Das Köln Ding der Woche - Aufstand in der Elsaßstrasse
Shownotes
Köln-Ding der Woche: Die Elsaßstraße wehrt sich gegen Nazis
„Nachttöpfe auf sowieso schon braune Köpfe.“, so der ehemalige Südstadt-Pfarrer Hans Mörtter zur Schlacht in der Elsaßstraße, welche sich am 3. März 1933 zugetragen hat.
Damals haben die mutigen Bewohner der Kölner Südstadt einen Fackelzug der SA mit allem beworfen, was sie in den Haushalten in die Finger bekommen haben, darunter auch gut gefüllte Nachttöpfe.
In diesem Köln-Ding der Woche sprechen Frank und Uli über den mutigen Einsatz der Nachbarschaft in der Elsaßstraße.
Links:
Am 3. März 1933: Die Elsaßstraße wehrt sich gegen Nazis https://www.koeln-lotse.de/2021/02/27/die-schlacht-in-der-elsassstrasse-am-3-3- 1933/
Die Produktion dieses Podcasts erfolgte durch YM Audio Productions. https://www.ym-productions.de/
Transkript anzeigen
00:00:11: Hallo zusammen!
00:00:29: Wieder begrüßen wir euch zu einer neuen Folge vom Kölnding der Woche und mir gegenüber sitzt mein Kollege, der liebe Uli.
00:00:35: Mir gegenüber sitzt der Frank und wir haben euch heute eine tatsächlich ruhenreiche Geschichte aus der langen Geschichte unserer Stadt mitgebracht.
00:00:43: Und zwar, eine Geschichte vom dritten März.
00:00:47: Ja, eine kurze Einordnung!
00:00:49: Die Reichstagswahlen im September.
00:00:52: Bedeuteten für die NSDAP einen absoluter Erdrutschsieg.
00:00:56: Ihres Stimmanteils stieg in Köln im Vergleich zur letzten Reichstagswahl, von der Nr.feier und Viertel.
00:01:01: Da waren sie noch eine kleine Splitterpartei, da wo Sie eigentlich auch hingehören.
00:01:05: Auf siebzehn Prozent reichsweit hieß das damals auf achtzehn-kommer drei Prozent.
00:01:12: Die Organisation der Kölner NSDAP wurde kräftig ausgebaut.
00:01:16: Ihre seit dem zehnten Mai-Vierundzwanzig veröffentlichte Propaganda Zeitung Westdeutscher Beobachter erschien ab als Tageszeitung und die Zahl der Mitglieder wuchs auf rund dreitausend an.
00:01:27: Die Nebenorganisationen entwickelten sich, Aufmärche und Großveranstaltung mit prominenten Parteigrößen wurden durchgeführt.
00:01:35: alleine.
00:01:35: Mit Hitler fanden in Köln bis Anfang dreiunddreißig fünf Großkundgebungen statt Und je größer die Partei wurde, desto größer und üppiger wurden die Geschäftsstellen.
00:01:45: Somit war sie in den Köln organisatorisch in der Lage ohne nennenswerte Probleme die Macht in der Stadt zu übernehmen.
00:01:52: Leider waren sich auch damals noch aktive Parteien nicht grün allen voran die SPD und die KPD und verpassten eine gemeinsame Strategie zur Bekämpfung der NSDAP.
00:02:02: Aber was genau geschah denn am dritten März?
00:02:07: Die USA, die Sturmabteilung der Nationalsozialisten wollte ein Zeichen setzen und ist tatsächlich quer über die Elsersstraße marschiert und hat einen Fackelzug veranstaltet.
00:02:21: Dass man sich die Elserstraße ausgesucht hatte... hoch zur kleine Straße in der Kölner Südstadt, die von der Bonner Straße abgeht.
00:02:28: Das war eigentlich kein Zufall denn genau diese Ecke war das Arbeiterviertel da war das Arbeitermilieu unterwegs Da lebten Lück mit nicht allzu viel Geld und da waren die Kommunisten ganz stark vertreten.
00:02:41: Und die SA wollte ganz gezielt diesen Schlachmenschen provozieren.
00:02:47: und so sind sie mit ihrem Fackeln aufmarschiert und wollten ihre braune Macht markieren.
00:02:55: Ja, es war nicht verwunderlich wie gesagt dass sie sich ausgerechnet die Elsa Straße ausgesucht haben.
00:03:01: Sie haben allerdings nicht mit der Wehrhaftigkeit der Nachbarschaft gerechnet denn aus allen Fenstern und Türen und wie auch immer gab es riesen Theater für die Nazis die da aufmarschierten.
00:03:14: Es wurden Töpfe runtergeworfen, Nachttöpfer untergeworven, Flaschen und Stühle was auch immer.
00:03:21: Und die Nazis mussten klein beigeben und sich zurückziehen.
00:03:24: Besonders schön das was da oben rausgeflogen ist.
00:03:28: viele von den Nachtköpfen hatten noch den braunen Inhalt der sich über die braune Mächtige an Herren Menschen da ergossen hat.
00:03:35: Was mir wiederum schon ganz gut gefällt.
00:03:37: aber tatsächlich Dieser eigentlich als Triumphmarsch geplante Aufmarsche der SA wurde zum Desaster, die mussten sich kacke beschmehrt zurückziehen.
00:03:47: Bis hierhin wäre alles gut gewesen.
00:03:49: Allerdings war er Sieg nur von kurzer Dauer denn die Bewohner der Esserstraße mussten das leider teuer bezahlen.
00:03:56: Die herbeigerufene Polizei regelte den kompletten Straßenzug für insgesamt drei Tage vollständig ab.
00:04:02: Die Wohnungen wurden durchsucht, es wurde alles auseinandergerissen und klabüstert.
00:04:06: Und die SA-Truppen als Hilfspolizisten gingen dabei brutal mit Menschen unmobiliar um.
00:04:12: das Ergebnis waren verfüßte Wohnung und siebzig Festnahmen und mit Sicherheit auch Folterung waren dabei.
00:04:18: wir haben jetzt zwei Aussagen von Überlieferung von Zeitzeugen zum einen genau zum dritten März dreiunddreißig und der andere sage ich mal eher so drum herum.
00:04:30: Beginn mal der Zeitzeuge.
00:04:31: Franz Lottner sagt.
00:04:33: Ich kam mit meiner Mutter aus den Kolonialen Waren Laden, da hörten wir Marschmusik in unserer Straße.
00:04:38: Dann begann auch schon die Schlacht!
00:04:41: Als alles vorbei war und die Polizei mit SS-Männern die Kontrolle übernommen hatte, wurde unsere Wohnungstür aufgebrochen.
00:04:47: Ein SS Mann mit Pistole kam herein und war auf den Schrank um in dem wir auch unser Geschirr aufbewahrten.
00:04:53: Vieles zerbrach!
00:04:54: Alle Bewohner der Elsassstraße erhielten drei Tage Hauserles.
00:04:57: Die Kinder durften nicht zur Schule gehen.
00:04:59: Wer nichts zu essen im Haus hatte, hatte Pech gehabt und musste auf die Hilfsbereitschaft der Nachtbarschaft hoffen.
00:05:08: eine Zeitzeugenbeschreibung, wo man sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss.
00:05:12: Da sind die Polizisten in die Wohnungen rein, im Rechtsstaat ist das schon schwierig und die SA-Leute sind einfach mit rein marschiert und haben diese Wohnung mal eben verwüstet.
00:05:23: Das war deren Rache für diesen vollkommen in die Butze yangenden Triumphmarsch durch die Elsassstraße.
00:05:30: Es gibt noch ne andere Zeitzeugin, vielen Grüße an Andreas Admann.
00:05:37: Bericht über seine Großmutter geschickt und er schreibt, meine Familie mütterlicherseits war dabei.
00:05:45: Also dabei im Sinne von jetzt hier bei der Schlacht an der Elsa Straße.
00:05:48: Meine Mutter wurde in der Elsa Strasse geboren.
00:05:50: sie erlebte den Bau des Hochbunkers versorgte die Zwangsarbeiter im Auftrag meiner Oma mit Lebensmitteln.
00:05:57: Darauf hatten die Nazis die Todesstrafe verhängt.
00:06:00: Kommentar dazu von meiner Großmütter.
00:06:02: In meiner Straße verhungert keiner.
00:06:04: Oma.
00:06:05: Maria Esser legte sich sogar mit der Gestapo an und konnte so verhindern, dass ihre Kinder zum BDM das der Bunddeutscher Mädel oder zur Hjord das die Hitlerjugend mussten.
00:06:13: Meine Mutter sah allerdings ihre beste Freundin in einem Bombenangriff sterben.
00:06:17: nur unter vorgehaltener Waffe war meine Großmutter bereit ihre Elsassstraße zu verlassen.
00:06:23: Das nannte sie damals Zwangs Evakuierung.
00:06:27: Heute erinnert ein Grafito am Hochbunker in der Elsa Straße des zwei Tausendneuen verstorbenen Künstlers Klaus Peier an die Schlacht auf der Elsachstraße.
00:06:36: Es zeigt eine zähdande Frau, die einen Blumentopf und ein Nudelholz aus dem Fenster auf einem Mann wirft, der die Hand zum Hitlergroß erhoben hat.
00:06:45: Aber wir wären ja nicht in Köln wenn die Stadt zu dem erinnernden umahnen Kunstwerk nichts zu motzen gehabt hätte!
00:06:52: Peier hatte im August, in einem Straßenfest das Bild auf die nackte Wand des Hochbunkers gemalt.
00:07:02: Allerdings ohne offizielle Genehmigung, was dazu führte dass das Bild zweimal übermalt wurde.
00:07:08: Doch auch hier zeigte sich die Nachbarschaft in der Elsa Straße wehrhaft.
00:07:11: Das Grafitto wurde mehrfach in Eigenregie restauriert und ausgebessert.
00:07:17: bei einer unangemeldeten Aktion.
00:07:19: Eigentlich
00:07:19: schön, in der Elsa Straße wiederholt sich Geschichte.
00:07:21: man ist wehrhaft Man zeigt Zähne und man zeigt Zivilcourage auch gegen die Stadt Köln
00:07:26: Ja zumal es jetzt als eingetragenes Denkmal gibt.
00:07:29: Es ist nur leider so dass Stimper hafte Sprayer da ihre Tax oder wie die Dinger heißen Da aber uns mal draufsprühen.
00:07:36: also das können wir sich echt sparen.
00:07:39: In einer Zeit, wo wir gerade darüber diskutieren was der rechte Rand unserer Gesellschaft bewegt und wie er sich bewegt.
00:07:46: Und was die machen wollen ist.
00:07:48: das, was in der Elsa Straße passiert ist ein mahnendes Beispiel.
00:07:52: Genau das ist die Zivilcourage, die wir heute brauchen.
00:07:56: Wir müssen uns gegen die braunen Drecksecke wehren.
00:08:00: Was bleibt es, das Zitat des spanischen Philosophen Georgius Santana?
00:08:05: Wer die Geschichte nicht erinnert ist verurteilt sie neu zu durchleben.
00:08:09: Das ist übrigens am Eingang des Blocks IV im KZ Auschwitz verewigt.
00:08:13: Daher ist eine Erinnerungskultur in heutiger Zeit wichtiger denn je.
00:08:17: Wenn man bedenkt dass die AfD durch den Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall eingestuft ist und derzeit bei circa achtzehn Prozent liegt müssen wir alle und damit meine ich wirklich alle ein klares nie wiederes Hückrufen, damit sich Geschichte auch wirklich nicht wiederholt.
00:08:31: Wer als vermeintlicher Protestwähler einen Menschen- und demokratiefeindlich Partei wählt sollte sich mehr als hinterfragen!
00:08:38: Eine wie auch immer geartete Geschichtsverdrehung können wir nicht hinnehmen.
00:08:42: Der Ungehorsam der Bewohner der Elsa Straße muss uns ein Vorbild sein!
00:08:46: Die unglaublichen Menschenmassen bei allen Demonstrationen gegen die AfD in ganz Deutschland sind ein tolles Zeichen und zeigen Wirkung.
00:08:53: Leider ist das noch nicht genug, daher Aschuh zängern sie einander und denkt dran nie wieder ist Hück.
00:08:59: Und wenn ihr ganz praktisch was tun wollt, ist das relativ einfach... Geht wählen, Ausrufe zeichen.
00:09:05: Und zwar nicht am rechten Rand sondern wählt bürgerliche Parteien welches ein bisschen egal aber geht dahin gebt eure Stimme ab und dazu habt ihr Anfang Juni wieder die Chance wenn die Europa Wahl ist.
00:09:16: da will die AfD nämlich auch abräumen und das müssen wir alle gemeinsam verhindern
00:09:20: Auch
00:09:21: in Erinnerung an die wehrhaften Bewohner der Elsassstraße.
00:09:26: Vielen Dank.
00:09:28: Ein ernsthaftes Thema diese Woche Aber es ist unser wichtiges Anliegen Madadiot bis nächste Woche.
00:09:36: Vielen Dank fürs Zuhören und da wir natürlich absolut davon aussehen, dass euch der Podcast gefallen hat folgt ihr jetzt natürlich auch bei Spotify.
00:09:43: Und zusätzlich
00:09:45: noch auf der Webseite des Kölnlotsen, köln-lotze.de oder bei dem ganzen Social Media Gedönes.
00:09:51: Instagram Facebook und
00:09:52: Giselle heißen
00:09:53: überall einfach Kölner Lotz gucken dann findet ihr uns.
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