Das Köln Ding der Woche - Katharina Henot

Shownotes

Heute stellen wir eine dunkle Seite der Geschichte in Köln vor: Die Hexenverfolgung.

Eines der prominentesten Opfer war Katharina Henot. Die Kölner Postmeisterin wurde 1627 als vermeintliche Hexe hingerichtet. Sie war eine starke und geschäftlich erfolgreiche Frau, die wahrscheinlich nicht so recht in die von Männern dominierte Welt Anfang des 17. Jahrhunderts passte.
Wir erklären, wie es zu den haltlosen Hexerei Anschuldigungen kam. Und auch, warum sie erst 2012 rehabilitiert wurde.

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Die Produktion dieses Podcasts erfolgte durch YM Audio Productions.
https://www.ym-productions.de/

Transkript anzeigen

00:00:11:

00:00:28: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge vom Köln-Ding der Woche.

00:00:32: Hier sind wieder der Uli

00:00:33: und der Frank

00:00:34: Und wir haben heute leider ein sehr düsteres Kapitel ausgepackt.

00:00:38: Kein sehr ruhmreiches Kapitel für unsere Stadt oder vielleicht auch ganz Europa ehrlicherweise.

00:00:42: Na ja,

00:00:43: ich würde mal für die Kirche sagen.

00:00:45: Ja, und für die Kürche.

00:00:46: Stimmt so ist es richtig!

00:00:48: Es geht um Katharina Hennot eine ganz besondere Frau in der kölischen Stadtgeschichte, die zu Recht Ihren Platz sogar als einer der Figuren bei unserem Rathaus-Turm bekommen hat, weil die hat sie es wirklich verdient.

00:01:02: Ja das ist vollkommen richtig.

00:01:05: Katharina Hennoth ist Opfer der Hexenverfolgung geworden in düsterer Zeit um sixteenhundert rum ich glaube sechsund zwanzig ist hier glaube ich verhaftet worden wenn man das mal so nennen darf.

00:01:20: Und letztendlich, weil die Hexenverfolgung ist wie ein Lauffeuer auf einmal durch Europa gelaufen getrieben von der Kirche.

00:01:31: Von Inquisitoren.

00:01:33: Man schätzt und das ist wirklich nicht gesichert dass es ca.

00:01:37: sechzigtausend Tote gab fast ausschließlich Frauen.

00:01:40: also man könnte sagen es ist eigentlich eher ein Femizid gewesen als sage ich mal Normale, sage ich mal Hexen.

00:01:47: Normale gibt es ja nicht als eine Hextverfolgung.

00:01:50: von daher waren es ganz wenig Männer.

00:01:53: Die Geschichte um Katharina Hinow zeigt auch wie sehr die Verquickungen waren da weil eigentlich ging's hier knallhaft um Geld an der ganzen Geschichte um Geld und Einfluss in die Stadt.

00:02:04: Die Familie Hennoth hatte das Amt des Postmeisters in der Stadt inne, man heute sagt der Bügel von der POS.

00:02:11: ja gut, da mag ich heute stimmen aber damals war das Amtspostmeister ganz vorne am Start.

00:02:17: wenn du Postmeister in der statt warst warst Du eine der wichtigsten und hoch angesehenen Persönlichkeiten die es überhaupt gab.

00:02:24: Es war ein Monopol.

00:02:26: Die Familie Thorn und Taxis hatte das Postmonopol.

00:02:28: Und die haben dann Sublizenzen verkauft an verschiedenen Lizenznehmer, so in Köln an die Familie Hennot.

00:02:35: Und sie hatten dann das Monopol hier die Post zuzustellen.

00:02:39: Schätz mal was ein Brief damals gekostet hat!

00:02:42: Ein Brief aufgeben von Meinetwegen Mailand nach Goelle.

00:02:45: Schätts mal... Nach heutigen Umrechnungsfaktor um die fünfzig Euro.

00:02:50: Oh, das ist mal amtlich.

00:02:52: Das war amtlig aber es ist auch nicht allzu viel geschrieben worden weil es konnten zu dem Zeitpunkt auch gleich drei bis maximal fünf Prozent der Bevölkerung überhaupt lesen.

00:03:00: also was willst du denn doch schreiben?

00:03:02: und die wenigen Briefe waren halt sehr aufwendig zu transportieren die dann unterwegs waren mit berittenen Booten.

00:03:07: Wie auch immer, die Familie Hennoth hatte dieses Amt hier in Köln und alles lief eigentlich ganz gut wenn da nicht so viele Neider am Start gewesen wären weil jeder wollte dieses wichtige Amt mit dem vielen Geld und dem Einfluss haben.

00:03:23: Und so hat man auch ein bisschen Stress dann da gehabt.

00:03:26: und der Vater von der Katharina das war der Jakob Hennot, der hatte dann eigentlich... Da war ich der Dizenznehmer.

00:03:34: Das Ding war nur, dieser Vater war unglaubliche, fourunneinzig Jahre alt.

00:03:40: Ja das ist also für damalige Verhältnisse mal mindestens dreimal so alt wie sonst.

00:03:45: Durchschnittsalter würde ich mal grob schätzen.

00:03:47: Stimmt, stimmt!

00:03:48: Also nach heutigen Verhältnissen war der hundertdreißig irgendwie sowas vielleicht?

00:03:52: Und als ihr Vater, sechszehntundzwanzig starb hatten die Kinder von ihm, die dann das Geschäft weiterhalten wollen.

00:03:59: Das tatsächlich geheimgehalten was natürlich irgendwie, sagen wir mal mäßig schlau war weil den Nummer musste irgendwann aufliegen.

00:04:06: Ja

00:04:06: und dann ging's los.

00:04:08: Dann ging auf einmal die Gerüchteküche in Köln lief irgendwie umher.

00:04:13: Es war von Besessenheit die Rede, sie sollte eine Raupenplage bei irgendwelchen Betschwestern heraufbeschworen haben Schadens-Zauberunsucht mit verschiedensten Männern.

00:04:26: Also ich sag mal alles blödsinnig und quatsch Aber zu damaliger Zeit haben die Leute halt auch viel geglaubt

00:04:34: Und es hat ja auch gut in die Geschichte reingepasst.

00:04:36: Man wollte an das Geschäft ran, man wollte Katharina als Lizenznehmerin für dieses Postgeschäft aus dem Weg räumen und so passt es ganz gut dass dann da die Raupenplage im Kartheuser Kloster war, da ist noch Wein umgegangen im Ursula-Stift hier.

00:04:51: also da hat alles gut zusammen gepasst und man hat gesagt Es kann natürlich nur eine geben, es muss Katharina sein.

00:04:57: Genau Dann kamen die Festnahme Und das ist jetzt nicht so wie heute.

00:05:05: Man wird dann festgenommen und dann sitzt man da, kann man sagen ich hätte hier einen Anwalt und dann sagen die ja ja es gibt Probleme, hier ist ein Drongebuch und da könnte was weiß ich wäre sondern da wurde man direkt von Anfang an erst mal amtliche foltert.

00:05:18: Also eigentlich war das wieder eine schöne Umschreibung.

00:05:20: Es hieß nämlich man wird der peinlichen Befragung unterzogen.

00:05:24: Peinlich kommt jetzt nicht davon dass es irgendwie unangenehm sein könnte Sondern peinlich kommen von peinen von Schmerzen.

00:05:29: Man hat also tatsächlich die Menschen aufs Übelste gefoltert.

00:05:31: Und jeder von euch, der schon mal in so einem mittelalterlichen Folterkeller in unserer Burg war kann sich vorstellen was da passiert ist.

00:05:37: So auch mit Katharina!

00:05:39: Also man hat die Frau auf's übelste zugerichtet und jetzt kündet Die Frau muss so stark gewesen sein, die hat nicht gestanden mit dem Teufel im Bunde zu stehen.

00:05:49: Weil das war das Ziel der Folter!

00:05:50: Man wollte aus diesen Menschen herauspressen ja ich bin mit dem teufel in bunde dann hätte man sie schön sauber verbrennen können.

00:05:57: Nicht so bei Katharina.

00:05:58: Sie hat der folter tatsächlich beim ersten mal wieder stand.

00:06:02: Da nützt aber nichts.

00:06:03: Weil, sie

00:06:04: ist nämlich direkt danach paar Tage später zum zweiten Mal gefoltert worden.

00:06:08: Das gleiche Spielchen wieder übelste Misshandlungen.

00:06:10: Sie hat immer noch nicht gestanden und dann hat das ganze Spielchen dreimal wiederholt Und eigentlich hätte sie in dem Moment nach geltendem Recht freigesprochen werden müssen weil wer dreimal der Folter widersagt Der isst nicht mit dem Teufel im Bunde.

00:06:24: Nicht so bei Katharina

00:06:26: Nee.

00:06:26: da waren sag ich mal Die Business Insider, die haben dann noch ein anderes Wörchchen mitgespielt und haben einfach gesagt, naja jetzt hast du zwar der Tattoo jetzt schön gemalt und hast sich schön durchgehalten.

00:06:36: Aber besprech' nicht trotzdem schuldig!

00:06:38: Du wirst von den verbrannt aber machen wir dich halt anders um.

00:06:41: Weil?

00:06:41: Weil?!

00:06:42: Man hat nämlich gesagt sie konnte nur deswegen widerstehen der Folter weil sie mit dem Teufel im Bunde steht.

00:06:49: Also, die arme Frau hatte keine Chance.

00:06:50: Die kam da einfach nicht raus.

00:06:51: Rechts-Links ging gar nichts.

00:06:53: Entweder hätte sie gestanden dann wäre sie ermordet worden oder sie hat nicht gestanden und dann steht sie im Teufel in Bunde wird sie auch ermordelt.

00:06:58: also... ...die Nummer war für die gegessen!

00:06:59: Die kamen da nicht mehr raus.

00:07:01: Man hat sie dann tatsächlich festgebunden auf einen Karren gebunden und dann raus nach Melaten gefahren.

00:07:08: Melaten war damals die Richtstätte und dem Melaten wachtete schon der Scheitach auf.

00:07:12: noch Sie.

00:07:13: Ja wobei sie soweit ich weiß erwürgt wurde und dann wurde sich erst verbrannt.

00:07:19: Das war der letzte Gnadenbeweis, den der Henker ihr noch gegeben hat.

00:07:22: Also man hat sie dann auf dem Scheit da oben festgebunden und er wirkte es verbrannt, was vielleicht ein bisschen humanerer Tod war.

00:07:28: Er war doodwurse trotzdem.

00:07:30: Und das ist natürlich irgendwie eine wenig rumreiche Geschichte, was da passiert ist weil Schlussendlich ging's darum, wirtschaftliche Interessen durchzusetzen.

00:07:39: Insgesamt kann man sagen, dass im Zuge der Hexenverfolgung mindestens achtunddreißig Frauen in Köln beschuldigt und getötet worden sind.

00:07:51: Und jetzt gürdet!

00:07:53: Das ganze Ding stand einfach so im Raum – und es sollte tatsächlich dreihundert-achtzig Jahre dauern bis zu einer Rehabilitation der vermeintlichen Hexens.

00:08:04: erst im Februar zwei tausend zwölf Drei-hundert-achtzig Jahre später hat der Rat der Stadt Göln, da haben nämlich die Nachfahren von Katharina Hehnert mal ein bisschen ihren Einfluss gelten gemacht.

00:08:16: Diese achtunddreißig Frauen, die in Hexenprozessen zu Tode verurteilt worden waren, rehabilitiert also erst zwei tausend zwölf.

00:08:23: und das ist auch nicht gerade ein Rühmesblatt für unsere Stadt hier

00:08:27: Ja, aber die sind von der Stadt rehabilitiert worden.

00:08:29: oder sind sie auch von der Kirche rehabilitieren?

00:08:31: Ich glaube, die Kirche braucht dann noch weitere drei Hundert Achtzig Jahre.

00:08:34: Aber ist egal!

00:08:34: Dann gibt es die Kirchen gar nicht mehr.

00:08:38: Zum Dank an, sage ich mal diese, sagen wir mal, heldenhafte Geschichte von Katharina, ist sie namens Geber einer Schule in Kalk und hat eine eigene Straße im Ehrenfeld

00:08:49: Und diese Straße im ehrenfeld begründet worden.

00:08:54: Da gibt es ein entsprechendes Gutachten dafür und ich zitiere, ihre Persönlichkeit lässt mit Selbstbewusstsein Gerechtigkeit Sinn und Standhaftigkeit Eigenschaften erkennen denen heute der Stellenwert von demokratischen Tugenden zugemessen wird.

00:09:13: Das ist ein schöner Satz

00:09:16: Nicht nur die Schule, nicht nur der Straße.

00:09:18: Sondern sie hat dann auch noch den zwei Ritterschläge bekommen.

00:09:20: Der eine Ritterschlag war... Sie hat diese Figur auf dem Rathaus Turm bekommen als eine von achtzehn Frauen.

00:09:26: Da sind bei hundertzwanzig Figuren nur achtzehnt Frauen dabei.

00:09:29: Sie ist einer von denen und jetzt gönnet Höhe ganz in Köln.

00:09:33: kommen noch kommen!

00:09:34: Die Black Foeys haben ihr ein Lied gewidmet.

00:09:36: das Lied heißt Katharina Hinoth.

00:09:38: Dieses Lied werden wir euch in unsere Spotify Playlist reinwerfen bzw.

00:09:44: reinladen.

00:10:03: Das war ein kleines Dunkles Kapitel aus der Kölner Stadtgeschichte.

00:10:07: Nächste Woche haben wir wieder was Fröhliches für euch aufbereitet, ever!

00:10:11: So eine

00:10:15: Schin ist manchmal auch ein paar Wolke dabei.

00:10:18: Vielen vielen Dank, Martin Jod, bis zum nächsten und bleibt unanständig!

00:10:23: Bis dann tschüss!

00:10:36: Köln loz gucken, dann findet ihr uns!

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