Das Köln Ding der Woche - Die Kölner Heinzelmännchen
Shownotes
Was könnte es uns Kölnern doch heute noch gut gehen - wäre da nicht die Frau des Schneiders gewesen. Diese neugierige Dame hat dafür gesorgt, dass die Heinzelmännchen, die zuverlässig alle Arbeiten erledigt haben, verschwunden sind. So muss der Kölner wieder selber arbeiten. Und wohin das führt, zeigen uns das Opern-Desaster, die anscheinend nie endende Sanierung des Dom-Hotels oder auch der Bau der Nord-Süd-Stadtbahn. Bitte, liebe Heinzel: Kommt zurück!
Mehr zu den kleinen Männlein mit den Zipfelmützen gibt es in diesem Köln-Ding der Woche.
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Links: „Neugierig war des Schneiders Weib“ – Die Kölner Heinzelmännchen https://www.koeln-lotse.de/2020/09/19/neugierig-war-des-schneiders-weib-die-koelner-heinzelmaennchen/
Der vollständige Text der Ballade „Die Heinzelmännchen zu Köln“ von August Kopisch: https://www.koeln-lese.de/streifzuege/sagen-und-maerchen/die-heinzelmaennchen-zu-koeln/
Der Heinzelmännchenbrunnen direkt vor dem Brauhaus Früh: https://www.koeln-lotse.de/wp-content/uploads/2020/08/hm1.jpg
Transkript anzeigen
00:00:11:
00:00:28: Und wieder mal sind wir heute mit dem Kölnding der Woche unterwegs.
00:00:31: Ja,
00:00:32: herzlich willkommen wünschen euch der super tolle
00:00:35: Uli und den noch unglaublich tollere gut aussehende und heute gut gelaunte
00:00:39: Frank!
00:00:40: Und heute haben wir eine Geschichte für euch.
00:00:42: das ist Traurig, traurig.
00:00:44: Weil wenn das was damals gewesen ist heute noch wäre würde es der Stadt besser gehen Denn
00:00:55: wir wollen heute über die Heinzelmenschen sprechen und eigentlich über diese traurige Geschichte dass wir Kölschen dann doch irgendwann mal arbeiten lernen mussten weil wir waren ich sag mal faul
00:01:07: Ja, Stinke voll kann man sagen.
00:01:09: Aber wir hatten allen Grund dazu!
00:01:10: Wir Gölschen mussten über Jahrhunderte lang nicht arbeiten... ...wir sind abends ins Bett gegangen... ...sind morgens aufgewacht und die komplette Arbeit war getan.
00:01:18: Wir wussten nicht genau was da nachts passiert.
00:01:21: Das war unser Royale weil die Arbeit war getan.
00:01:24: Wir konnten Party machen und alles boyut.
00:01:26: Und wir sind sogar so faul in Köln dass wir im Sitzen tanzen, der Uli erklärt das.
00:01:33: Wir nennen das Schunkeln.
00:01:35: Das heißt wir haken uns rechts und links ein dann fällt man auch nicht von der Bank und im Rhythmus.
00:01:39: aber schön gemäßlich bewegen wir uns und das nennen wir dann schon Tanzen hier und dass ist echt fraglich.
00:01:46: oder fragwürdig weil das ist Ausdruck unserer kölschen Faulheit.
00:01:50: Aber nochmal!
00:01:50: Wir konnten über Jahrhunderte faul sein Weil die Einzelmännchen die ganzen Arbeit gemacht haben.
00:01:54: Ja Die Einzelmenschen sind nachts durch diese Stadt gestromert Und haben alle Arbeiten, die für den nächsten Tag erforderlich und erledigt sein sollten, erfüllt.
00:02:06: Zum Beispiel?
00:02:07: Da sieht man am Heinzelmännchenbrunnen die schönsten Beispiele.
00:02:09: Da müsst ihr mal hingehen das direkt vom Früh.
00:02:11: Da könnt ihr euch diese verschiedenen Reliefs angucken da bauen die Heinzelmenschen ein Haus dann Schlachten sind Schwein machen Wurst die backen Brot Und ganz wichtig auf einer von diesen Relieftafeln Machen sie Wein.
00:02:23: Ja, das ist ganz wichtig.
00:02:24: Also wir hatten quasi ich sag mal hunderte von Dobby Haus Elfen von Harry Potter hier durch Köln laufen und ich muss ganz klar sagen nicht verwechseln mit den Meinzelmännchen.
00:02:34: die werden mit geschrieben und kommen aus Mainz.
00:02:37: Wir reden vor den Heinzelmenschen
00:02:39: Und das war die göltsche Besonderheit, die uns die komplette Arbeit abgenommen haben.
00:02:44: Es hätte heute noch so sein können aber es ist nicht mehr so weil irgendwann waren die Heinzelmännchen Wohren dann Irgendwann Fott?
00:02:53: Weil man hat den sehr übel mitgespielt.
00:02:55: Ja und zwar gab es eine ich sag mal etwas neugierige Frau eines Schneiders.
00:03:02: Die hat Erbsen auf die Treppe ausgeworfen Nicht zu verwechseln Erbsen, so wie man sie jetzt kennt in so einer Dose.
00:03:12: Sondern das waren harte Erbs und die mussten erst mal tagelang ins Wasser geworfen werden dann sind sie so weich wie Bonduell-Erbschen ja?
00:03:19: Und dann hat sie sich auf die Laue gelegt und irgendwann hatte
00:03:22: Kralla Rabacche
00:03:23: gemacht!
00:03:25: Da kommen in danach die Männchen, wollten in das Schneiderstube – weil sie war auf der ersten Etage.
00:03:30: Sind die Treppe rauf?
00:03:32: Sind über diese Erbsen ausgegrütscht!
00:03:33: Sind alle die Trepper runtergeflogen?
00:03:35: des Schneiders Weibwacht auf und macht die Lampe an, guckt sich dem Heinzelmännchen an und denkt sich, da sind Heinzelmenschen.
00:03:41: Und die Heinzel-Männchen denken sich, was für eine Driss.
00:03:43: jetzt hat es zu uns
00:03:44: gesehen?!
00:03:44: Jetzt haben wir ein Problem.
00:03:45: Und da woren die fort...
00:03:47: Da waren die Fatt.
00:03:48: Und die kamen nie mehr wieder, das heißt seitdem müssen wir Kölchens selber arbeiten was echt ein traumatisches Erlebnis ist.
00:03:55: Ja und der Legende danach war eine Woche später gab es Vorwerkstaubsauger, gab es Waschmaschinen von Miele...
00:04:07: Gut!
00:04:07: Wir waren wieder vor Holland.
00:04:08: Es sind halt Industrienationen, was wir machen ne?
00:04:11: Jetzt ist natürlich die Frage, wo kommt so eine Geschichte her?
00:04:13: Es gibt das aus verschiedenen Kulturkreisen.
00:04:15: Aus verschiedenen Ecken und Enden.
00:04:17: Gibt es da immer wieder, dass es so eine Geschichte gibt, dass nachts irgendwelche Männleins gearbeitet haben für andere... ...und so auch in Köln.
00:04:25: Das fängt damit an hier!
00:04:26: Das gab einen gewissen Heimatschriftsteller Ernst Weiden hieß der Und er hat schon das erste Mal über die Heinzelmännchen geschrieben und hat gesagt, kleine Männleins gab, die gearbeitet haben und die zeichnete was ganz Besonderes aus.
00:04:44: Die kleinen Männlei?
00:04:45: Ja Zeichneter aus!
00:04:47: Ach sie war nackig!
00:04:48: Ja, die sollten nackiger sein.
00:04:49: Waren die ersten FKK-Männleinen hier so durch Köln liefen ja?
00:04:54: Richtig bekannt geworden ist der Geschichte allerdings erst durch... August Kopisch, der hat diese Ballade der Heinzelmännchen geschrieben die heute noch jedes Schulkind in Kölner auswendig lernen musste oder lauswändig lernen muss.
00:05:10: Die halt tatsächlich mit diesen Zeilen anfängt.
00:05:12: wie war in Kölle vor dem mit Heinzelmenschen so bequem?
00:05:16: und dieser Kopish hat dann diese berühmten Acht Ferse erzählt, wo es um die Kölner geht.
00:05:23: Weil der Kölnner war faul und legte sich auf die Bank und pflegte sich und die Einzelmännchen haben gearbeitet.
00:05:30: Wie wird das Ganze jetzt interpretiert?
00:05:34: Da gibt's verschiedene Ansätze für.
00:05:38: Tatsache war ja, nachts kamen kleine Männlein und der große Mann hat geschlafen.
00:05:44: Das kann man so als sowas wie eine Kapitalismuskritik verstehen wo es dann auf einmal heißt, ah was ist passiert?
00:05:50: Der große Kapitalist, der Räder, Unternehmer, Fabrikant... ...der lässt andere den kleinen Mann für sich arbeiten!
00:05:59: So kann man diese Sage interpretieren.
00:06:01: Es gibt keinen Beleg dafür ob das so stimmt aber das ist nicht ganz von der Hand zu weisen.
00:06:05: Ja und zumal man damals sag ich mal ungefähr die Woche arbeiten musste als normaler Arbeiter und auch relativ schwer.
00:06:11: Also da sage ich mal ist die Work-Life Balance sehr, sehr unausgeglichen!
00:06:17: Das würde aber auch bedeuten, dass die heilzigen Menschen vielleicht, also steile These.
00:06:21: Aber für die Gründung der ersten Gewerkschaften beigetragen haben.
00:06:24: Weil in den letzten Jahren wurde die erste überregionale Gewerksamkeit der ADCRV gegründet.
00:06:29: Also wie gesagt ist eine steile These.
00:06:31: Aber
00:06:32: das würde passen!
00:06:33: Zumindest mit dem Gedicht vom Kurbisch.
00:06:36: Es gibt noch eine andere Interpretation und dafür gibt es keinen Beleg, aber das klingt nicht ganz unplausibel.
00:06:43: Und zwar gab es die sogenannten Heinze-Menschen, die arbeiteten in Bergwerken und waren kleine Menschen.
00:06:54: Kleinwüchsige Menschen, darf man das heutzutage noch so sagen.
00:06:57: Oder auch Kinder?
00:06:59: Und haben dort im Einströmen des Grundwasser zur Tage gefördert
00:07:04: etc.,
00:07:04: alles mit reiler Muskelkraft mit Leder-Eimern und Menschenketten gebildet et cetera Pp.
00:07:10: Und die hatten auch ausgepolsterte Zipfelmützen an mit einer Spitze, die sollten vom Steinschlag
00:07:17: schließen... Der war quasi
00:07:18: der erste Helm!
00:07:19: Hat man den zumindest mal so erzählt.
00:07:22: Allerdings mit der Erfindung Pumpten, waren die auf einmal alle arbeitslos und drängten in die Städte.
00:07:29: Und dann durften sie doch nicht arbeiten weil es gab Zunftzwangen, es war nicht so ohne weiteres möglich irgendso ein Job anzunehmen und deswegen sind ihnen die Schwachsarbeit in die Illegalität gedrückt worden und somit waren die quasi unsichtbar und das würde wiederum zur Geschichte passen dass die nachts gearbeitet haben wenn's keiner mitgekriegt hat und haben die ganzen Jobs erledigt die sonst keiner machen wollte und haben dann illegal gearbeitet.
00:07:53: Also so oder so egal wie Romanz dreht, wir müssen jetzt alle selber arbeiten.
00:07:58: Das hat uns leider Gottes bei vielen Bauvorhaben in der Stadt Göln nicht unbedingt weitergebracht.
00:08:03: Und so ist es Schneiders Vibe schlussendlich dafür zuständig dass wir keine Oper bauen können.
00:08:08: das wir ein Problem haben im U-Bahnbau, dass jetzt das Domhotel seit hundert Jahren schon im Umbau ist am Laurens Karriere und hat die ganze Stadt in Jeroz Baustell ist, haben wir nur des Schneiders vibe zu verdanken.
00:08:22: Ja, traurig.
00:08:24: Aber wahr zumindest können wir noch schunkeln.
00:08:26: Das ist
00:08:27: das einzige Siebbrich geblieben
00:08:29: von unserer groben Faulheit!
00:08:31: Was machen wir auf dem Wohnzug dann fast so laufend?
00:08:34: Deswegen wenn ihr es nächstes Mal irgendwo in der Baustelle seht Schlagt drei Kreuz und denkt euch Wenn die Heinzelmännchen noch da wären wäre alles gut.
00:08:42: Vielen Dank Martin Jodt.
00:08:44: bleibt uns gewogen
00:08:46: Bis nächste
00:08:47: Woche.
00:08:49: Vielen Dank fürs Zuhören und da wir natürlich absolut davon aussehen, dass euch der Podcast gefallen hat folgt ihr jetzt natürlich auch bei Spotify.
00:08:57: Und zusätzlich
00:08:58: noch auf der Webseite des Kölnlotsen, köln-lotze.de oder bei dem ganzen Social Media Gedönens Instagram Facebook und diese alle heißen überall einfach Kölner Lotz gucken dann findet ihr uns.
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