Das Köln Ding der Woche - Kardinal Frings

Shownotes

Kölsche kennen den Begriff „fringsen“ – eine eindeutige Übersetzung ins Hochdeutsche ist unmöglich. Wieso das „fringsen“ nach dem Krieg unzählige Leben gerettet hat und wie der Kölner Erzbischof Joseph Kardinal Frings damit zusammenhängt erklären wir in dieser Episode des „Köln-Ding der Woche“.

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Die Produktion dieses Podcasts erfolgte durch YM Audio Productions.
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Transkript anzeigen

00:00:11: Das Kölschedding der Woche.

00:00:14: Uli und Frank präsentieren uns den Podcast zur staatsten Stadt der Welt.

00:00:20: Kompakt, subjektiv, völlig vor in die Nummer und natürlich

00:00:25: für lau!

00:00:28: Herzlich willkommen zum Köln-Ding der Woche.

00:00:30: hier sind wieder der...

00:00:32: Frank?

00:00:32: ...und der Uli Und wir haben wieder was Kölches für euch heute ausgepackt und ich glaube fast zu sagen Kölcher geht es nicht mehr.

00:00:39: Ja, das ist vollkommen richtig.

00:00:41: Wir werden heute aufklären wie denn das Wort Fringsen entstanden

00:00:46: ist?

00:00:46: Ein Wort was es nur in Köln gibt und was die Kölner lieben als ob's kein anderes Wort geben würde.

00:00:53: Das ist nämlich eine Lieblingsbeschäftigung zumindest gewesen.

00:00:58: Fringen ist nämlich sowas ähnliches wie Mundraub Und dazu kam es durch eine ganz von oben angeochtete Empfehlung.

00:01:07: Ja, das ist richtig.

00:01:08: Denn der Kardinal Frings hat dieses, sag ich mal, Fringsen also den Mundraub oder Lattklauen, sag' ich mal mehr- oder minder erlaubt und zwar war das in einer Silvesterpredigung.

00:01:22: Vielleicht gucken wir uns ganz kurz mal vorher den Gardinal an?

00:01:26: Weil das war ja schon was Besonderes!

00:01:28: Die Kölchen hatten immer ein ganz großes Problem mit dem Erzbischöfen.

00:01:33: Das ist gerade aktuell sehr, Groß.

00:01:37: Und war aber tatsächlich in der frühen Neunzeit und im Mittelalter noch viel, viel schlimmer.

00:01:42: Die Kölner Erzbischöfe haben nämlich nicht ihre Residenz in Köln gehabt.

00:01:46: die waren nämlich in Bonn.

00:01:50: Die gölschen Erzbischöfe haben in Bonn residiert und wenn die nach Gölln wollten, haben sie sich angemeldet beim Stadtrat.

00:01:56: Der Stadtrat hat eine Delegation geschickt, die wurden an der Säverins-Torbrüche abgeholt, wurden quer durch die Stadt eskortiert damit die unterwegs nicht einen Kopf kürzer gemacht werden weil der Beliebtheitsgrad des erzbischen... Damals war ungefähr so groß wie der Erdbliebheidsgrad des aktuellen Erzebischofs.

00:02:12: Okay, aber das hat Kardinal Frings, sag ich mal, den man auch den Volksbischof genannt hat oder nachher, sage ich mal so getauft hat der Kölsch quasi aufgebrochen.

00:02:22: Geboren ist er, Kardinal Franks, in Neuß, hat Jahrzehnte seine Priesterweihe erhalten und war dann jetzt haltet euch fest Kaplan in Gölln-Zollstock

00:02:33: Und das ist die Heimat von dem Frank?

00:02:35: Ja also da sie es quasi Heiliges Territorium hier.

00:02:39: Hier ist der Volksbischof, hat quasi, hatte die Lerentier nirgendwo anders.

00:02:44: Danach ist er direkt natürlich, was Leute nach Zollscher kommen, ist er nach Romian und hat da so ein bisschen rumstudiert oder wie auch immer und ist dann neunzehntfünfzehn bis zwanzig Priester in Füllingen geworden.

00:02:56: Da ist ja jetzt erstmal einen Abstieg aber okay.

00:02:59: Dann hat er noch mal eine Zeit lang im Weisenhaus in Neuss geleitet und ist fahrer in Braunsfeld geworden Jetzt noch ein Fun-Fact, auch fünfundsebzig.

00:03:09: Konrad Adenauer hatte Kinder ist bekannt.

00:03:12: klar zwei Kinder von dem sind durch ihn

00:03:18: kommen sind

00:03:18: bei dem zu Kommunion gegangen.

00:03:20: So, das ist also zwei Fakten.

00:03:23: ganz klar müsst ihr euch merken Kaplan in Zollstock Kindler vom Adenauer zu Kommunionen Und

00:03:27: der wahrscheinlich einzige Erzbischof in Köln den wir Kölschchen jemals geliebt haben.

00:03:32: Die anderen die haben wir bestenfalls ertragen aber denen haben wir wirklich geliebet obwohl der Kinderkölscher jung war.

00:03:38: der kam ja aus Neues.

00:03:39: Ja

00:03:39: das vorkommt richtig.

00:03:40: Überraschend ist er übrigens los seit forty-two dann auch zum Erzbeshof berufen worden in köln.

00:03:45: Und er hat auch einen Wappenspruch.

00:03:47: Das ist so was wie, ich weiß auch nicht, keine Ahnung... Gar

00:03:49: nicht, das ist die Unionsmonto!

00:03:51: Oder Reider ist jetzt Twix und so jetzt ne?

00:03:53: Oder Twix ist jetzt Reider, wie auch immer.

00:03:54: Das war der Wappen-Spruch war Bildungsbürger aufgehört pro Hominibus Constitutus

00:04:03: für

00:04:03: die Menschen bestellt.

00:04:05: Und diesen Wahlspruch hat er auch tatsächlich gelebt.

00:04:09: denn es kam der große Hungerwinter, Köln lag in Trümmern.

00:04:16: Die Alliierten haben die Stadt in Schutt und Asche gebompt, die ehemals stolze Stadt Gölln, siebenhundfünfzigtausend Einwohner hatte zur Stunde null gerade noch vierzigtauseinwohner.

00:04:28: Die lebten hier in den zerbombten Gällern, in den letzten Häusern.

00:04:32: Die haben gefroren, die haben gehungert.

00:04:34: Es war eine ganz schlimme Situation!

00:04:35: Und dann kam der eis-eiskalte Hungerwinter, neunzeits sechsundvierzig, siebundvierzig.

00:04:40: Das waren Zustände, die kann man sich heute wahrscheinlich gar nicht mehr vorstellen.

00:04:44: Das ist vollkommen richtig.

00:04:45: Zumal auch die Kriegszeit für ihn nicht besonders lustig war.

00:04:50: Er hat sich zum Beispiel ganz vehement gegen die Judenverfolgung ausgesprochen und hat dazu gesagt, dass wäre ein himmelschreiendes Unrecht.

00:04:58: Das war der Gestapo natürlich in Dorn im Auge.

00:05:02: Die hatte ihn auch überwachen lassen.

00:05:05: Auch Kleriker waren wohl dabei aber seine Popularität hat ihn geschützt.

00:05:09: Und den Höhepunkt in der Popularität hat er erreicht, in die Silvesternacht, aus dem Sieben und vierzig.

00:05:19: Mitten im Hungerwinter, die Stadt Friert steigt Gardinal Frings in Sankt Engelbert auf die Kanzle.

00:05:28: Der Dom ging noch nicht, der Dom war tatsächlich viel zu kaputt als hätte man in den Messe feiern können.

00:05:32: Das hat noch ein paar Jahre gedauert bis er wieder repariert war nach dem Krieg.

00:05:35: Er steigt in St.

00:05:36: Engelbert auf die Kanzl Ein katholischer Gottesdienst und Kardinal Frings hält seine weltberühmte Silvestapredikt.

00:05:44: Ich darf zitieren Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat wenn er es auf andere Weise durch seine Arbeit oder bitten nicht erlangen kann.

00:06:00: Das

00:06:01: war quasi der Aufruf dass das Hamstern und Klauen von Kohle zum Beispiel

00:06:06: erlaubt ist Und die Kölschen haben ihn beim Wort genommen?

00:06:11: Was da an ... ja Raub begangen worden ist, das kann man es kaum noch vorstellen.

00:06:17: Hauptsächlich wurden Klütte gefringst.

00:06:21: Das war das Wort was die Kölchen geprägt haben für diesen Zustand.

00:06:28: Die Kölchen haben die ganzen Reparationszüge, die eigentlich nach Frankreich gehen sollten.

00:06:32: Haben sie geplündert!

00:06:33: Die haben zum Beispiel in Mühlheim auf tote Gleise geleitet um den Allerruhe plündern zu können oder diese Schütten dieser Züge mit Brecheisen aufgerissen und die Zügel fuhren weiter mit zwanzig dreißig kmh.

00:06:46: Die Kohle viel raus konnte man sehr entspannt einsammeln und anschließend heizen zu Hause.

00:06:51: Ja und die Kölschern einfach gesagt, der Kardinal hat dann erlaubt was soll das?

00:06:55: Also ja ich bin hier geschützt von der Kirche.

00:06:57: Ich muss dafür auch nicht in die Hölle, ich darf Fringsen!

00:06:59: Und das war von höchster Stelle, da war es tatsächlich erlaubт und da... Man muss aber sagen, Frings hat wahrscheinlich durchs Fringsen hunderte wenn nicht sogar tausende Leben gerettet.

00:07:12: Das ist vollkommen richtig.

00:07:13: Aber wie das bei den Kölchen immer so ist haben die eine Sache, ich sag mal in ihren inneren Spam-Ordner verordnet, ja?

00:07:23: Denn die Predigt von Frings ging danach nachdem er erlaubt hat dass man Dinge klauen darf noch weiter.

00:07:29: Ich darf wieder zitieren aber ich glaube das sind vielen Fällen weit darüber hinausgegangen worden ist.

00:07:35: und da gibt es nur einen Weg Unverzüglich, unrechtes Gut zurückgeben.

00:07:39: Sonst gibt es keine Verzeihung bei Gott.

00:07:41: und die Kölschen so Näh, haben wir nicht gehört.

00:07:43: Nee, können wir nicht.

00:07:45: Die Kölschen haben sich quasi nur die Single angehört, die Maxi Single, die wollten sie nicht.

00:07:48: Und das ist tatsächlich eine kölsche Eigenschaft, die wir hier ein bisschen rausarbeiten können.

00:07:52: Der Kölche hört genau das was er will.

00:07:54: Den ersten Teil der war nämlich gut, der hat ihm gepasst den hat er gehörten.

00:07:57: Den zweiten Teil hat er nicht gehört.

00:07:59: und tatsächlich wenn man ne Straßenumfrage macht Zehn von zehn Gölzchen kennen Fringsen.

00:08:04: Null von zehn Kölzchern kennen den zweiten Teil der Predigt, weil er schmeckt denen ja nicht so gut.

00:08:09: Ja, er ist übrigens der einzige Weihbischof, der jemals die Kölner Ehrenbräule bekommen hat.

00:08:16: Und jetzt schön grüß an Thomas.

00:08:19: Die Bild-Zeitung hat getitelt, die der Express warst.

00:08:21: Der Express hat getittelt vor drei Jahren.

00:08:24: Köln hat wieder einen Frings Weil niemand geringerer als der Großneffe von Kardinal Frings, Thomas Frings ein Geistlicher aus Münsterland hat seine Zelte hier in Köln aufgeschlagen und ist die Fußstapfen seines Großonkels getreten.

00:08:40: Gut, Kardinal wird er jetzt nicht mehr aber ein geistlicher namens Frings ist wieder in Kologne und die Schlagzeile war natürlich schön.

00:08:47: Kölner hat wieder einen Frings.

00:08:48: Das heißt ich kann jetzt im Rewe auch hingenommen und mit ein paar Eppelklauber und so darf wieder gefringst werden oder?

00:08:54: Wenn die Zeiten noch härter werden, vielleicht?

00:08:56: Noch sind wir nicht ganz da.

00:08:57: Aber wenn die Zeiten härter wird, dann kannst du drauf

00:08:59: berufen.".

00:09:00: Also es wäre total toll, wenn Thomas Frings, sag ich mal... ...da auch ein Euglern zudrücken könnte, wär auch ganz gut, wenn er noch einen lustigen Spruchauflage hatte weil auch überliefert ist ein Spruch von Kardinal Frings der nachher ein ganz schlechtes Augenlicht hatte.

00:09:16: Er hat nämlich dann gesagt Jodluge kalli schläsch ever schläch führe!

00:09:21: Das kann ich jod

00:09:23: Also wie übersetzt.

00:09:24: Sondacht jetzt mal, ja?

00:09:26: Gut sehen kann nicht schlecht aber schlecht hören das kann ich gut!

00:09:34: Ich würde sagen mit diesem Ausbruch von Cardinal Frings und der Gewissheit dass der Kölner nur das hört was er eigentlich hören will beschließen wir diese Folge und wünschen euch noch alles Jode!

00:09:45: Vielen Dank Martin Jod.

00:09:46: bis demnächst und Tschüss!

00:09:51: Und da wir natürlich absolut davon aussehen, dass ich der Podcast gefallen habe folgt ihr jetzt natürlich auch bei Spotify und zusätzlich

00:09:59: noch auf der Webseite des Kölnlotsen, köln-lotze.de oder bei dem ganzen Social Media Gedöns Instagram, Facebook und diese alle heißen überall einfach Kölnenlozegucken dann findet Ihr uns!

Kommentare (3)

Sakine

Mega, jetzt weiß ich was fringsen ist! 👍

Joachim Harant

Dat jefällt sogar nem Badenser

Jeck4711

Echt joot gemaht!

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