Das Köln Ding der Woche - „Mer losse d´r Dom in Kölle“
Shownotes
Das Köln Ding der Woche – „Mer losse d´r Dom in Kölle“
Ein kritischer Blick auf Köln heute zeigt, dass die Veränderung der Stadt kaum noch aufzuhalten ist. Immer mehr zahlungskräftige Menschen ziehen in die Veedel, die alteingesessenen Bewohner werden „wegsaniert“.
Doch dieser Vorgang ist nicht neu. So beschloss der Rat der Stadt Köln im Jahr 1973 die Sanierung des Severinsviertels. Und schnell wurde klar: Die entstehenden Neubauten waren nichts für den oft schmalen Geldbeutel der Menschen in der Südstadt.
Es formierte sich – angetrieben von Studenten und weiteren Sanierungsgegnern – der Widerstand. Die Bläck Fööss griffen diesen Protest auf. Die Idee war, die Stadtverwaltung zu mahnen, doch bitte „die Kirche im Dorf zu lassen“. Übersetzt auf Kölner Verhältnisse: „Den Dom in Kölle zu lassen.“ So entstand eines der schönsten und wichtigsten Lieder der Fööss.
Warum heute weder der Kreml am Ebertplatz, noch der der Louvre am Rhing stehen, erzählen Frank und Uli euch in dieser Folge des „Köln-Ding der Woche“.
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Links
Kölsche Tön & ihre Geschichte: „Mer losse d´r Dom in Kölle“ https://www.koeln-lotse.de/2018/01/28/856/
Bläck Föös: Mer losse d’r Dom en Kölle https://youtu.be/m9Ph0AHYgQE
Die Produktion dieses Podcasts erfolgte durch YM Audio Productions. https://www.ym-productions.de/
Transkript anzeigen
00:00:11:
00:00:25: Hallo und herzlich willkommen, etiert wieder was Neues vom Köln-Ding der Woche.
00:00:32: Mir gegenüber sitzt der Glöckner des dicken bitter Frank!
00:00:37: Und mir gegenüber sitzt ähm...der Hüter des kölschen Liedgutes.
00:00:41: Professor Und Uli, stell dafür der Kreml stünd am Eberplatz oder stell dafür den Louvre stünd an dem Ring.
00:00:53: Oder am Jurze nicht da wird vielleicht Pentayon und am Rothus stünd dann die Akropolis.
00:00:59: Wenn das so wäre, dann wüssten wir überhaupt nicht wo man hinjagen sollt.
00:01:03: und darum ist das eine Jans gewiss.
00:01:06: Und jetzt kommen wir auf eine Anfrage, die wir immer mal wieder bekommen.
00:01:09: Warum wir das Ganze unserer Köln-Ding der Woche nicht immer komplett in Kölsch machen?
00:01:14: Das hat man vielleicht gerade festgestellt... Wir können es ganz gut so für die Woche!
00:01:22: Aber
00:01:23: nicht für Sundas.
00:01:24: und man muss auch sagen, wir haben auch reichlich Hörer, die dem Kölchen nicht mächtig sind weil sie kommen auch teilweise aus Dänemark also aus Ländern, die ganz weit weg sind einen Podcast hören will, der nur komplett Kölsch ist.
00:01:41: Auf einem sehr schönen Oxford-Kölsch!
00:01:44: Ja,
00:01:44: der hört sich am besten mal den Podcast von...
00:01:50: Hermann Härtling und Carolin Küpperpop an.
00:01:53: das ist nämlich Pottklarv.
00:01:55: einfach mal Pottklav eingeben da sind die auch unterwegs.
00:01:58: hört ihr es mal an.
00:01:59: besser Kölch als die kann man nicht sprechen.
00:02:01: und ehrlicherweise wie ohne
00:02:04: Nichtsdestotrotz wollen wir heute über einen Kölschen Evergreen sprechen, der auch nach vierzig Jahren immer noch aktuell ist.
00:02:10: Es geht um den Song Malors de la Dôme in Kölle, neunzehntreiundseipzig von der Mutter aller Kölchen-Bands dem Black Föß veröffentlicht.
00:02:19: In diesem Lied geht es darum... lustig verpackt, dass wir ja den Dom hier in der Stadt behalten würden.
00:02:25: Und wenn die ganze Stadt umgebaut werden würde wie zum Beispiel die Acropolis und den Pantheon während am Jürze nicht und so jetzt dann wäre die ganze Staat ja komplett umgedreht.
00:02:35: und das haben die Black Foeys in diesem Lied persifliert weil was Ähnliches ist tatsächlich passiert.
00:02:41: Ja denn irgendwann hat man sich mal überlegt Kommen wir gleich vielleicht noch zu warum das denn so war Dass man die Südstadt sag ich mal ein wenig umbauen möchte.
00:02:53: Das würde man jetzt als Gentrifizierung betiteln, aber in den siebzehrjahren Jahr wird das noch nicht.
00:03:00: Jetzt ist es so dass es vier Phasen der Gentrifisierung gibt.
00:03:04: Erstens günstige Miete ziehen junge Leute an.
00:03:07: Zweitens das Wohnen im Stadtviertel wird dadurch attraktiver.
00:03:13: Aufwertung lockt dadurch allerdings wohlhabende Menschen an.
00:03:17: Und jetzt, dadurch erhöhen sich dann wiederum die Mieten und die Verdrängung der bisherigen Bevölkerung ist die Folge.
00:03:25: Also man könnte sagen superjail, die junge Lückkomme, Etihad Musik, Rabaz wunderbar hat allerdings möglicherweise wenn man das nicht wirklich gut macht, sag ich mal einen ganz schlechten...
00:03:41: Und genau das ist damals in den siebziger Jahren in der Südstadt passiert.
00:03:47: Durch neue Wohnungen, man hat den ganzen Wohnbestand einmal umgekrempelt da... da höherwertiger Wohnraum geschaffen worden, das war schon die zweite Phase dieser Gentrifizierung.
00:03:57: Und dann kamen da Leute hin, die richtig Kohle hatten und haben die mit dem schmalen Geldbeutel verdrängt.
00:04:01: was ähnliches hat man übrigens etwas später zugebener Maßen in Ehrenfeld erlebt hat gleich im grünen früher ehrenfeld um jds will dann kannst du nicht hin.
00:04:09: Dann aber total aufgewerteten heute hibbes viertel und ich tippe mal weil ich mir ganz weit ausm Fenster Kalk wird eine ähnliche Entwicklung machen.
00:04:19: Das dauert alles immer so zwanzig dreißig Jahre Und dann wird Calc auch ein hippes Viertel sein.
00:04:25: Ist es heute nicht zugegebenermaßen, aber da ist diese Gentrifizierung auf dem vollen Umgang?
00:04:29: Ja also wir wollen jetzt hier auch keine Panik verbreiten.
00:04:32: Das soll jetzt also nicht heißen dass in den Federn alle junge Leute und Studenten rausgeegelt werden sollen und einen Lastenfahrer mit zwei Penstern ist jetzt auch noch nicht der komplette Untergang ja Aber Es ist eine gewisse sage ich mal Gefahr besteht ein wenig.
00:04:50: Und genau das haben die Föß vor fünfzig Jahren aufgegriffen und haben das in dieses Lied rein verpackt, allerdings nicht mit dem erhobenen Zeigefinger sondern immer mit so einem kleinen Augenzwinkern.
00:05:00: dafür war Hans Knip zuständig.
00:05:02: Hans Knipp der Haus- und Hoftexer der Föess, der fast alle der großen Hits für die Fürst geschrieben hat.
00:05:10: Der hat dieses Thema zusammen mit Hartmut Priess diskutiert und irgendwann sagte einer von den beiden, ach jetzt mörte mal ich uns die Kirche im Dorf lausse.
00:05:20: Ja weil letztendlich sind sie darauf gekommen, weil die Stadt Köln hat dann dreiundsiebzig die Sanierung des Severins Viertels quasi befolen in Anführungszeichen.
00:05:28: und bis zu fünfzig Prozent das Gebäude der Gebäuse waren betroffen.
00:05:32: Und schnell wurde klar, die entstehenden Neubauten war nichts für den oft schmalen Geldbeutel.
00:05:40: So formierte sich angetrieben von Studenten und weiteren Sanierungsgegnern der Widerstand.
00:05:45: Also von jeher war das Severinsviertel-Narbeiterfetel, viele arbeiteten damals im Stollwerk.
00:05:50: aber als das Schokoladenwerk Stolberg danach Ports umgezogen ist begannen die ersten Planenspiele zum Umbau bzw.
00:05:58: zur Sanierung des Fringsfetels.
00:05:59: ein Politiker ich weiß nicht schwer sagte den unglaublichen Satz man wolle einen qualitativen Austausch der Bevölkerung erreichen Kotzwirk.
00:06:10: Was für ein Satz!
00:06:12: Legt mich natürlich, da lob ich mir eigentlich wie Hans Knip das Ganze verpackt hat Das gleiche Thema.
00:06:17: Und die haben es halt immer mit dem ja bisschen mit den Augenzwingern gepackt und haben auch gesagt der kölschige Größen waren.
00:06:23: Den muss man mal so ein bisschen in der Gürche im Dorf lassen.
00:06:27: Es ist natürlich klar dass aus der Ehrenstraße nicht die Six Avenue ist und die Akropolis ist definitiv nicht unser Rathaus.
00:06:35: Aber es ist halt schon irgendwie, man kann daran erkennen der Kölsch sucht die Superlative an der Stelle.
00:06:40: Ja da ist so diese Kölsche Großmannssucht, die da immer mal wieder durchkommt.
00:06:46: Ja letztendlich ist es ja dann auch so gekommen wie die Stadt Köln denn dann gemacht hat.
00:06:51: ganze Stolwerk wurde abgerissen, da wurden Häuser gebaut allerdings auch mit Wurberechtigungsschein und das ist jetzt nicht alles so mega mäßig saniert ne?
00:06:59: Aber letztendlich beschreibt Marco Polo auf seiner Reisewebseite derzeit die Südstadt mit folgenden Worten.
00:07:05: Die Südstatt ist ein lebensfreudiges Fädel abseits der City,
00:07:09: stimmt?
00:07:09: Der i-Gründer zeitliche Bebauung ist in vielen Straßenzügen noch weitgehend intakt.
00:07:16: Die Bevölkerung ist trotz fortschreitender Gentrifizierung, da ist das Wort wieder bunt gemischt.
00:07:21: In die Jahre bekommene Ex-Hausbesetzer neben grün alternativen Akademikern und Künstlern dazu kölche Arbeiterfamilien und türkische Gemüsehändler.
00:07:33: Schön beschrieben!
00:07:36: Zu dem Lied, Mirlauze der Drumminkölle gibt es noch einen lustigen Fakt, den glaube ich kaum einer kennt.
00:07:43: Mirlausse der Drummenkölle war die A-Seite einer Single, die die Fürs rausgebracht haben.
00:07:49: Fast noch interessanter als die A Seite ist die B Seite gewesen, die wir alle unterschätzt haben.
00:07:56: Nämlich das war vielleicht die Hymne unserer Stadt?
00:07:58: Ja!
00:07:58: Denn das war in unserem Fedel und wer dat Lied nicht kennt...
00:08:02: Den können wir jetzt ohne mehr helfen.
00:08:05: Also das singt ja nur wirklich jeder und dann ist auch, sag ich mal nicht kaputt zu kriegen dieses Lied und es ist immer wieder an Karneval und auch sonst wird permanent Karnevalsmusik gespielt.
00:08:16: Ein wunderbares Lied!
00:08:18: Was bleibt?
00:08:19: Ist ein bisschen die zum Teil berechtigte Angst dass ganze Fedel so ihrem Charakter verlieren könnten.
00:08:26: da geht auch Kneipen sterben einen her und also gibt's ganz viele verschiedene Varianten zu.
00:08:34: Ich sage mal, dass die Politik nicht ausreichend gegen Spekulanten vorgeht und den qualitativen Austausch der Bewohner eines Fädels begünstigt sollte, sag ich mal verboten werden.
00:08:44: Allerdings wenn die richtige Regularien getroffen werden kann aus einem alteingesessen Fädel mit Zuzug neuer Bewohner ob nun Familien oder Studenten oder wem auch immer ein Blühen des neues Fädeln entsteht.
00:08:57: Und deswegen... Bleibt der Dom immer noch in Köln, den geben wir nicht her und haben die Föhe sehr schön verewigt.
00:09:04: Denn Melonse ist der Dom in Kologne.
00:09:09: Vielen Dank!
00:09:10: Das war unser Kölning der Woche zum Kölschen Liedgut.
00:09:13: Nächste Woche geht es weiter.
00:09:14: Bleibt uns gewogen, hört schön rein
00:09:21: und tschüss!
00:09:29: Noch auf der Webseite des Kölnlotsen, köln-lotze.de oder bei dem ganzen Social Media Gedöns Instagram, Facebook und wie sie alle heißen überall einfach KölNLotze gucken dann findet ihr uns!
Helmut „Speedy“Clasen
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