Das Köln Ding der Woche - Das Stapelrecht

Shownotes

Das Köln Ding der Woche - Das Stapelrecht

Der „Kölner Stapel" sicherte den Kölschen über Jahrhunderte eine schöne Einnahmequelle. Verkürzt gesagt ging es darum, dass alle Waren, die auf dem Rhein transportiert wurden, zuerst in Köln zum Verkauf angeboten werden mussten. Und die Kölner bekamen beste Waren sowie satte Steuern und Zölle. Dies bedeutete: Wenig machen und viel Geld kassieren. Also perfekt für die Kölschen. Was das Stapelrecht konkret bedeutete - und auch welche Möglichkeiten gesucht wurden, dies zu umgehen - besprechen Frank und Uli in dieser Ausgabe des Köln-Ding der Woche.

Links Bilder vom Stapelhaus und Infos zu den Schiffstypen auf dem Rhein https://www.koeln-lotse.de/2021/05/01/der-koelner-stapel-ein-gutes-geschaeft-fuer-die-stadt/

Die Produktion dieses Podcasts erfolgte durch YM Audio Productions. https://www.ym-productions.de/

Transkript anzeigen

00:00:10: Hallo zusammen und herzlich willkommen zu unserem Podcast mit uns zwei waschechten Trüffelschweinen in der Kölschengeschichte.

00:00:37: Und bei mir!

00:00:38: In unserem kleinen aber feinen Heimstudio sitzt der Wege-Lagerer von erzbischöflicher Gnaden, der Raphirien Uli.

00:00:46: Mir ging über!

00:00:47: Der Hochstapler aller Hochstaplers Frank The Zollstokker, der Mann, der schon im frühen Mittelalter zu unglaublich viel Geld gekommen ist.

00:00:57: Begleitet werden wir von dem Mann, den einfach nur heute noch vollkommen überbezahlt ist – unser Tontechniker Janik.

00:01:05: ohne den gäbs uns nicht

00:01:08: So.

00:01:08: liebe Leute, jetzt stellt euch mal vor ihr hättet eine kleine Kölsch-Brauerei und in Kalk oder wo auch immer hat einer ein kunde.

00:01:17: Fünfzehn Kästen von eurem leckeren Kölch namens wie auch immer der Uli dem sein Költsch wird wahrscheinlich Ulschkölsch heißen oder wie auch im Kulsch Und du oder ihr würdet mit einem Lieferwagen bei mir ins Solstock vorbei kommen.

00:01:33: Jetzt stelle ich mich aber in den Weg und sage

00:01:36: halt stopp

00:01:38: und verlange von euch, dass ihr die fünfzehn Kästen bevor ihr weiterfahren dürft erst einmal in Zollstock drei Tage zum Verkauf anbieten müsst.

00:01:51: Und es dann, falls dann überhaupt noch was übrig ist, dürft ihr mit der Bestellung Weiterfahren und Ausliefer.

00:02:00: So da würde doch jeder zu mir sagen Professor von Erz am Wandern Da ist ja total Banane, total bekloppt.

00:02:08: Aber vom drehzehnten Jahrhundert bis man glaubt es kaum ins neunzehnte Jahrhunderte war das gelebte Praxis in Köln und hieß Stapelrecht.

00:02:17: Jäg, verdirrt, schbeklopt oder wie auch immer aber etwa so.

00:02:21: Aber lieber Uli!

00:02:22: Wie kam es denn zu diesem aber witzigen Recht?

00:02:25: Jetzt muss mal ein paar Geschichte vorwegschicken.

00:02:27: dass Stapelecht also diese Frage waren ausgeladen werden mussten, zum Verkauf angeboten werden muss und nachher wieder eingeladen werden müssen.

00:02:35: Dann ist weiter geschifft werden konnten gab es nicht nur in Köln das gab's in anderen städten auch.

00:02:40: der unterschied hier in köln war dass dieses stapelrecht den rein betroffen hat und der rein als definitiv wichtigster transportweg war natürlich somit einfach nur ein lizenz zum geld verdienen für die göltschen.

00:02:53: los ging das am siebten mai.

00:02:57: Konrad von Hochstaaten, dem man bedanken wir heute noch hat der Stadt das Stapelrecht verliehen.

00:03:03: Das war genau die Sache.

00:03:04: Alles was auf dem Rhein transportiert werden musste oder wollte von Norden nach Süden, von Süden nach Norden ist egal, musste in Köln zunächst ausgeladen werden drei Tage zum Verkauf angeboten werden durfte dann es wieder eingeladen werden und dann ging's raus.

00:03:18: natürlich hatten die Kölner da auch entsprechende Stollsätze.

00:03:24: Natürlich hatten die Kölner da auch entsprechende Steuern und Zollsätze drauf, so haben sie sich richtig, richtig satt gemacht.

00:03:31: Es gab sogar noch ein ganz kleines E-Tüpfelchen an der Geschichte.

00:03:35: Und dieses E-tüpfeltchen war, wenn ein Händler jetzt gekommen wäre, nehmen wir mal an, der hätte jetzt einen Fässer von Wein vom Mosel gehabt und ein anderer Händlern kommt, der hat fesservolle eingelagerten Fisch aus der Nordsee.

00:03:49: Jetzt hätten die das natürlich direkt treffen können und einfach sagen können, komm wir laden einfach schnell um!

00:03:53: Ne, da durften sie auch nicht, da haben die Kölschen eine Regel vorgeschoben.

00:03:56: mit dem Stapelrecht ging es nämlich auch ein Heer dass die immer einen Agenten brauchten Kölner Mittelsmann, der dann zwischen den beiden fungiert hat und der auch noch mal die Hand aufgehalten hat.

00:04:07: Das waren in der Regel die Jungs, die auch gleichzeitig die Herrbergen an die entsprechenden Händler vermietet haben.

00:04:13: Die Kölschen haben sich an dem Stapelrecht also dumm und dusselig verdient.

00:04:19: Ja wo ein Gesetz oder eine irrewitzige Regelung da gibt es natürlich auch immer jemanden, der das umgeht.

00:04:24: Es gab also Händlern, die ihr Waren weit vor der Stadt und außerhalb des Stapelt Privilegs von den Schiffen ausluden.

00:04:31: Datje Döns wurde dann auf Karren um Köln herum transportiert und danach wieder auf die Schiffe geladen.

00:04:38: Belieb waren dafür die Häfen in Zündorf und den Müllen.

00:04:41: Noch heute erinnert der Mausfahrt, das ist die Ableitung von Mautfahrt an diese Praxis.

00:04:49: Allerdings war diese Variante teuer und zeitaufwendig denn die habt ja noch keine Transporter von Miles oder LKWs oder wie auch immer.

00:04:56: Das waren eher so Karavanen wie bei Hannibals Überquerung über Alpen also natürlich ohne Elefanten.

00:05:03: Jetzt gab es aber in Köln nämlich nicht nur das Staat für Recht, sondern auch eine weitere tolle Idee um Kohle zu machen.

00:05:08: Das Umschlagrecht lieber Uli!

00:05:12: Das war allerdings, das Umschlagsrecht war nicht nur um Geld zu machen sondern auch rein praktisch bedingt.

00:05:17: Die Waren die von Norden kamen also aus den Niederlanden wurden auf sogenannten Niederländern hier hingefahren.

00:05:24: Nieder Länder waren Schiffe sehr lang und breit mit hoher Transportkapazität wie man wunderbar auf diesem Abschnitt des Reins einsetzen konnte.

00:05:34: Hier in Köln allerdings beginnt dann irgendwo auch die engen Schlaufen des Reins, insbesondere im Mittelrheintal.

00:05:40: Wenn man darüber fährt da konnten diese Niederländer gar nicht fahren.

00:05:43: Die waren zu groß und zu breit, die hätten diese Schlaufe nicht fahren können und wären spätestens an der Lorelei zerschaulen.

00:05:49: Deswegen wurde hier umgeladen auf sogenannte Oberländer.

00:05:53: Diese Oberländer waren etwas andere Bauart von Schiff, die aber ein bisschen kleiner hatten, ein bisschen weniger Tiefgang und konnten viel besser manövriert werden.

00:06:01: Das heißt es gab auch einen praktischen Grund diese Wagen waren hier umzuladen damit man diese Opt im Mittelrheintal entsprechend fahren konnten.

00:06:10: Für die Kölchen war das Stapelrecht natürlich der absolute Hammer also hervorragendste Möglichkeit richtig Asche zu machen und noch die besten wahren sag ich mal vor Verkauf zu haben.

00:06:20: Die Stadt profitierte aber auch von den unterschiedlichen Abgaben in Zusammenhang mit dem Stapelrecht.

00:06:25: Es gab Steuern, Benutzungsgebühren für die Kräne, Wiegegeld, Hafengebüren – das alles füllte die Stadtkasse immer mehr und mehr.

00:06:34: Außerdem wurden Qualitätskontrollen für sogenannte Wendgüter eingeführt.

00:06:39: Zu den Wend-Gütern gehörten empfindliche und verderbische Waren wie zum Beispiel Fisch, Butter oder Speck.

00:06:45: Bei dieser Kontrolle wurden diese Waren geprüft und umgepackt.

00:06:48: Nach dem Unpacken erhielten zum Beispiel Fässer mit Heringen, die neu eingesalzen wurden ein spezielles Brandzeichen – drei Kronen!

00:06:56: Das ist der Kölner Brand.

00:06:58: Und daher hat übrigens die Salzias ihren Namen, weil da wurde das Salz nämlich rüber transportiert damit man alles einsalzen konnte, dass nicht nur Heringen aber auch andere Dinge eingepökelt dann da.

00:07:08: Ja, übrigens für dieses Qualitäts-Kennzeichen gab es….

00:07:12: Musste man auch nochmal gebühren an die Stadt.

00:07:14: Also, die Gölzchen haben sich an dem Stapelrecht dumm und dusselig verdient war auch alles wunderbar.

00:07:19: allerdings so sagen wir mal ab etwa Mitte des sechzehn Jahrhunderts hat das Stapelecht eine Bedeutung verloren.

00:07:27: Die Bestimmungen haben sich geändert, aber den Gölschen war der ideal.

00:07:30: Sie haben damit so viel Geld verdient und wollten davon gar nicht weg.

00:07:33: Aber etwa im Jahr eighteenhundert kann man das nur noch als Umschlagsrecht bezeichnen.

00:07:39: Und dann kam in den vergangenen Jahren die Mainzer Reinschifffahrtsakte.

00:07:47: Damit war nach fünfundundseventeen Jahren das Stapelrechtgeschichte.

00:07:55: Ja, ganz umsonst mussten sich die Kölner aber nicht von ihrem geliebten Könnerstapel verabschieden.

00:07:59: Weil die Preußen zahlten eine Entschädigung in Höhe von fünfzigtausend Talern pro Jahr.

00:08:05: so erwirtschaftet die Stadt immerhin noch zweihundertzweiunddreißigtausende Taler bevor die zweite Reinschiff fahrtsakte im jahrelse achtzehn achten sechzig Ganz offiziell das recht auflöste.

00:08:20: ich würde sagen unsere Stadkkasse würde sich doch ungemein schnell füllen, wenn man das wieder einführen würde.

00:08:31: Wir könnten zum Beispiel sagen eine ganze Chemie die auf dem Rhein transportiert wird muss erst mal irgendwie am Fischmarkt abgekippt werden.

00:08:38: Drei Tage da irgendwo in einem Fast vor sich hin lagern und dann darf das Nitroglycerin wieder eingepackt werden und weiter gefahren werden.

00:08:43: Muss ja nicht raus!

00:08:45: Oder die Autos

00:08:46: von Ford müssen alle in der Altstadt abgeladen werden.

00:08:49: Das dürften hier verkauft werden?

00:08:51: Und dann werden sie wieder aufgeladen.

00:08:54: Bombenidee.

00:08:54: Und die Stadtkasse füllt sich und füllt, da können wir

00:08:57: drei Opernhäuser bauen.

00:09:00: Da hat man großen Spaß dran!

00:09:02: Zwei Fragen bleiben.

00:09:04: Zwei

00:09:04: Bleiben?

00:09:05: Genau.

00:09:06: Erstens wo kann man heute noch sehen dass es das Stapelrecht gab also irgendwas an Baudenkmal?

00:09:12: Also

00:09:14: ich denke am Rheinauhafen da wo jetzt der Cup ist dieses Skatebahn.

00:09:17: Nein vollkommen falsch.

00:09:19: Es gibt das Staplhaus in der Altstadt Und da wurde tatsächlich früher umgeschlagen.

00:09:25: Da gab es dann unten so offene Galerien, offen deswegen auch wenn der Fisch umgeslagen wird.

00:09:30: Der riechende Soiut macht sich die über frische Luft dran.

00:09:33: Das zweite Frage an den großen Herrn Mausbach.

00:09:37: Wo findet man heute noch Oberländer?

00:09:41: Bei Merzen nicht?

00:09:43: Sehr gut!

00:09:44: Die Oberländer haben sich tatsächlich zweifach erhalten.

00:09:48: Erstens gibt es die Straße am Oberländernufer, übrigens am Niederländerufer auch und dann gibt's tatsächlich ein Brot.

00:09:55: das ist das Oberlände und das hat seinen Namen von diesen Schiffen.

00:10:00: Gut geraten von mir,

00:10:03: ne?

00:10:04: Also liebe Stadtoberen, liebe Gesetzgeber.

00:10:06: Wir fordern jetzt ausdrücklich dass das Stapelrecht wieder eingeführt wird.

00:10:11: wir wollen eine dritte Oper bauen und brauchen ein bisschen Geld dafür!

00:10:15: Und wenn es nur hier in Zollstock ist?

00:10:17: Nur Opern-Zollstock.

00:10:20: Vielen Dank, dass ihr mit uns gestapelt habt.

00:10:23: Wir freuen uns drauf nächste Woche wieder, irgendwas für euch auszupacken.

00:10:27: Martin Jodt bleibt uns gewogen und tschüss!

00:10:32: Das war die neuste Folge vom Köln-Ding der Woche Und ich hoffe es hat euch gefallen.

00:10:38: Wenn ja, folgt uns auf Instagram und Facebook.

00:10:42: Und auf TikTok da sind wir unter das Köln den zu finden.

00:10:47: auch auf PolyG sind wir natürlich zu finden weil es da unseren Podcast gibt und auf Spotify Apple RTL Plus überall da wo's Podcast gibt.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.