Das Köln Ding der Woche - Der Duffesbach

Shownotes

Der Duffesbach & der Kölner Wasserkrieg

Die Kölner Innenstadt ist voller Bäche: Blaubach, Rothgerberbach, Mühlenbach oder auch der Weidenbach. Dabei handelt es sich eigentlich nur um einen einzigen Bach mit vielen Namen: Der Duffesbach. Dieses Gewässer verläuft heute fast ausschließlich unterirdisch.

Der Wasser des Duffesbachs war 1560 zwischen den Hürthern und den Kölnern so umstritten, dass es zum "Kölner Wasserkrieg" kam. Warum dieser Streit um einen kleinen Bach europaweit Wellen geschlagen, erzählen Frank und Uli euch in diesem Köln-Ding der Woche.

Und ja - der Frank hat sich mit den Einheiten mächtig verhauen. Er spricht von Kubikmetern, meint aber Kubikkilometer. Kann schon mal passieren!**

Links:

Der Duffesbach – ja wo ist er denn? https://www.koeln-lotse.de/2020/04/25/der-duffesbach-ja-wo-ist-er-denn/

Der Kölner Wasserkrieg: Streit um den Duffesbach https://www.koeln-lotse.de/2020/05/09/der-koelner-wasserkrieg-streit-um-den-duffesbach/

Die Produktion dieses Podcasts erfolgte durch YM Audio Productions. https://www.ym-productions.de/

Transkript anzeigen

00:00:11: Hallo zusammen, es ist wieder Podcast Tag und mir sitzt heute der mit nächtlichem Wasser lassen geplagte liebe Uli gegenüber.

00:00:36: Mir gegenüber sitzt Frank Der Bademeister aus Zollstock

00:00:40: Und heute sprechen wir über den epischen Streit um den Duffesbach und dabei geht es um die wertvollste flüssige Ressource auf der Erde.

00:00:50: Es gibt auf der Erde ca.

00:01:02: Zugänglich sind für den Menschen aber nur Null, drei Prozent davon.

00:01:06: Denn ein Großteil des Süßwassers ist in der Arktis bzw.

00:01:09: der Antarctis in Gletschern gebunden.

00:01:13: Die gesamte Wassermenge kann aber gar nicht aufgebraucht werden weil wir ja einen Kreislaufer haben.

00:01:19: Aber jetzt wird es kompliziert, aber für unsere Hochintelligenten höre überhaupt kein Problem.

00:01:23: für uns beide würde schwierig.

00:01:25: Die Menge des nutzbaren Wasser verringert sich aber trotzdem, da in vielen Regionen die Wasservorräte stärker genutzt werden als verträglich.

00:01:32: Folge weltweit ein Drittel der Grundwassersysteme ist bedroht und wer jetzt noch wach ist und nicht eingeschlafen ist und dran geblieben ist den klärt er Uli jetzt auf.

00:01:41: was hat denn alles mit dem Duffesbach zu tun

00:01:43: hat?

00:01:44: Das war jetzt eine ganz große Bild.

00:01:45: ich komme mal mit der Gölschenecke um die Ecke.

00:01:49: Wir haben in Göln die Bäche.

00:01:51: Die Bäche sind sowas wie der Blaubach, Rotgabberbach Mühlenbach Weidenbach und natürlich der Duffesbach.

00:01:57: Also eigentlich haben wir ganz Göln voller Bäche Und deswegen spricht man von der ganzen Ecke auch nur von den Bächen.

00:02:04: Aber was ist das jetzt mit diesen Bächen?

00:02:06: Wenn man da mal genauer reinguckt haben wir in Gölln links reinig tatsächlich nur einen einzigen Bach der den Rhein erreicht.

00:02:13: Das ist der Doffesbach Der Durfesbach, der kommt aus der Ecke hier.

00:02:20: Hürt-Hürtt-Knapsack läuft dann von da aus Richtung Köln.

00:02:27: Ist allerdings eher, naja sagen wir mal Bach ist schon ein bisschen groß gesagt.

00:02:31: Ein Rennsaal könnte man eher sagen und der wird auch dann in Köln unterirdisch geführt.

00:02:37: Kurios ist wer das Wasserschloss auf der Luxemburger Straße kennt?

00:02:40: Das weiß haus dessen Wassergraben drum herum wird vom Duftesbach gespeist und fließt wieder ab aber dann wieder alles unterirdig bis der irgendwann ungefähr in der Höhe der Malzmühle hier in der Altstadt dann in den Rhein mündet, aber da sieht man auch nicht viel.

00:02:57: Da kommt eigentlich nur so ein Rohr hinten raus.

00:03:00: Das ist ja die ganze Duffesbach-Geschichte.

00:03:03: allerdings hatte früher eine ganz andere Bedeutung als heute.

00:03:08: Ja also der Bach entspringt den Hürt.

00:03:10: knapsack ist vollkommen richtig und versickerte dann in Köln Zollstock.

00:03:14: Aber die Römer werden sonst verlängerten dem Bachlauf entlang der Stadtmauer bis zum Rhein.

00:03:20: Und im Mittelalter nutzten den Bach Gerber und Färber, Bauern und Bewässer die Felder mit seinem Wasser.

00:03:28: Damals genauso wie heute gibt es für alles irgendwelche Meister und schon ab drei Jahrzehnt zwanzig gab es einen sogenannten städtischen Bachmeister.

00:03:37: Der hatte die Aufgabe für eine ausreichende Menge Wasser im Duffesbach zu sorgen, liebe Uli!

00:03:45: Ja, aber das war schon eine höhere Aufgabe weil das Wasser des Duftes Bachs war halt heiß umkämpft.

00:03:51: Der entsprang ja schließlich in Hürt und die Hürte Bauern haben einfach so viel Wasser abgetzweicht dass sie damit die Felder bewässern konnten sodat hier im Kölner eigentlich nicht mehr allzuviel ankam.

00:03:59: und die Ferber und Gerber hier Rotgerberbach Weidmark etc.. Die hatten nicht mehr genug Wasser um arbeiten zu können sah nach Ärger aus.

00:04:10: Eine erste Einigung über die Wassernutzung, wenn wir das mal so nennen, mit den verschiedenen Grundeigentümern am Verlauf des Bachs gab es bereits Dreizehn-Einundzwanzig.

00:04:19: Diese Einigung bestand darin dass die Grundegentümer in Hürt also da wo ein Scher kam immer nur Samstas und Sonntags das Wasser vom Duftesbach der in Hirt Hürter Bach hieß Nutzendurften.

00:04:31: So wurde also sichergestellt, dass Werktags die Kölner Handwerker genügend Wasser haben und am Wochenende durften dann auch in die Bohre ein bisschen kapis befeuchten oder wie auch immer.

00:04:40: Diese Vereinbarung hielt Mehr als zweihundert Jahre, man soll es kaum glauben.

00:04:45: Und es gab immer nur kleinere eher unbedeutete, unbedeutendere schwieriges Wortreibereien zwischen Hürt und Köln wegen des Wassers.

00:04:54: Doch im heißen Sommer fünfundsechzig nutzten die Hürte auch unter der Woche das Wasser mit der Folge dass die Kölner Handwerke auf einmal kein Wasser mehr hatten ist ja nun ein Bechtlein.

00:05:03: Zur Klärung machte sich der Kölners Bachmeister Abordnung auf dem Weg nach Hürt.

00:05:08: Dort wurden die Kölner allerdings nicht besonders nett empfangen, sondern der Hüter.

00:05:13: schuld heißt Damian Bell von Eferen mit einer Horde Bauern, also ähnlich wie heute vielleicht, ne?

00:05:25: Würd ich jetzt nicht so sagen.

00:05:25: Ist egal!

00:05:26: Mit einer Hordemissgabel und Knüppel bewaffnet liefen auf die zu und haben sie in die Flucht geschlagen.

00:05:32: Das war natürlich für die stolze Reichsstadt gehörende Dinge der Unmöglichkeit, sich von so ein paar Bure aus dem Land wegen dem Wasser da wegprügeln lassen.

00:05:43: Also wurde mal eben hier eine kleine Armee aufgestellt.

00:05:48: Tausend Mann die Streit macht bewaffnete sich.

00:05:51: man zog nach Hürt und wollte den Bauern mal zeigen wo allerdings jetzt hier der Hammer hängt.

00:05:59: Das nennt man heute den Kölner Wasserkrieg, wobei so richtig ne Schlacht gab's eigentlich nicht.

00:06:05: Der Freiherr Wieser-Schuld heißt Damian Bell von Erferren.

00:06:09: der wurde gefangen genommen in den Kerker geworfen und damit hätte eigentlich alles gut sein können wenn denn nicht was passiert wäre.

00:06:19: Ja die haben sich jetzt überlegt auch das mit den tausend Leuten und Missgaben ist alles doof.

00:06:24: ich schalte mal einfach den Anwalt ein also Advokat rausgeholt, Anwalt angerufen und los geht's.

00:06:31: Kern das Problem war allerdings weniger der Tatbestand des Wasserdiefstads sondern viel mehr.

00:06:36: welches Gericht war denn überhaupt für den Quatsch zuständig?

00:06:39: Also Köln als Reichstadt wollte den Streit von dem Reichskammergericht bringen.

00:06:44: Die Hürter hingegen unterstanden dem Herzogen von Brabant und wollten direkt nach Brüssel.

00:06:49: also ist sowieso heute so ich geh vor Säugeherr nach brüssel oder wie das Ding heißt.

00:06:53: also ich sage mal es ist extrem eskaliert und schon zog der Kölner Wasserkrieg ein vorher nicht absehbare Wellen nach sich.

00:07:01: Die Argumentation der Hürter, Dabraban dem spanischen Königunterstand könne nur dieser als Gerichtsbarkeit anerkannt werden.

00:07:12: Die Kölners wiederum berufen sich auf Kaiser Ferdinand I., Kaiser des heiligen Römischen Reiches und Römisch Deutscher König, der jeden anderen Gericht stand als das Reichskammergericht schlichtweg ablehnte.

00:07:24: Wie lang dauerte das denn?

00:07:26: Der ganze Spielchen dauert an fünfzig Jahre.

00:07:29: Kurioserweise war er sich gar nicht irgendwie um die Sache am Zanken, sondern nur wer ist jetzt eigentlich zuständig?

00:07:35: Man zangte sich wirklich fünfzig jahrelang um die Zuständigkeit.

00:07:38: Wer darf hier eigentlich entscheiden?

00:07:41: ungefähr fünfzig Jahre waren soweit.

00:07:43: Sechzehnhundertsebzehn kam es zu einer Einigung und jetzt diese Einigung erinnert uns an eine Einigung, die es bereits drei hunderte Jahre vorher gab.

00:07:50: Die war nämlich relativ einfach.

00:07:52: Die Hürter nutzen das Wasser unter der Woche am Wochenende und die Kölschen unter der Woche und fertig!

00:07:59: Und das war dieser Schiedsspruch.

00:08:01: Das hätte man in der Tat einfacher haben können.

00:08:04: Ja, einfach ist manchmal einfach... im laufe der jahre hat die bedeutung des baches allerdings extrem stark abgenommen.

00:08:12: heute ist er auf einen seien ganzen seinem gesamten verlauf kanalisiert und zu großen teilen durch unterirdische rohrleitung geführt.

00:08:20: in kölner stadtgebiet fließt er ab der a four südlich der berndratter straß in syls lediglich um die six hundert meter an der freien luft.

00:08:30: der Naturschutzbund schreibt, finde ich übrigens eine sehr lustige Umschreibung.

00:08:35: Der Duffesbach ist ein sehr naturfärmer Bach also mit Natur eigentlich ja nichts zu tun, der keinerlei Erlebnischarakter aufweist und nicht von der Bevölkerung wahrgenommen wird.

00:08:47: aber wie auch immer Der Duffelsbach ist Stadtgeschichte und selbst Zilschir, also das differteste Wäntchen hat im Jahr neunundfünfzig den Bach mit dem Stück der Kampf um der Doffelsbach ein Denkmal gesetzt.

00:08:59: Denn nichts ist wichtiger wie das Wasser von Köln!

00:09:03: Und dat is Jot!

00:09:07: Ja tschüss, eine schöne Gruß an die Füße.

00:09:09: Vielen Dank, bleibt uns gewogen trinkt mehr Wasser als

00:09:12: wir.

00:09:13: Vielen dank fürs zuhören.

00:09:14: Und da wir ja natürlich absolut davon aussehen, dass ihr euch der Podcast gefallen habt, folgt ihr jetzt auch bei Spotify und zusätzlich

00:09:22: noch auf der Webseite des Kölnlotsen, köln-lotze.de oder bei dem ganzen Social Media Gedönens Instagram, Facebook und diese alle heißen überall einfach Kölnenlozegucken dann findet ihr uns!

Kommentare (2)

Heinz Peter Welter

Dear Sir(s). I'd forgotten you to tell the name of the one creek mill called 'Lowenmühle' of the Duffesbach in Efferen. Best wishes (auch ohne Tränen :)) H.P.Welter

Heinz Peter Welter

Ich kenne als echter Land-Alt-Hürther-Stadt Kölner die historisch belegten Geschichte(n) vom im 'Tuffstein' gefassten Bach, angefangen von 'de sibbe(sebbe) Sprüng' des Duffesbaches im ehem. Villewald/Knapsack (engl. Rucksack), wo 1588 Alt-Hürther wegen der dort herrschenden Pest (bis 1600) 'beym Waldbruder' den Ort dort wegen des frischen Quellwassers gegründet hatten. 'Herr'lichkeiten: KNAPSACK (das letzte Original aus dem ehem. Alt-Knapsack (Umsiedlung nach Hürth-Mitte bis 1966) war übrigens Hubert Nagel ('Nääls Hubäät') Der Ort zugehörig zu KURKÖLN (wie Hürth-Alstädten, kommen ursprünglich die 'Welters' her) Residenz Landesburg Erftst. Lechenich - Eigenname 'De Rohmdräjer' (für Abraum(boden'rahm'schicht)träger - nicht für Rahmenträger! ALT-HÜRTH (als Exklave ehem. zugehörig über die Burgherrn von Wolffen/Tzerklaes Verwandschaft mit kath. Liga Feldmarschall Tilly - Haus Brabant zu Valkenburg/Geul (Provincie LIMBURG, Niederlande) Mühlen dort bachabwärts: Tal- oder Schollsmühle, Horster'Hooschte Möll', später Metternichsmühle (einst ca. 50 mtr. hinter meinem Haus), Kohlhaasmühle, dann an der Ortsgrenze die Hammermannsmühle. Eigenname: 'De Döppesmaiche' für die (Ton)Töpfemacher, die Alstädter 'De Lehmrührer' -Lehmschichtrührer - liegen etwas tiefer! :)-. HERMÜLHEIM 'Herrenmühlenheim' - u.a. mit Herren des rheinischen Landadels Haus Metternich zur freien Deutschherrenordensresidenz KOBLENZ (kölsch 'Kovvelenz, rheinfränkich 'Kob(b)elenz') zugehörig Deutschherrenmühle (zuletzt Gaststätte an der Ecke (Lux/Bonnstr.), Reifferscheid(t)'s Mühle (Gelände seit den 50ern die Nibelungensiedlung links hinter P+R Kiebitzweg) EFFEREN gehörte - wie Fischenich Mit Stotzheim!) zum ehem. Herzogtum JÜLICH'Julier'-BERG mit zu seinem Burg-Graf/seinen Grafen. Eigenname: 'De Windbüggele', -auf keinen Fall wie ein bäuerliches 'Wöngkbüggele'- wegen einerseits halt nah mit dem stolzen Stadtkölner Einfluss behaftet, eigentlich aber wegen der ehem. Bockwindmühle an der Ecke Lux/Kaulard'Kuhlert'straße stehend, wo heute der Lidlmarkt ist. Diese steht s. Wikipedia heute als 'Düppelsmühle' (seit 2014 wegen Unwetter zerstört) noch in Titz/Erkelenz. APROPOS KÖLLE: Eeeztens/Eeschdens/Ierzdens/Ierstens/Ierschdens = Erstens in div. kölschen Varianten: Dä 'Eijelstein' üvrijens kütt vum einjekölschten französisch, der 'Porte d'aigle', also der römischen 'Adler'pforte, wörtlich englisch eijentlich ;)- dem 'Eaglestone' der Kolonie Cologne/Colonia. Zweitens: Die Jungferninseln (Virgin Islands, Iles de Virgines, ...) sind benannt nach städtischem Auftrag für die zweite Entdeckungstour an Christoph Columbus (aber noch ohne Bus :)) zu Ehren einer Stadtheiligen, nämlich der heiligen Ursula (dä hillijen Ooschel) und den 11000 Jungfrauen( ich sare Bejleiterinnen)! Weiteres evtl. je nach dem un by the way. Maat et joot- ich schwenk nu d'r Hoot. Ne schöne, Wieße Sunndag...! Hinrich Pitter Welter uss Hürth/Kölle (jeboore/jeborre 1961 en Lindenthal ( uss 'Löngk - ne 'Lönker' Jong und vormals och Effere(n), lat. für hinaustragen, entfernen = der nach röm. Recht 3-Meilen-Begräbnisstätte vor der Stadtmauer! Ming Motter wor am 10.04.1936 jeboore em Vringsklüsterche!!!

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