann ich diese Frage gut beantworten. Meiner Meinung nach sind die Bläck Fööss sind die ultimativste Protestband, die ich jemals auf dem deutschsprachigen Markt vernommen habe. Keine andere Band zeigt so bewusst und offiziell auf die Missstände in der Stadt, der Bürger, der städtischen Verwaltung, und vielem mehr. Missstände in der katholischen Kirche, in den Familien, Vereinen, auf der Straße und so weiter gehören auch dazu. Ein paar Beispiele: Ich wäre so gerne Weihbischof zeigt das ach so ruhige Leben des Bischofs auf, das auch viel mit Schmarotzertum zu tun hat (gerne auf Einweihungs-, und anderen Festen). "Mit prächtigen Gewändern Schau für die Menge, mit dem Benz ´rumfahren (lassen) und dann im Garten etwas schlafen. Ein klarer Spiegel zur Kirche. Und es dann sogar auf dem Roncallipaltz zu singen, am Dom stehend mit Blick auf den besungenen, so er denn gerade wieder unterm Baldachin spazieren geht, Respekt. Dat Wasser vun Kölle ist alles andere jut und die Verrohrung eher desaströs. Ein klarer, erhobener Finger zur Stadtverwaltung. Wie in allen anderen Liedern auch, hat dieses Lied eine ansprechende Musik und witzige, allerdings auch tiefgehende und ernste Strophen. In unsrem Veedel befasst sich mit der Stadtsanierung und den damit verbundenen Problemen. Häuser mussten abgerissen werden, um die Nord-Süd Fahrt zu bauen. Der Protest im Lied wird sehr friedlich, jedoch auch klar durch den bahnbrechenden Zusammenhalt der betroffenen Bürger und der Kölner im Allgemeinen angezeigt. Dieser Zusammenhalt scheint unbesiegbar (im Lied) und hat es immerhin zur Hymne der Fans des 1. FC Köln gebracht. Mer losse der Dom in Kölle beschreibt die gleichen Probleme der Stadtsanierung, nur dieses Mal Pro Tourismus. "Was sollen wir hier mit dem Eifelturm oder der Akropolis, was mit dem Pentagon"? Köln hat genug Attraktionen und möchte Köln bleiben. So, wie die Fööss in Köln geblieben sind und ihre kölsche Sprache pflegten und sogar neu etablierten, so soll doch auch bitte Köln und seine Architektur in Köln bleiben und die Menschen und Besucher begeistern. Zwei Mega Protestlieder, die eventuell einiges erreicht haben. Mir bruchen keiner beschwert sich direkt bei der ganzen Welt über die Einmischung in das Kölner Brauchtum, speziell den kölschen Karneval. "Wir machen das seit 2000 Jahren, und das bleibt so, wie es war" singt Erry Stoklosa hier. Ich dries up d´r Dom !! Der Dom und die Katholische Kirche gelten in Köln als unantastbar, zumindest quasi. Umso interessanter ist dieser Schlag in den Nacken aller Kölner Bürger. Der Protest wird dieses Mal durch eine über Köln fliegende Taub vorgetragen, die beste Sicht auf alles und jeden hat. Diese Taube "scheißt" auf den Dom, weil trotz der frommen Vorbilder so viel Tugendloses in der Stadt passiert. Die Moral der Bürger lässt sich in Teilen schwer erkennen. Die angesprochenen Themen sind Ehebruch. Lug und Trug, Pädophilie und feige Mitwisser/Weggucker, fehlende Zivilcourage, falsche Scham. Das Ganze, ganz in der Fööss Manier, schön verpackt in gut gemachter Country Musik. Und als Bonbon spricht die über Köln fliegende Taube den Zuhörer noch mit den Worten an: "He am Ring, han ich üsch ALL jesinn" (Hier am Rhein habe ich Euch alle gesehen)"Seit froh, dass ich nicht sprechen kann, bei dem was ich alles sehe." Ein Spiegel für die Bewohner Kölns. Ich weiß nicht, ob die Band für die Zivilcourage in ihren Liedern eine Auszeichnung bekommen haben, aber verdient haben sie sie allemal. Neben diesen und anderen versteckten Protestsongs befassen sich die Herren jedoch auch mit schöneren Momenten und Erlebnissen in der Stadt und ihren Stadtteilen (Veedel). R. Knopp

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