Das Köln Ding der Woche - Heimweh noh Kölle
Shownotes
Kölsche Tön & ihre Geschichte: Heimweh noh Kölle
Es ist DER kölsche Klassiker: Willi Ostermanns "Heimweh noh Kölle".
Und was hat gerade dieses Lied nicht alles erlebt:
- Von Ostermann nicht fertiggestellt,
- von den Nazis verboten,
- von den Kriegsgefangenen und den Vertriebenen geliebt,
- von vielen gecovert und
- eine „vergessene" Strophe“.
Die ganze Geschichte zu diesem Lied erzählen Frank und Uli euch in diesem "Köln-Ding der Woche".
Links
Kölsche Tön & ihre Geschichte: Heimweh noh Kölle https://www.koeln-lotse.de/2019/02/23/koelsche-toen-ihre-geschichte-heimweh-noh-koelle/
Er trifft dat kölsche Hätz: Willi Ostermann https://www.koeln-lotse.de/2019/01/20/er-trifft-dat-koelsche-haetz-willi-ostermann/
Bläck Fööss: Heimweh nach Köln (YouTube) https://www.youtube.com/watch?v=7I-68BXrqMQ
Die Produktion dieses Podcasts erfolgte durch YM Audio Productions. https://www.ym-productions.de/
Transkript anzeigen
00:00:11: Hallo Freunde des gediegenden Kölschen-Liedguts.
00:00:30: Heute zisselieren wir für Österreich die sentimentalste Hymne über Köln Auseinander.
00:00:37: Und wie sollte es auch anders sein, ist auch mein liebster und bereits jetzt heiße Tränenvergießender Uli wieder am Start.
00:00:45: Und um welche Hymne dreht es sich denn?
00:00:47: Mir gegenüber sitzt der kölscheste aller Kölschen Frank und natürlich geht's um das kölcheste aller kölschen Lieder von Willi Ostermann In Köln.
00:00:59: am Ringen bin ich je bohre, ich han und dat lüt mir im Sinn.
00:01:03: Mein Muttersprach noch nicht verlore.
00:01:06: Dat is jetzt wo ich stolz troppin' Und spätestens jetzt haben die ersten Kölschen schon eine kleine Träne Im linken Augenwinkel.
00:01:16: Kölscher wird's glaube ich in unserem gesamten Podcast leben.
00:01:20: Nicht mehr als mit dieser Urkölschenhimmne, die da heißt Haimwe Norkölle.
00:01:25: Übrigens die meisten Kölschen denken das ganze Lied würde zuvor es Norkölion heißen.
00:01:30: heisst es nicht sondern der offizielle Titel des Liedes heißt haimwe norköle und eine kölche Veranstaltung.
00:01:38: egal was ist ohne dieses Lied geht nicht.
00:01:41: Ich glaub dass is auch von dem von einem kölschischen Stadtrat verboten, dass man irgendwas macht ohne dieses Lied zu spielen.
00:01:48: Das geht überhaupt nicht!
00:01:50: Dieses Lied ist so uhrkölsch, das es einfach zu jeder Veranstaltung dazugehört.
00:01:56: Es ist ehrlicherweise auch vollkommen egal ob du zum Beispiel auf einer Karneval sitzt und bist.
00:02:00: Brings hat gerade mich bedurr der Kölscher jung den ganzen Saal zum Kochen gebracht die nächste Kapelle fehlt.
00:02:07: also muss die Saalkapelle ein bisschen das überbrücken und dann stimmen sie an.
00:02:13: Ich möchte zuvor noch Gölleon, also Heimweh-Norgölle vom Ostermann.
00:02:17: Alle werden sentimental setzen sich hin, reiben sich verlegen die Tränchen aus dem Auge, liegen sich im Arm.
00:02:22: als nächstes kommen dann die Colibris mit Hände zum Himmel.
00:02:25: alles wieder vergessen!
00:02:26: Die Gölchen steigen auf den Tisch und es ist ihnen vollkommen egal.
00:02:34: Ja, also ich würde sagen schon bei der U-Aufführung hat er ein oder andere sich mit absoluter Sicherheit den Trennchen verdrückt.
00:02:39: Weil das war nämlich zur Beerdigung von Willi Ostermann am zehnten Augusten neunzehnhundertsechsunddreißig.
00:02:45: Osterman hatte das Lied zu Lebzeiten nicht mehr fertigstellen können.
00:02:49: Geschrieben hatte Osterman den Text des Refrain und die ersten Strophen bereits im Krankenbett kurz vor seinem Tod und stellte sie seinem Freund und Karnevalisten Thomas Leeson vor.
00:03:00: Eine durchaus umstrittene Figur, aber das ist jetzt hier nebensächlich.
00:03:04: Okay also Leesom erzählte später dass er das Lied von Ostermann dann fertig gestellt hätte und hat aber auch nie verraten wie viel er denn da selber getan hat, wie auch immer ist auch im Endeffekt völlig egal.
00:03:16: auf jeden Fall hat er bei der Beerdigung das Liet beziehungsweise den Referent des ersten Mal Gesungen.
00:03:24: Noch im gleichen Jahr wurde eine Platte mit dem Lied herausgegeben und war ein absolut voller Erfolg, das Honorar von immerhin neuntausend Reichsmarkt.
00:03:30: Das sind ungefähr zwei durchschnittliche Jahreseinkommen im Jahre nineteenhundert.
00:03:35: sechsundrissig Stiftete ließ ihm als Grundstock für einen Ostermann-Denkmal.
00:03:40: Aber was des Menschen an den Sechzien sieht?
00:03:43: Dat geht den Nazis meistens am Arsch vorbei und ist verdienen Ärgernis Denn!
00:03:47: Was haben die Machthaber im dritten Reich mit dem liedchen Macht lieber
00:03:50: Uli?
00:03:51: Die Kölchen waren überall in alle Haargottsecken verstreut.
00:03:56: Köln hatte, neununddreißig, siebenhundertfünfzigtausend Einwohner.
00:04:01: Zur Stunde Null, neunsundvierzig waren das noch vierzigtaussend!
00:04:05: Die Kölschen sind nicht alle beim Bombenhagel umgekommen, zwanzigtausend Bombentote hatten wir.
00:04:09: Aber die ganzen Kölchens sind irgendwo hinverfrachtet worden damit sie dem Bombenkrieg aus dem Weg gehen können und in dieser Stadt die zu achtzig Prozent zerstört war konnte man auch nicht mehr leben.
00:04:19: im übrigen also waren die Kölchen in Thüringen in Bayern in was weiß ich überall noch verstreut Und zusätzlich gab es noch die Soldaten.
00:04:27: Die Soldaten lagen entweder an der Front oder waren in Kriegsgefangenschaft und die hatten alle at Eramedir.
00:04:32: Was ist At Ermedir?
00:04:34: Ja, Heimweh leit ums Herz.
00:04:39: Die waren traurig und dieses Lied war der Ausdruck des Heimweh gefühlt.
00:04:45: Das heißt nicht nur die Soldaten an der Front sondern auch die, die in irgendwelchen Kinderlandverschickungen den Thüringen gesessen haben.
00:04:54: Die haben dieses Liet gespielt.
00:04:56: ich habe mal einen alten Feldpostbrief gefunden.
00:04:58: da stand dann drin das ein Soldat sich die Gitarre genommen hat, in einem Kriegsgefangenen Lager und hat angefangen dieses Lied zu spielen.
00:05:05: alle hatten Tränen in den Augen.
00:05:06: Ihr müsst euch vorstellen das sind junge Männer, die sind in den Krieg geschickt worden nicht ganz freiwillig und mussten auf einmal an den Kriegs gefangenschaft erleben weit weg von der Stadt die sie eigentlich so sehr lieben Und dass er dazu geführt dass dieses Lied so zur Heimweh-Hymne geworden ist.
00:05:22: Nicht nur der Gölschen, nicht nur der Rheinländer grundsätzlich!
00:05:25: Das hat alle Grenzen quasi gesprengt und alle haben mit diesem Lied ihre Sehnsucht ausgedrückt nach Hause zu kommen.
00:05:33: Und das hat den Nazis ganz besonders missvollen.
00:05:36: Ja, das kann man auch gut nachvollziehen weil im Refrain heißt es ja wenn ich so an mich heimat denke und sind da dumm?
00:05:43: So fühle mir stonnen Mösch ich direkt ob heben anschwenke Ich mösche zu Fuß na Kölliger.
00:05:48: Das hat den Nazis so sehr gestunken, dass sie das Lied schlichtweg verboten haben weil es Wehrkraft zersetzen sei.
00:05:58: Also durfte dieses Lied bis zu befreien nicht mehr gespielt werden.
00:06:05: Danach wurde es aber umso öfters gespielt Und auch bis heute gehört dieses Lied zum absoluten Repertoire eines jeden kölschischen Musikers.
00:06:12: Also ich sage mal, das wird von jedem rauf und runter gecovert, bis der Arzt kommt!
00:06:19: Hier gibt es mal eine kleine Auswahl die der Uli Denkenswerterweise einmal zusammengestellt hat mit minder gelungenen Interpretationen aber auch mit sagen wir mal sehr schönen Interpretations.
00:06:28: Einmal hat das Lied zusammen BAP und Hans Süper gesungen Der kölschische Tenor Tino Seelbach, den werden jetzt nicht so viele kennen.
00:06:36: Aber kann man ja mal googeln.
00:06:37: Willi Schneider ist übrigens aus dem Jahr neunundachtzig mit Vier und Achtzig Jahren verstorben.
00:06:42: natürlich die Black Föess wie soll das anders sein?
00:06:44: Et Climpermännchen Darkingsize Dick eine klassische Version leadet von Norbert Konradz Und es gibt eine, sagen wir mal mehr als merkwürdige Version von Lotti Kregel.
00:06:55: Die ist irgendwie so ein bisschen komisch.
00:06:56: Und hier zeigt sich stark dieses Lied ist selbst Lotti-Kräg ladet wird kapott.
00:07:01: Aber für uns die schönste Version ist der Klassiker von Tommy Engel auf dem Album Dat Kölsche Songbook.
00:07:07: Das gibt mittlerweile übrigens auch Spotify zu hören.
00:07:10: also wer Spotify hat kann sich das jetzt hören.
00:07:12: er muss sich nicht wieder
00:07:13: in den
00:07:13: CD kaufen.
00:07:14: aber wenn er dann das hat ist schön Er soll das Lied einfach mal reintun.
00:07:18: Wir
00:07:18: packen den Link auch in die Show notes
00:07:19: rein.
00:07:20: Genau.
00:07:21: Da gibt es aber auch ein ganz kleines, feines Geheimnis zu diesem Lied.
00:07:28: Tatsächlich singen wir heute drei Strophen dieses Liedes.
00:07:35: Eigentlich gab es aber und wenn man in den originalen Notenhäften der Ostermann-Lieder nachguckt, gab's vier Strophen.
00:07:42: Und eine Strophe, die wollen wir mal sagen, war strammnational... Die zweite Strophe lautete nämlich, ich hatt so oft vom Ring gesungen und von unserem schönen deutsche Strom, so deutsch wie mein Leder hey Klunge!
00:07:56: Deutsch blieb Köln mit singem Dom.
00:07:58: Gut, das ist jetzt schon ein bisschen angebreuen... Ja aber
00:08:02: es ist einmal deutsch zu viel
00:08:03: ne?
00:08:03: Es ist vielleicht mindestens einmal deutscht soviel und diese Strophe findet sich nirgendwo auf dem Platten nicht auch auf den ganzen Cover-Versionen nicht und sonst was?
00:08:13: Aber in den Partituren und Liedsätteln finden wir das.
00:08:16: Ich habe da mal die Ostermann-Gesellschaft angerufen und hab gefragt bei der Pressesprecherin Petra Sippel Und PetraSippel sagte mir wortwörtlich ich zitiere Vom Arrangement gibt es drei verschiedene Versionen.
00:08:29: Der Text ist aber gleich, und es besteht eben aus den bekannten vier Strophen.
00:08:34: Warum nun gerade die zweite Strophe?
00:08:35: Dass es die, die unter Tisch gefallen ist, wenig gesungen wird – erschließt sich uns nicht!
00:08:41: Vielleicht liegt es daran dass auf dem alten Shellac-Platten nur ein begrenzter Text gesungen und deshalb das ganze Lied nicht aufgenommen werden konnte... keinen Tonträger auf dem alle vier Strophen gesungen werden.
00:08:53: Naja, sagen wir mal so uns erschließt es sich schon.
00:08:56: Es ist jetzt mehr Deutsch als
00:08:58: Kölsch.
00:08:59: Ja vor allem weil das die zweite Strophe.
00:09:01: Das ist die zweite Strophe.
00:09:02: Ja, das sage
00:09:02: ich auch klug wenn die Schellakplatte dann sagt ne die zweite strophe ist mir dann das mit so langen...
00:09:07: Dann ist er wieder passend auf die Schallakplatt drauf.
00:09:10: nicht der so.
00:09:11: trotz.
00:09:11: also dieses lied ist un kaputtbar dass es urkölsch und ich hatte die situation und die werde ich mein lebtag nicht vergessen.
00:09:17: Ich war mit einer gruppe am oestermannplatz Und je nachdem wie die Gruppe so drauf ist erzähle ich den auch diese geschichte von diesem lied und spielt vielleicht auch vor.
00:09:24: und dann kam auf einmal so ein typ aus dem orf raus und stellte sich dahin einen riesen bär Meter groß und hörte sehr aufmerksam zu, mich das immer mache aber in den Stadtführer und dachte komm ruhig näher kannst du zuhören.
00:09:36: und so naja er kennt das Lied.
00:09:38: Wir waren kaum fertig mit der Erklärung kamen da auf mich zu knöpfte sein Hemd auf und zeigte mir seine nackte Brust!
00:09:45: Auf dieser nackten Brust war der Raffin des Lides tätowiert Über die ganze Brust, wenn ich so Arnming Heimat denke und so weiter.
00:09:57: Und ihr könnt euch vorstellen ein bisschen Angst hat dich schon.
00:10:00: aber Ich war auch etwas fasziniert.
00:10:02: das war eine Mischung aus beidem.
00:10:03: ja also ich glaube auch der voll tätowierte Kollege Der fängt immer an zu griechen wenn dat lied läuft ne?
00:10:11: Also du machst die Musik an Dat Lied läuft zack an Grieche.
00:10:15: Also, das klappt immer und dann ist egal in welcher Version.
00:10:18: Spätestens wenn die Textzeile kommt und nur ich vom Himmeltpölzje der N.C.-Openingvater statt, weil stelle ich noch der Bovehnsahre wie jenisch dich Michölle hat.
00:10:29: Da holt auch der Oliwin-Krieg-Puppe – und dat will wat heißen!
00:10:33: Und deswegen ist dieses Lied auf Platz zwei der gölltschen Lieder, die auf Beerdigungen geschrieben gespielt werden?
00:10:40: Weil Platz eins ist natürlich ...
00:10:42: Niemals geht man so ganz von Trude
00:10:44: her.
00:10:45: In diesem Sinne würde ich sagen, verdrückt euch ruhig mal ein Tränchen und malet Jod.
00:10:50: Vielen vielen Dank für's Zugehört habt und denkt dran in Gölge am Ringen wenn ich ihr bohre.
00:10:56: Malet jod bis demnächst!
00:11:00: Vielen dank fürs zuhören.
00:11:01: und da wir ja natürlich absolut davon aussehen dass euch der Podcast gefallen hat folgt ihr jetzt auch bei Spotify und mit zusätzlich
00:11:09: Noch auf der Webseite des Kölnlotsen, köln-lotze.de oder bei dem ganzen Social Media Gedöns Instagram, Facebook und wie sie alle heißen überall einfach KölNLotze gucken dann findet ihr uns!
Neuer Kommentar