Das Köln Ding der Woche - Kölsche Originale: Die Fressklötsch
Shownotes
Kölsche Originale: Fressklötsch, legendärer Vielfraß und hochgeachteter Bürger
Sein Ruf in Köln war legendär: Johann Arnold Klütsch, in Köln als „Fressklötsch" bekannt, soll nicht nur einen unvergleichbaren Appetit, sondern auch unglaubliche Kräfte gehabt haben. Schnell ergibt sich so das Bild eines tumben Vielfraßes.
Doch je mehr man sich mit diesem Mann beschäftigt wird klar, dass dieses Bild trügt. Tatsächlich war er ein angesehener Bürger und Geschäftsmann.
In diesem Köln-Ding der Woche sprechen Frank und Uli über diesen bemerkenswerten Mann.
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Fressklötsch – legendärer Vielfraß und hochgeachteter Bürger https://www.koeln-lotse.de/2022/08/27/koelsche-originale-fresskloetsch-legendaerer-vielfrass-und-hochgeachteter-buerger/
Die Produktion dieses Podcasts erfolgte durch YM Audio Productions. https://www.instagram.com/ymaudio_productions/
Transkript anzeigen
00:00:11: Hallo zusammen, da sind wir wieder und wie jede Woche sitzt mir der Angstgegner aller all you can eat befeßigen über die Raupen immer satt unter den Podcastern mingen leven Uli.
00:00:39: Oh, hallo!
00:00:39: Schöne gute Tag.
00:00:40: Schön dass ich wieder hier sein darf.
00:00:41: Mir gegenüber sitzt die Läschenaas aus Zollstock Frank Mausbach
00:00:47: Und übrigens wer es noch nicht wissen sollte wir sind ab jetzt immer Donnerstags und Sonntag nach dem Kölschklub in der Altstadt will zu hören Jippie ja ja geile Kölsche Musik tolle Gäste und danach sind dann wir dran.
00:00:59: Gruß an die Kollegen und vielen Dank
00:01:02: Dass wir on air sein dürfen.
00:01:05: Aber zurück zum Thema.
00:01:06: Denn heute sprechen wir über der Hulk aus Köln, Johann Arnold Klötsch die Fressklötsche.
00:01:13: Eines der vielen Originale aus Kologne.
00:01:15: um ihn soll es ja etliche Legende ranken.
00:01:18: Uli hast ein paar, die du uns mal mitteilen.
00:01:20: Lass uns erst nochmal einen ganz kleinen Blick auf die Originale werfen!
00:01:23: Das sind sowas wie Der Maler Bock die Läsche, Nase, Bolze, Lot oder auch Flöte.
00:01:30: Das war so ein bestimmter Schlagmensch.
00:01:31: dafür müssen wir uns mal in die Zeit Köln des neunzehnten Jahrhunderts zurückversetzen.
00:01:36: Kölner waren ganz anderes Kölners heute.
00:01:38: das war hier müdlich da war noch klein Da waren noch nicht so unendlich viele Einwohner man kannte sich und da gab es dann auch immer so diese.
00:01:46: Ja, zum Teil muss man sagen Dorfdeppen.
00:01:48: Die kannte dann jeder und dazu gehören diese entsprechenden Kandidaten die heute in aller Munde sind, die man heute in Liedern besingt, die der Ostermann besungen hat.
00:01:56: Und einer dieser Kandidat ist tatsächlich der Fressklötzsch mit den Hunderttausend Anekdoten.
00:02:02: Ja, also er soll zum Beispiel tausend Pfund schweres Kanonenrohr weggeschleppt haben.
00:02:07: Ein ganzes Rad Käse auf einen Schlag hier jessen.
00:02:10: Er hat Franzosen mit Samt Wachhaus einfach weggetragen.
00:02:13: Er hatte ein ganzes Kalpi-Jessen und nur er war in der Lage die Originalrüstung von Jan vom Wehr zu tragen.
00:02:19: Aber Olli wie viel Wahrheit stecken denn da drüben?
00:02:21: Das lässt sich natürlich alles nicht mehr nachvollziehen!
00:02:24: Also das ist alles viel, viel, viele Digende.
00:02:26: Es wird kolportiert, es wird erzählt und der nächste erzählt weiter.
00:02:29: so bisschen Lagerfeuerromantik vielleicht... Tatsache ist aber, es gab den Fressclutch der tatsächlich im Original Johann Arnold Klutsch hieß.
00:02:39: Den gabs?
00:02:42: Eigentlich eine ganz besondere Typ, wenn ich eben von Dorfdeppen gesprochen habe.
00:02:46: Kann man ihm damit definitiv kein Gefallen tun?
00:02:48: Weil er... Er war tatsächlich ein hoch geachteter Geschäftsmann allerdings nicht sein ganzes Leben lang!
00:02:53: Ja also am Anfang waren wir zumindest immer bärenstark und immer hungrig weil die bekannteste Legende um den Fressklutsch ist eigentlich die mit dem holländischen Käse.
00:03:03: Da war ja als Lohn dafür dass er als bärenstarke Klutsch über quasi unser kölscher Atlas beim Entladen eines Schiffes aus Holland geholfen hat und erhielt daraufhin ein ganzes Rad Käse.
00:03:15: Auf dem Weg nach Hause passierte dann folgendes an der Zollgrenze der Stadt, die Zöllner wollten natürlich Steuern haben.
00:03:21: Der Fresskirsch hat sich hingesetzt an den Wegesrand und hat vor den Augen der Grenzbeamten den Käse komplett verspeist.
00:03:29: Jetzt muss man aber wissen das war jetzt kein Babybel oder so was sondern das war ein Rischeleibkäse und die wiegen immerhin so circa dreizehn Kilo.
00:03:39: Und als das Ding restlos verputzt war, dann ging der Klitsch einfach ungerührt seine Wege in die Stadt ohne auch nur einen Taler Zoll zu bezahlen.
00:03:48: Das sind diese Geschichten, die dann seinen Ruf als Fressklutsch gefestigt haben.
00:03:54: Der Mann konnte halt unfassbar viel essen.
00:03:56: Gleichzeitig war er zumindest in jungen Jahren Analphabet.
00:04:01: Also der war wirklich so eine Tüppe, die jeder gante mit Oberarmen wie ansonsten nur Arnold Schwarzenegger und der konnte hier schon den Köln aufräumen.
00:04:11: Die andere schöne Geschichte war das war während der französischen Besatzung noch da haben.
00:04:16: die Franzosen haben Kanonen abgeladen von einem Pferdefuhrwerk.
00:04:21: Und dann haben die erst mal Boising gemacht und der sah das, und dann schnappte sich Fressklitsch einfach eine von diesen Kanonen und hat sie mitgenommen.
00:04:30: Zack, der ist natürlich erwischt worden.
00:04:32: Es kam zu einem Prozess und er wurde freigesprochen weil weder Richter noch Geschworene halten es jemals für möglich gehalten dass ein einzelner Mann einen tausend Pfund schweres Geschützrohr stehlen könnte.
00:04:46: Der Fressglitch war jetzt nicht ganz so schlau in dem Moment.
00:04:48: das Corpus Delicti lag noch auf dem Richtertisch.
00:04:52: Er schnappte sich dieses Ding und verließ Freudelterstrahlen und tänzelnd das Gerichtsgebäude.
00:04:57: Nicht schlauw!
00:04:59: Ja, zumal man kann wirklich sagen also Franzosen konnte der Schlicht weg nicht legen.
00:05:03: Also Francoviel war nur wirklich nicht in seinem Leben aber eigentlich fangen die legendären Geschichten vom Fressklötzch eigentlich schon bei seiner Geburt an.
00:05:11: Also je nach Quelle kursieren verschiedene Gebuchstarten.
00:05:14: gemäß deiner Todesanzeige war der Klötzsch am Dreiundzwanzivierbarfvon-Siebzig geboren im Kirschen Buch allerdings in den Sebston und achten siebzig also wie auch immer irgendwo sah er da so rum.
00:05:27: Egal welcher man traut, der Klitsch ist am neunzwanzigsten Februar November achtendfünfundvierzig gestorben.
00:05:35: Und hatte dann also mindestens sieben, sechs Jahre was ja schon sage ich mal ein fast schon biblisches Alter in diesem, sag ich mal zu dieser Zeit war.
00:05:43: Statistisch gesehen sind die Leute so im neunzehnten Jahrhundert ungefähr fünf und dreißig Jahre alt geworden.
00:05:50: Der
00:05:51: Fressklitsch?
00:05:52: Also wie gesagt... Analphabet.
00:05:54: Das wissen wir auch deswegen, weil es gibt seine Hochzeitsurkunde, der hat am dreizehnten April, achtzehnhundertvier geheiratet und anstatt einer Unterschrift trägt die Hochzeitsurkunde den Vermerk ehrgatte erklärt er könne nicht schreiben.
00:06:07: so jetzt packen alles zusammen.
00:06:09: du hast ein Analphabeten während stark bisschen tump und der halt fressen kann wie sonst keiner fertig ist.
00:06:17: das bild du hast so einen kleinen dorfteppen
00:06:19: Ja, aber weit gefehlt.
00:06:21: Denn desto mehr man da gräbt, desto eher erfährt man darüber.
00:06:24: Tatsächlich war er ein sehr angesehener Bürger- und Geschäftsmann.
00:06:28: Im Jahr eighteenhundertvier zum Zeitpunkt der Heirat war Klütsch Abdecker und handelte mit Fleischabfällen.
00:06:33: Das ist jetzt mal Standesjimes für das, was in der Urkunde stand.
00:06:37: Doch dann lernte er schreiben und lesen und wurde altrischer.
00:06:40: Altrischer is wat, Uli?
00:06:41: Altröscher i s ena deus driss jaldmet.
00:06:44: Also
00:06:46: altwaren Händler!
00:06:48: Er lernte den Gelehrten aus der Oberschicht verkehrenden Franz Ferdinand Wallraff kennen und durch ihn auch dem Blick auf wertvolle Antiquitäten.
00:06:57: So wurde aus dem Trötler Klütsch, der Antiquitetenhändler Klötsch mit einem so hervorragenden Ruf das er sogar Taksato in der Stadt Köln für die Stadt Kologne Wert von Antiquitätern festgestellt
00:07:08: hat.".
00:07:08: Und
00:07:08: jetzt auf einmal stimmt das Bild nicht mehr ne?
00:07:10: Von wegen Thumbafilfras!
00:07:12: Der Mann war wirklich anerkannt... ...und er hatte noch mehr für die stadt geleistet.
00:07:17: Er war ja gut befreundet mit Fernand Franz Wallraff.
00:07:20: Also schon, da ist Hoth-Volé der Stadt gewesen und so kam er tatsächlich zu einem besonderen Amt auch das angeblich nur eher ausüben könnte weil im Jahr eighteenhundertdreiundzwanzig sollte der Rosenmontastoures erst einmal laufen und man suchte irgendjemanden die Figur des Jan von Wert verkörperte und zwar in der Originalrüstung, die doch im Stadtmuseum stand.
00:07:42: allerdings war diese Rüstung so schwer dass keiner war die zu tragen.
00:07:47: Bis auf, freist Klütsch!
00:07:49: Der konnte es und ist den ganzen Rosenbund das Zuch stolz mit dieser Rüstung gelaufen.
00:07:54: Ebenfalls machte er sich einen Namen beim Aufbau der Freiwilligen Feuerwehr.
00:07:58: Stolz trug er den Titel Zu-Chef der zweiten Kompanie des Pompiers Corp.
00:08:04: Also wie gesagt für damalige Verhältnis ist er hoch betagt gestorben mit ca.
00:08:10: sieben, sechzig bis siebzig Jahren wie auch immer man das lesen mag.
00:08:13: Und es ist ein sehr, sehr schönes Vermächtnis nicht nur als Kraftpots und Vielfraß in die Geschichte einzugehen sondern wie gesagt wenn man mal bisschen tiefer geräbt hat der Mann doch einiges erreicht in seinem Leben.
00:08:25: In seinem toten Zettel der auch dann tatsächlich veröffentlicht worden ist in der Zeitung steht dann auch so die Ehrung dass er das Zu-Chef des Pompierkorps also der Feuerwehr war Und da steht auch drin, dass sie um einen wohlachtbaren Herrn gehandelt hätte.
00:08:39: Insofern ein ganz besonderes Kaliber vom Kölschen Original!
00:08:43: Ja und was lernen wir aus der Geschichte von Arnold Klötsch dem Fressklötsche Never Judge a Book by the Cover.
00:08:49: oder wie man in Kölle seht nur beim Kamelchen nicht ob das Papier ist sondern achte Drup nach Wadet Schmeck
00:08:57: Schön gesagt.
00:08:59: In dem Zusammenhang mit Fressplatsch hört euch auch gerne nochmal die Folge mit Bolzelot an, gleiches Kaliber und wir bereiten noch ein paar andere Dinge für euch vor.
00:09:07: Irgendwann werden bei euch auch noch mal Flöten Arnoldchen vorstellen und den Maler Bock.
00:09:11: Tschüss!
00:09:13: Vielen Dank, machtet gut und bis demnächst!
00:09:28: Noch auf der Webseite des Kölnlotsen, köln-lotze.de oder bei dem ganzen Social Media Gedöns Instagram, Facebook und wie sie alle heißen überall einfach Kölnnot zu gucken dann findet ihr uns!
Gisela Wichmann
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