Das Köln Ding der Woche - Live Podcast Raderberg und Raderthal Teil 1

Shownotes

Raderthal – Fritz-Encke-Park, Englische Siedlung und mehr (live vor Publikum)

Im Mai haben wir es gewagt, zwei Folgen unseres Podcasts live vor Publikum aufzunehmen. Un et hät Freud jemaht! Hier kommt der erste Teil, es dreht sich um das schöne Raderthal.

Der geniale Gartenarchitekt Fritz Encke schuf 1923/24 auf dem Gelände des zuvor militärisch genutzten „Friedenspulvermagazin Raderthal“ den Volkspark Raderthal. So wurde aus dem Lager für Munition und Schießpulver ein "soziales Grün" als Gartenersatz für die Menschen in den großen Mietskasernen. Ab 1949 wurden große Teile des Parks bebaut - die "Englische Siedlung" als Gartenstadt nach britischem Vorbild entstand.

Links

Das "Friedenspulvermagazin" wird zum Fritz-Encke-Volkspark in Raderthal https://www.koeln-lotse.de/2022/04/16/das-friedenspulvermagazin-wird-zum-fritz-encke-volkspark-in-raderthal/

Die „Englische Siedlung“ in Raderthal – Gartenstadt nach britischem Vorbild https://www.koeln-lotse.de/2022/05/28/die-englische-siedlung-in-raderthal-gartenstadt-nach-britischem-vorbild/

Das Funkhaus in Köln-Raderthal! https://www.koeln-lotse.de/2018/10/13/rettet-das-funkhaus-in-koeln-raderthal/

Lotsentour - Raderberg & Raderthal (mit dem Fahrrad) https://www.koeln-lotse.de/lotsentour-raderberg-thal-mit-dem-fahrrad/

Die Produktion dieses Podcasts erfolgte durch YM Audio Productions. https://www.ym-productions.de/

Transkript anzeigen

00:00:11: Herzlich willkommen im ausverkauften Festsaal des Mieter Cafés zu einer Weltpremiere.

00:00:33: Also zumindestens für uns zwei jetzt hier, ne?

00:00:36: Wir nehmen nämlich heute zum allerersten Mal ein Live-Podcast auf und wir bedanken uns natürlich

00:00:43: Bei euch.

00:00:49: Wir sammeln das Glatschen noch, dann hört sich das noch sechs Hundert Mann

00:00:52: an!

00:00:53: Und mir gegenüber beziehungsweise links neben ihr sitzt heute der einzig wahre Kappeskönig der Bürgermeister bester Stadtführer aus Köln und Hans Dampf in allen Jassen von Radeberg.

00:01:04: Der unglaubliche Uli Zu

00:01:12: meiner Rechten hat Platz genommen, der einzig wahre Urzollstocker.

00:01:16: Der Mann, der Zollstock nur sehr ungern verlässt.

00:01:19: Der mann, der es geschafft hat in seinem ganzen Leben einen Umkreis von fünfhundert Metern zu wohnen im Zoll-Stock aber den weiten Weg heute nach Radarzahl geschaffen hat.

00:01:27: Frank Mausbach!

00:01:36: Außerdem möchten wir euch natürlich wie wir eben schon mal in der Einführung kurz erwähnen haben unseren völlig überbezahlten Diplomtechniker Janik vorstellen, weil ohne den wären wir absolut aufgeschmissen und wir würden alle Podcast mit dem Kassettenrekorder aufnehmen und nur unter unserem Frauen vorspielen wahrscheinlich.

00:01:58: Und in bester WDR Rosenmontas-Moderationsmanier sage ich außerdem Uli das ist so voll hier!

00:02:07: Das können doch nicht alles Raderbergerinnen und RadertalerInnen sind.

00:02:13: Nee, so viel Radar-Taler gibt es gar nicht.

00:02:15: Ich zähle gerade... Ach das Signal bekommt!

00:02:17: Es sind sechstausend vierhundertdreiundzwanzig Mann heute gekommen.

00:02:21: Das ist Podcast Weltrekocht in Köln.

00:02:24: Noch ein ganz großes Danke bevor wir jetzt im medias res gehen nochmal an die kölner Baugenossenschaft von nineteen zwanzig Die Steffi, die manage das Mietercafé, die sitzt da vorne und die Steffie hat uns ermöglicht heute mit euch diesen Spöges zu machen.

00:02:38: Herzlichen Dank Runde Bötzir.

00:02:45: Außerdem möchten wir natürlich danken, dass unseren Gasengaschenwünschen entsprochen wurde und die Genossenschaft hat ausgelobt.

00:02:52: Die nächsten drei Monatsmieten übernimmt die Genassenschaft.

00:02:58: Großartig!

00:02:59: Nein, nein, sorry.

00:03:01: Ihr wollt den nächsten drei Monaten die Mieten nicht erhöhen?

00:03:05: Ah okay, sei es drum Lass uns starten, denn heute geht es um die beiden Knaller-Fedel Radertal und Radarberg.

00:03:13: Dann starten wir mal mit der Frage aller Fragen – woher stammen denn die beiden

00:03:18: Namen?

00:03:19: Ganz einfach!

00:03:20: Fangen wir mal an und sortieren das Ding mal ein bisschen auseinander.

00:03:23: Es gibt einmal Rat, Radarberge, Ratradartal und Berg und Tal.

00:03:29: Der zweite ist relativ einfach oder?

00:03:32: Berg und Tal kann man sich relativ einfach vorstellen.

00:03:34: Und tatsächlich ist es auch so, diese beiden Stadtteile trennen sagenhafte neun Meter Höhen-Unterschied.

00:03:42: Die Stadt Köln plant gerade die erste Seilbahn zu errichten zwischen Raderberg und Radertal Aber tatsächlich ist es so.

00:03:49: Dieser Höhenunterschied ist kein Zufall, weil vor Jahrmillionen Jahren – da gab's selbst den Frank Mausbach noch nicht – ist hier mal der Rhein durchgeflossen und der Rhein hat diese Ecke hier so ein bisschen ausgewaschen ziemlich genau für die Profis bis zur Kante an dem Radarberggürtel, also ungefähr Deutsche Welle in der Ecke da.

00:04:10: Und da kann man heute noch diese Geländekuppe erkennen, da geht es nämlich relativ steil runter und der Rhein hat dann hierfür erstens ein bisschen niedrigeres Niveau gesorgt und zweitens... für sehr fruchtbares Land, weil der Rhein hat hier nämlich sehr viel Löse angespült.

00:04:27: Das wiederum haben sich die Gölsch- und Kappesbure, aber die kommen wir später noch... Wir sehen ja Millionen vorher jetzt noch!

00:04:32: Da gibt es noch keine Gölch- und kappes Buren.

00:04:34: Das haben sich dann später gut gemacht und haben gesagt okay das können wir gut nutzen.

00:04:43: Bleiben wir mit Rad weiter?

00:04:47: Ja so wie abgesprochen Bleibt es die Frage Berg und Tal, ist erklärt.

00:04:52: Wie ist das denn mit dem Rad?

00:04:53: So!

00:04:54: Und das mit dem Rat wird immer tatsächlich fälschlicherweise als Rädern gekennzeichnet.

00:05:02: Es wäre also eine mittelalterliche Foltermethode.

00:05:05: Gut was stimmt ist... ...es gab zwei mittelhalterliche Folterstätten hier in der Nähe.

00:05:12: Einer auf der Marienburg, ziemlich da genau wo heute die Marienbus steht.

00:05:16: Und einer auf dem Großmarktgelände.

00:05:19: Da wurde tatsächlich erst geköpft und dann gehangen, dann gespießt auf heiße Stangen.

00:05:24: Aber das ist nicht die Namensherkunft.

00:05:27: Wir sind uns ziemlich sicher dass das von Roden kommt.

00:05:32: Und zwar hat man hier die Wälder gerodet damit die Gabbesbore ihren Gabbis anbauen konnten.

00:05:37: so haben die Felder angelegt.

00:05:39: Wer ist denn eigentlich?

00:05:40: Wie sind wir ziemlich sicher?

00:05:42: Die Forschung!

00:05:43: Also die Geschichtsforschung der Willem Fromm und ich.

00:05:50: Also das sind die beiden Namensherkunft, damit wir wissen wo wir uns heute orientieren.

00:05:54: und jetzt wollen wir mit euch so ein bisschen einen kleinen Rundgang machen.

00:05:59: Ja ich bin jetzt ein bisschen enttäuscht also hat mich nicht verwundert dass das nichts mit dem zu tun hat weil ich gedacht habe aber ich hatte eigentlich ein bisschen die Hoffnung dass es von Raderdoll kommt Weil ja in der Schulze-Debitschrasse läuft ja nicht bekannte ich der kleinste und jächste und schönste gar nur weil's doch jeder Session.

00:06:19: Wer ist da schon mal da gewesen?

00:06:22: Alle melden sich.

00:06:23: Alle

00:06:23: meldeten sich sensationell, also Olaf an die Organisatoren des Umzugs und an den SDSE.V.

00:06:30: Übrigens, Eingemeindung von Radertal und Raderberg zu Köln war übrigens April-April am ersten vierten, achtzehnhundertachtundachzig.

00:06:40: Da hat man aber einen ganzen Sack an Fedeln eingemeindet.

00:06:44: So wurden damals auf einem Schlag Ich muss mal gar Luft holen.

00:07:07: Respekt!

00:07:08: Es war so, diese große Eingemeinungswelle hat natürlich zu einem wahnsinnigen Bevölkerungswachstum unserer Stadt geführt.

00:07:14: Also wenn es noch vorher, also im Jahr eighteenhundert-achtzig ungefähr hundvierziesch tausend Gölze gab waren das kaum zwanzig Jahre später dreihundertseizigtausend Kölsche.

00:07:24: Nicht, dass die alle hierhin gezogen wären bitte nicht wenn wir es verstehen sondern tatsächlich sind.

00:07:29: durch die Eingemeindungen ist Köln einfach wahnsinnig gewachsen.

00:07:33: und wenn man mal einfach denkt wir würden heute mal genauso viel eingemeinden wie damals dann würden wir bis zum Jahr zwei tausendfünfundviertzig zwei Komma fünf Millionen Einwohner haben.

00:07:43: damit wären wir definitiv die zweitgrößte Stadt Deutschlands Wir wären Fußballmeister, aber so weit ist es ja noch nicht.

00:07:51: Deswegen lassen wir mal schön die Finger von der ganzen Ereignung in Meinung.

00:07:55: So lieber Uli, dann wollen wir doch mal mit Radertal beginnen!

00:08:00: Fangen's an

00:08:00: Jungs!

00:08:01: Radertalen?

00:08:03: Das liegt natürlich weit vor den Toren der Stadt und hier war eigentlich gar nichts.

00:08:09: Gut ein paar Millionen Jahre lang ist der Rhein hier durchgeflossen.

00:08:11: ansonsten war hier ziemlich essig.

00:08:14: Wir waren nämlich einfach nur blattes Land.

00:08:17: Dann fingen an, die ersten Gappesbohren sich hier niederzulassen.

00:08:20: Das war so Pimal Daumen, Fünfzehn des Sechzehntes Jahrhundert.

00:08:23: auch die ersten Gehöfte können nachgewiesen werden für die Zeit hier in der Gegend.

00:08:28: und man musste ich immer noch vorstellen wir sind weit vor den Toren der Stadt.

00:08:34: Für die Gölschin endete die Stadt immer noch an der Stadtmauer Und die Stadtmauer war von hier aus gesehen Klotwischplatz Severins Dorburg Dahinter platte es Gabbesbore-Land.

00:08:46: Hier war also keine Stadt, hier war Irgendet aber nicht Köln und so haben die Kölschen auch ein bisschen die Gabbisbore immer belächelt, die hier dann unterwegs waren.

00:08:57: Das Ganze änderte sich ein wenig, achtzehn, vierzehn-, achtzehnt, fünfzehn das sind so ganz ganz wichtige Zahlen für die komplette europäische Geschichte.

00:09:07: weil Das heißt, man hat sich in Wien getroffen und die Siegermächte haben Europa neu aufgeteilt.

00:09:21: Und da gab es die Preußen!

00:09:22: Die Preußen hätten ganz gerne das Königreich Sachsen gehabt.

00:09:27: Hansa war nicht ihr Grisch, sondern sie haben dort dessen die Kölchen bekommen... ...die Aufsässigen-Kölchen und konnten die eigentlich gar nicht leiden.

00:09:34: Weil das passte alles hinten und vorne nicht zusammen.

00:09:37: Auf der einen Seite hesset die Gölschen noch stark französisch geprägt durch die französe Besatzung, und natürlich reinig-gatholisch auf der anderen Seite die Stiefstaatzen Preußen, die alles Protestanten waren und deswegen übrigens auch nur von den Gölchen Blauköp.

00:09:53: Kennt ihr dem Begriff Blaukörp?

00:09:54: Schon mal gehört, ne?

00:09:56: Blaukörper ist tatsächlich ein abwertender Begriff.

00:09:59: zu über Protestanten.

00:10:00: Meine Oma hat immer noch gesagt, da gummende Blauköllp, gummete Ahnen!

00:10:03: Hat die immer noch gesagt.

00:10:04: Und das war, ja damals abwertend.

00:10:08: heute nehmen die Protestanten das Bolle.

00:10:10: Die haben ihre eigene Blauköpke, keine Waldsitzung und findet eigentlich auch so gesehen ganz lustig.

00:10:14: aber das passt alles hin und vorne nicht zusammen.

00:10:17: wenn man dann doch überlegt dass die Preußen eigentlich bei Weitem nicht so viel Kohle hatten wie das Rheinland Das Rheinlands war viel weiter entwickelt Dann passen da noch weniger zusammen und da ist ein schönes Zitat übermittelt Das von Adam Schafhausen.

00:10:40: Adam Schaffhausen war damals der reichste Kölner, ein sehr reicher Banker, der hat gesagt, o vai o vai da hier rote man ever in den Ärmfamilie hin.

00:10:49: also so war das tatsächlich man konnte sich gegenseitig nicht leiden.

00:10:53: aber einen ganz wichtiger Punkt und deswegen wird auch Radertal gleich so wichtig war, dass die Preußen Gölln bis an die Zähne bewaffnet haben.

00:11:02: Ja!

00:11:02: Die Preußen haben Hundert siebenundsiebzig Forts und Pulvermagazine, so sage ich mal zusammen je Baut.

00:11:09: Also die Besatzung in Kriegszeiten der Festungen dieser hundert siebzig Anlagen waren gut fünfzigtausend Soldaten und circa sechstausend Pferde.

00:11:18: Insgesamt gab es vierhundertfünfzig Geschütze von Kaliber drei Komma Sieben bis einundzwanzig.

00:11:25: Das Problem war allerdings die Versorgung mit dem Schießpulver, weil in den Fort der Wohret jetzt klamm.

00:11:31: Oder besser gesagt da lief dort Wasser der Wengelraff, also tierisch nass darin.

00:11:35: aber wo ein Problem da auch meistens ja eine kölche Lösung?

00:11:38: Die Lagerung des Schießpolvers wurde in spezielle Friedens-Pulver-Magazine quasi ausgelagert und zwar in Westhofen und in Radatal.

00:11:47: Falls es zum Krieg kommen sollte, wurde die gefährliche Fracht einfach angeliefert.

00:11:51: Also quasi so wie Amazon Prime, da sagt man ruf mal ansam, hey bringe das Pulver rüber!

00:11:55: Ja ok, alles klar.

00:11:56: am nächsten Tag war die Lieferung dann da.

00:11:58: Aus einem Zeitungsartikel ist überliefert von damals Die Beförderung des Pulvers erfolgte mittels Pferdefuhrwerks.

00:12:04: Vorne am Wagen war eine rote Fahne angebracht Peh versehen war, Peh stand natürlich für Pulver.

00:12:11: Der Fuhrmann ging stets neben seinen beiden Pferden.

00:12:14: alle Personen waren sobald der Wagen in Sicht kam verpflichtet die Pfeife oder Zigarre oder Zierretze aus dem Mund zu nehmen und auf den Rücken zu halten.

00:12:21: erst wenn das Gefährt wieder verschwunden war durfte weiter geraucht werden.

00:12:25: getreulich wurde diesen Anordnungen befolgt hat verwundert ihn können ein bisschen.

00:12:31: Also tatsächlich war es so.

00:12:32: Es gab diese verschiedenen preußischen Verteidigungsringe, müssen wir gar nicht einzeln durchgehen jetzt hier.

00:12:38: aber es gab tatsächlich diese hundred sieben und siebzig Anlagen die Köln verteidigt haben.

00:12:43: Kölne als westliche Stadt und es ging natürlich darum dem Erzfeind entgegenzutreten.

00:12:49: der Erz feint waren niemand geringer als der Franzos und wir als westlische Stadt industrialisiert und auch als Verkehrsknotenpunkt von entscheidender Bedeutung waren natürlich schon im Fokus, deswegen hat man diese ganzen Forst gebaut.

00:13:02: Und heute stehen ja noch eine ganze Reihe von diesen Forst.

00:13:05: das bekannteste ist wahrscheinlich das vor X vor Zähn in Nippes Wer kennt da vielleicht?

00:13:11: Mit dem Rosengarten.

00:13:14: Das sind diese alten preußischen Forst die heute noch stehen.

00:13:18: Die Preußen haben zwei Verteidigungslinien gebaut.

00:13:21: einmal eine Der innere Verteidigungsring, das ist auch das vor zehn gehört dazu.

00:13:25: Ungefähr innere Kanalstraße und der zweite Verteiligungs-Ring, dass es ungefähr Militärring, ziemlich genau sogar Militäringsstraße noch uns da war.

00:13:34: Das war alles aus Backsteinen gebaut diese Forst die waren gletschnass.

00:13:40: wenn du da Pulver gelagert hättest jetzt ein Problem gehabt.

00:13:42: deswegen musste man sich irgendwie überlegen wie man das Pulver lagert und so kam man auf die Idee das Friedenspulver Magazin einzurichten.

00:13:51: Das war nämlich dann eine Lagerstätte, die war nicht gemauert sondern diese Lagerstäte muss man sich so ein bisschen vorstellen wie so ein Schützenfest zählt Weil das konntest du relativ gut trocken halten.

00:14:04: Das waren fliegende Bauten.

00:14:05: und der zweite Effekt wäre, wenn so ein Ding mal euch um die Ohren geflogen wäre dann wären halt nicht Backsteine zehn Kilometer bis in die Innenstadt geflugen sondern nur so ein paar Latten und ein bisschen Gebelg was die da verbaut haben für dieses Friedenspulver Magazin.

00:14:21: Und wo war dieses Friedenzpulvern Magazin?

00:14:24: Ja hier

00:14:27: Genau hier in Radertal.

00:14:29: Da war dieses Friedenspulver-Magazin, im Kriegsfall wäre von da aus die Versorgung mit Pulver passiert.

00:14:35: Man hatte das mit diesen Pferdefuhrwerken gemacht.

00:14:37: später hat man sogar aber davon ist heute nichts mehr übrig eine ganz kleine Eisenbahn gebaut.

00:14:42: Die ist der Militäring lang enttuckert und hätte dann dieses Pulver transportiert was in diesem Friedenspulver Magazin dann gelagert worden ist.

00:14:52: ein riesengelände übrigens weil Wollte Pulver nicht direkt, ganz direkt nebeneinander lagern.

00:14:58: Das heißt wenn die Elne-Pulverstätte hochgeht, hatte die andere Pulverstette vielleicht noch in Petto dann geht sie nicht direkt mit hoch.

00:15:04: Das Pulver wurde gelagert in Wallanlagen.

00:15:06: das muss man sich so vorstellen wie ein Vulkankegel ungefähr.

00:15:09: Man hat also so fünf sechs Meter hohe Welle aufgeschüttet und in der Mitte so eine Art Schützenfestzelt rein gebaut.

00:15:17: hat man da dieses Pulver entsprechend gelagert.

00:15:19: Wenn das hochgegangen wäre, wie gesagt wenn du das Schützenfest zählst um die Ohren geflogen und es wäre die Explosionskraft nach oben abgeleitet worden und nicht zur Seite dann werde ich das ganze Lager direkt in die Luft geflogen.

00:15:32: Das ist deswegen wichtig, da brauchen wir nämlich gleich noch weil dieser Park oder dieses Friedenspulver Magazin eine Metamorphose durchgemacht

00:15:40: Genau, also das wurde quasi von einer Kriegsfestung entstand daraus der Radarthaler Volkspark.

00:15:48: Das war nach dem Versailler-Vertrag weil wir am achtendzwanzig Juli neunzig die ganzen Friedenspulver Magazine mussten geschliffen werden.

00:15:59: Das hört sich jetzt komisch an.

00:16:00: Also eigentlich heißt es halt nur abgerissen werden.

00:16:03: Jetzt hat man damals gesagt okay jetzt sind die ganzen friedenzpulwer magazine weg und wir haben extrem beengte Wohnverhältnisse.

00:16:09: Und weil in den Neunzehnundzwanzig hatten die Leute durchschnittlich etwa acht Quadratmeter Wohnraum pro Person.

00:16:15: Das ist jetzt nicht so viel, ne?

00:16:18: Große Mieskaserren waren also der Normalfall!

00:16:21: Jetzt hatte der genialen Gartenarchitekt Fritz Enke die Idee vom sozialen Grün und der Erschaffung eines Parks für alle Menschen quasi als Gartenersatz.

00:16:31: Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Parkanlagen eigentlich nur zum Flanieren da, ne?

00:16:35: Also die Rot-Volet ist da rumgelaufen und dann ein bisschen wird was ich in den zwanzig Jahren sind.

00:16:39: Die noch mit Stöckchen rum gelaufen um wie auch immer Und das war also nichts für die normalen Leute.

00:16:43: Enke entwarf also eine multifunktionale Parkanlage, eine Blumenanlage zum Flanieren, eine Sportanlage Weite grünen Flächen, die z.B.

00:16:51: für Picnic genutzt werden konnten.

00:16:53: Also der Bau eines wirklich echten Volksparks.

00:16:56: Ideale Voraussatzungen dafür lagen ehemaligen Polarmagazin.

00:17:00: Fritz.

00:17:01: Enke hat aber nicht nur den Volkspark geplant, er ist unter anderem auch Architekt des Vorwerksparks, des Blücherparks und des Beethoven-Parks.

00:17:10: Also wenn ihr heute im Sommer durch die utifüllten Parkanlagen Köln spaziert und euch der Chanel gleiche Duft von Gegrilltem entgegen weht, die Rauchschwaden aus den Kohlegrills bei Seite feschelt um den Müllbergen geschickt ausweicht dann seid dem Fritz dankbar dass er durch die grünen Lungen Kölns laufen dürfte.

00:17:29: Was für schöne Worte.

00:17:30: Tatsächlich war es wirklich so, man muss sich das mal überlegen.

00:17:32: der Versaia Vertrag legt fest alle Festungsbauwerke müssen geschliffen also abgebaut werden.

00:17:40: Das war natürlich ein bisschen schade eigentlich weil diese Gebäude konnte man durchaus einer zivilen Nutzung zuführen und deswegen gab's damals einen Bürgermeister.

00:17:49: der war sehr tüchtig hier in der Stadt.

00:17:50: das war niemand geringerer als Konrad Adenauer Und Konrad Andauer hat dann dafür gesorgt dass Einzelne von diesen Festungsbauwerken Alten geblieben sind, was es heute gar nichts mehr davon hätten.

00:18:01: Die sind dann zum Beispiel genutzt worden für die Stadtverwaltung, sie sind als Fuhrpark-Unterstellplatz genutzwert.

00:18:07: Das Voreins im Friedenspark ist ein Mensa der Universität gewesen.

00:18:13: also das war schon eine gute zivile Nutzung dieser entsprechenden Anlagen möglich.

00:18:17: deswegen sind die auch nicht alle abgerissen wurden.

00:18:20: anders war das bei dem Friedensbriller Magazin.

00:18:23: da brauchte nun wirklich kein Mensch mehr.

00:18:25: Und was dann Fritz Enke geschaffen hat, das ist unfassbar genial!

00:18:31: Weil dieser Mann hat erkannt die Leute leben im letzten Muff.

00:18:35: Wir müssen die mal da rausholen.

00:18:37: gleichzeitig gab es noch so eine Art Bildungsauftrag komme ich gleich noch zu.

00:18:41: und Dann hat Fritz enke dafür gesorgt dass sogenannte soziale grün zu bauen.

00:18:47: Soziales Grün heißt tatsächlich, wie der Frank eben gesagt hat.

00:18:50: Nicht dass man nur so ein bisschen flaniert an einem Sonntag einmal quer durch die Flora oder durch den Südpark sondern das man für die Menschen die in diesen muffigen Mietzkasernen leben, eine Ausgleichschaft können raus.

00:19:04: Und das war der Radarthaler Volkspark ein riesen Gelände mit Riesenwiesen.

00:19:08: da konnte man mehrere Fußballspiele gleichzeitig machen Mit entsprechenden Anlagen wo man sich auch so bisschen erholen konnte.

00:19:15: Da gab es kleine Ecken und Enden Die waren so bisschen gestaltet wie ein privater Garten mit Hecken da drin.

00:19:22: Da waren dann zwei Bänke und einen Tisch, da konnte man Picknick machen.

00:19:25: es gab und gibt heute noch den Brunnen-Tempel.

00:19:28: Da konnte man sich frisches Wasser holen und so konnte man so ein bisschen draußen das Leben genießen von ganz wo so eine andere Bedeutung war.

00:19:37: auch er hat diese alten Wallanlagen umgenutzt.

00:19:43: Es sind heute noch zweieinhalb von den Ballanlagen übrig.

00:19:47: Man kann das heute noch erkennen, dass Konzept was Fritz Enke damals hatte also da wo früher das Pulver gelagert worden ist in einer Ecke der sogenannte Reigenplatz Das es ein runder Platz terrasiert und in der Mitte konnte man halt dann Volkstenzer aufhören und draußen drum herum gucken und das ganze geschützt durch diesen Wall.

00:20:06: viel cooler allerdings ist tatsächlich noch der Freiluftlesesaal den er konzipiert hat.

00:20:12: Da war die Idee dahinter.

00:20:14: Wir nutzen diese Wallanlage, pflanzen da Platanen in die Mitte rein.

00:20:18: Die haben natürlich damals nicht gestanden als noch das Friedensprüfer-Magazin war und dann setzen wir da ein Kiosk hin.

00:20:24: Dieses Kioskt kann man sich Bücher und Zeitschriften leihen und kann dann da draußen sich so ein bisschen entspannt hinsetzen und lesen.

00:20:32: Das war die komplette Idee des sozialen Grüns.

00:20:35: Bombenidee aber leider nie so wirklich eingeschlagen.

00:20:39: Warum?

00:20:40: Mockten die Leute keine Chill-out Area damals?

00:20:43: Irgendwie mochten die Leute das nicht, weil der Problem war.

00:20:47: Der Radarthaler Volkspark so schöner war damals.

00:20:49: Der war am Ende der Welt!

00:20:51: Es war drumherum... kaum irgendwas.

00:20:53: Es gab keine Straßenbahnen, keine Padsbahnen kein Jahr nix dahin.

00:20:57: das heißt um da hinzukommen musste man sich irgendwie dahin bewegen.

00:21:00: und der Gölscher der in der Südstadt wohnt er bleibt doch ganz gerne in der südstadt.

00:21:04: der Jeter nicht so eine Russe.

00:21:06: und deswegen ist der Radar-Taller Volkspark leider nie so angenommen worden wie Fritz Enkel sich das vorgestellt hat was mal echt schade ist weil das Gelände ist toll.

00:21:15: wenn hier heute Der heißt ja mittlerweile Fritz Enke Park, euch das anguckt.

00:21:19: Dann seht ihr übrigens nur noch ungefähr ein Drittel von dem Park.

00:21:23: Die andere zwei Drittel sind weg und das ist unser nächstes Kapitel.

00:21:28: aber wir machen jetzt mal eine kurze kleine winzige Trinkpause.

00:21:34: Vielen Dank fürs Zuhören!

00:21:35: Und da wir natürlich absolut davon aussehen dass ich der Podcast gefallen habe folgt ihr jetzt natürlich auch bei Spotify und zusätzlich

00:21:43: Noch auf der Webseite des Kölnlotsen, köln-lotze.de oder bei dem ganzen Social Media Gedöns Instagram, Facebook und wie sie alle heißen überall einfach Kölnen lotzegucken dann findet ihr uns!

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