Das Köln Ding der Woche - Der Drüje Pitter

Shownotes

Der Drüje Pitter

Ein Brunnen, der nicht nur an drei verschiedenen Stellen rund um den Dom stand, sondern bei dem auch regelmäßig vergessen wurde, eine vernünftige Wasserleitung anzuschließen: Das ist der „Drüje Pitter“. Wörtlich übersetzt heißt das „Trockener Peter“ und gemeint ist der durchaus repräsentative Petrus-Brunnen am Südportal des Doms.

Wieso ausgerechnet ein trockener Brunnen Wildpinkler vertreiben soll erzählen wir euch in dieser Folge des Köln-Ding der Woche.

Ach ja, „Folgen“ un dat „Klingelche“ drücke, dann hat Ihr uns abonniert un verpasst och nix.

Shownotes:

Der Drüje Pitter und seine „Wanderung“ rund um den Dom https://www.koeln-lotse.de/2020/08/01/der-drueje-pitter-und-seine-wanderung-rund-um-den-dom/

Transkript anzeigen

00:00:11: Hallo und herzlich

00:00:28: willkommen.

00:00:29: Schön, dass ihr alle wieder da seid!

00:00:30: Es gibt eine neue Folge von Köln-Ding der Woche.

00:00:33: Das ist vollkommen richtig wie ich in den letzten thirty fünf Sendungen auch schon gesagt habe.

00:00:38: Und zwar beinhaltet die Geschichte heute unter anderem heruntergelassene Hosen Die Odyssey einer Schenkung.

00:00:44: Nichts ob Datech, Unvermögen und eine übereifrige Stadtverwaltung also quasi die Essenz aller Wiedrigkeiten aus Köln.

00:00:52: Das könnte man auch als typisch Kölsch benennen aber dummer natürlich nicht.

00:00:56: Wir reden heute über was richtig schönes nämlich über fließendes Wasser.

00:00:59: wir reden über einen Brunnen.

00:01:01: Ja wie viele Brunne gibt es denn in KölN?

00:01:03: Sechsundertdreiundzwanzig je nachdem wie du zählst.

00:01:06: Okay welche funktionieren.

00:01:08: Oh, da wird es ein bisschen weniger.

00:01:10: Aber wir haben ein paar ganz schöne!

00:01:12: So etwas wie den Heinzelmännchen Brunnen... Wir haben den Ostermann-Brunnen, den sollte man gesehen haben, Frauenbrunnen auch noch.

00:01:17: Also gibt eine ganze Reihe.

00:01:18: aber der Brunne über dem jetzt reden, der zeichnet sich durch eine ganz besondere Spezialität aus?

00:01:23: Ja, der ist wie so einen Wanderzirkus und ist um den Dom rumgewandert, wie sage ich mal die Wanderhure aus dem gleichnamigen Buche An der am schönen Dom, an unserem Dom gibt es die Papsterrasse.

00:01:42: Die Papsterase hier auf der Seite am Roncalliplatz das ist da wo das römisch-germanische Museum ist, die ist etwas verwahrlos gewesen.

00:01:52: Da standen so ein paar krippelige Bäume und diese Papstterrasse wurde dann äußerst gerne genutzt als öffentliches Urinal.

00:02:01: Ja da hat man ausgerechnet dass ca.

00:02:04: acht Liter Urin am Tag dort versickern, jetzt habe ich mal in meinem Biologie einmal nach mal durchgeguckt im Mittel pinkelt man ungefähr vierhundert Milliliter

00:02:19: das

00:02:19: macht dann.

00:02:21: bei acht Littern braucht man dafür quasi zwanzig Männer pro tag die sich dort entleeren.

00:02:27: und da war noch nicht ins faste laufend?

00:02:29: Ne, da waren wir noch nicht in fastes laufenden, nochmal um eine Badewanne mit Urin zu füllen, ja?

00:02:37: Braucht man ungefähr hundertsechzig Liter.

00:02:39: Dann brauchen diese zwanzig Männer zwanzicht Tage um die voll zu pinkeln

00:02:43: und das alles an unserem Staat.

00:02:46: herrliche Dom auf der sogenannten Barbsterrasse an der Südseite am Ronkaliplatz.

00:02:52: Das war natürlich kein Zustand da konnte man nicht mit leben und deswegen musste da irgendwas Neues gemacht werden.

00:02:58: wie gut dass es noch ein Bauteil Nicht des Durms, aber im Bauteil rund um den Durm im Archiv gab.

00:03:04: Ja das war eine Schenkung der preußischen Königin und der späteren Kaiserin Augusta.

00:03:10: Das ist der Petrus Brunnen gewesen.

00:03:13: Der wurde von ihr an uns geschenkt.

00:03:19: Da muss man schon genauer sagen, er wurde den Bürgern der Stadt Köln geschenkt.

00:03:23: Das wird nämlich gleich noch wichtig!

00:03:24: Also Geiser an Auguste hat den Brunnen geschenk die Gölschen vor und wieder Götte.

00:03:28: war das Götter?

00:03:29: Ja, Götten ist wenn man kein Geld hat dann geht man betteln

00:03:31: also vornames bettelt.

00:03:33: Göltschne hatten wir da nix umriss, gingen Götta und hatten dann die Domumgebung geplant.

00:03:38: Achtzehn-Achzig-Domfertigstellung.

00:03:39: Aachzehnt-Siebzig war klar du musst auch schön drumherum werden Und da gab es ein großes Treppen... Gemäuer auf der Seite zum Rhein runter, auf der Ostseite.

00:03:48: Das war wohl auch ganz schick aber das fehlte noch so ein bisschen im Blickfang und da hatten die Gölchen mit einem Brunnenbeter was herrliches evermehrhann ja gejällt.

00:03:55: Ja!

00:03:55: Und dann kam die Preußische Königin hat jetzt Dinge dahingestiftet sage ich jetzt mal so Lappi dar Dann hat man das hingestellt.

00:04:03: Jetzt hat man aber was vergessen.

00:04:06: Ganz besonderes vergessen, weil wenn ich einen Brunnen baue der sprudeln soll ist eine vernünftige Wasserzuführung das A und O. Also hat man vergessen

00:04:15: die Wasserleitung.

00:04:16: Ihr habt nur ne ganz öselie kleine Zisterne die da war und der Brunnan der war also ständig trocken.

00:04:22: Trocken heißt auf Gölsch durch und so hatte der brunnen richtig flott seinen Namen weg

00:04:26: Der Drühepitter.

00:04:28: So haben die Gölchen den genannt Den trockenen Peter Der trockene Petrus Brunnen, der war nämlich dem Heiligen Peter, also Petrus gewidmet.

00:04:36: Gut!

00:04:36: Der Brunnel stand da, war halt durch, dann wurde so und war jetzt irgendwie... Konnte jeder mit leben.

00:04:42: Alles wäre gut gewesen, hätte auch so bleiben können.

00:04:45: Wenn dann nicht, neunzehnhundertneinundsechzig begonnen worden wäre die Dom-Umgebung neu zu machen und die Dormplatte so gebaut worden ist wie wir sie heute kennen – mit Tiefgaragen und Alimyodönströmungen?

00:04:56: Ja

00:04:56: also die haben Sie richtig schön gemacht.

00:04:57: Ja!

00:04:58: Haben Sie wirklich alles,

00:04:59: was Sie geben

00:05:01: um es herzlich zu machen, wie geht's?

00:05:04: Dann haben Sie auf der Nordseite Richtung Bahnhof den Brunnen geschiffelt Und da haben sie wieder was vergessen.

00:05:15: Ja gut, ich habe den dahingesetzt wo heute der Eingang von der Schatzkammer ist also genau am Bahnhof an der Bahnhofsäcke dahinten und dem Brunnen haben Sie hingesetzt.

00:05:23: nur wurde wieder diese Kleinigkeit vergessen eine

00:05:27: Wasserleitung.

00:05:28: Also war der Drüger Peter immer noch durch?

00:05:31: Ja, ja.

00:05:31: Der war jetzt nicht mal mehr ein bisschen wasser sondern er war wirklich durch.

00:05:34: also vorher war ja so ein bisschen wie so ein Prostata kranker oder tropfelte das so ein bißchen.

00:05:39: Jetzt war aber wirklich trocken.

00:05:41: Gut, der Brunnen stand dann da, gammelte so ein bisschen vor sich hin und... ...Ninzehneuneinzig gab's dann wieder einen neuen Plan.

00:05:49: Also erstens der Brunn musste weg, der musste was daran passieren und gleichzeitig hat man angefangen die neue Dom-Schatzkammer zu konzipieren deren Eingang genau da ist wo früher der Brünnenstand heute sehr schön schickimicky gemacht.

00:06:02: aber Der brunnenmuster halt weg, da hat man das Ding einfach mal in den Lager gelegt, gut wird gut irgendwas würden schon damit einfallen.

00:06:09: Ja,

00:06:09: dann hat das Domkapitel gesagt.

00:06:11: Mensch wir müssen das Ding ja auch mal irgendwie renovieren beziehungsweise überarbeiten.

00:06:15: und dann kam die Stadt.

00:06:17: Die hat hier sagt Moment!

00:06:20: Dazu muss man wissen dass sie halt geplant hatten diesen Brunnen auf der besagten Papsterrasse ich erinnere mal an die Pinkelecke da genau diesen Brunden wieder aufzubauen.

00:06:30: und die Idee war tun wir den dahin.

00:06:33: Wenn man allerdings weiß, dass das Grundstück des Domes nur genau bis zur Außenmauer des Domens geht und alles danach der Stadt gehört war fast schon ein bisschen klar was hätte passieren können.

00:06:43: Nämlich ein eifriger Stadtbeamter sagte...

00:06:46: Nein er macht das nicht!

00:06:47: Das gehört der Staat.

00:06:48: wir kümmern uns darum.

00:06:50: Also mit anderen Worten, die Dombauhütte wollte aufbauen.

00:06:53: Der eifrige Beamter hat alte Unterlagen rausgekramt, wo drin stand Kaiserin Auguste schenkt diesem Brunnen den Bürgern der Stadt Göln?

00:07:00: Ja und da hatte er sich gesagt, da kann ich Dombauhütte nicht einfach unter einen Nagel reißen!

00:07:04: Und hat dann einfach mal gemeldet Finger weg davon.

00:07:06: Das war der Tag an dem die Dormbau-Hütte mehrere Flaschen Champagner aufgemacht hat und sich vor Lachen die Bäucher nicht mehr halten konnte.

00:07:13: Weil der ganze Spaß der sollte nämlich Hundertfünfzigtausend Euro kosten.

00:07:17: Das hätte ja wahrscheinlich dann die Dombauhütte oder der Dom, oder wer auch immer übernommen.

00:07:21: Aber näher, jetzt mordet die Stadt bezahlen und da ist überliefert dass der Norbert Borger, sag ich mal ein bisschen aus der Butzigsprung ist.

00:07:27: Das war damals der OB in Ehrenfeldtiboren.

00:07:30: Ich weiß nicht genau was er gesagt hat aber der hat wahrscheinlich so weit rumgebohlt wie er.

00:07:33: hat der Engine Ads am Wanderer oder Sidde bekloppt oder wie auch immer.

00:07:38: auf jeden Fall nahm das Drama damit seinen Lauf weil die Stadt Köln hatte kein

00:07:43: Geld wie immer.

00:07:45: Also ging die Kötterrei wieder los.

00:07:47: Dann hat sich die Bürgergesellschaft Köln von eighteen Sechzig, ich sag mal ums Kötteln gekümmert und hat immerhin hunderttausend Euro zusammen empittelt.

00:08:02: Und den restlichen Fünfzig tausend hat die Stadt noch gehabt.

00:08:05: soviel Nüssele hatten sie noch?

00:08:07: Und dann konnte dieser Brunnen da wieder aufgestellt werden.

00:08:10: seitdem steht er da.

00:08:11: Ich war übrigens vorgestern auch da.

00:08:14: Er ist durch.

00:08:16: Diesmal

00:08:17: gibt es aber eine Wasserleitung, das weiß ich.

00:08:19: Ich habe auch schon Wasser drin gesehen.

00:08:20: ever der Brunnen war alt wieder durch.

00:08:24: Aber wollen wir mal hoffen dass er noch schön lange da steht weil der Platz ist insofern gut.

00:08:28: Er vertreibt immerhin die Wildpinkler vom Dom Die gehen unseren staatsen Domen urinieren, das gehört sich nämlich nicht.

00:08:34: Ja dafür pinkeln sie jetzt woanders hin?

00:08:36: Ja aber nicht am Dom.

00:08:37: Ja das stimmt

00:08:38: Genug Pinkelecken gebe den Herr Stadt.

00:08:40: Ja, ich würde abschließen mit dem Satz.

00:08:43: Dass das wieder mal ein Lehrstück war über die Rubrik Köln und ihre Denkmäler und ihre Stadtverwaltung.

00:08:51: Und ihr eigentlich... Ich will nicht sagen komplettes Unvermögen aber schon in weiten Teilen unvermogen sich um dieses Stadt irgendwie mal baulich ein bisschen näher zu kümmern.

00:09:00: Kann man das hier zusammenfassen?

00:09:02: Oder wie der Gölscher sätet ist, wie er es ist.

00:09:04: Aber da ist typisch Kölsch.

00:09:06: Der Kölsche nimmt dann einfach so hin.

00:09:08: Aber eigentlich ist das eine Schande!

00:09:13: Ja.

00:09:13: Wir wollen trotzdem mal positiv schließen, ich finde das ein bisschen trübe hier.

00:09:17: Wenn ihr dahin geht und euch das anguckt habt ihr gleich mehrere Pitter zur Auswahl die euch angucken könnt.

00:09:21: Guckt euch den Drühepitter an herrlicher Brunnen.

00:09:24: wenn ihr dann Ding-Dong hört und es ist ein sehr tief verklankt könnte sein dass der dicke Pitter gerade geschleirren hat.

00:09:30: Und wenn ihr noch Lust in Laune habt gebt in einem Brauhaus und trinkt einen...

00:09:34: ...Pitterskölsch?

00:09:35: Nein!

00:09:35: Ein pittermännchen Der nächste Peter, dann habt ihr die drei wichtigsten Pitter in Göln-Gernilat.

00:09:42: Ja

00:09:42: damit würde ich sagen beschließen wir unsere wie immer launige Folge unseren Tschüss.

00:09:47: Marlithiot Pros.

00:09:48: Vielen Dank und nicht gegen den Dom pinkeln!

00:09:51: Vielen Dank fürs Zuhören und da wir natürlich absolut davon aussehen dass euch der Podcast gefallen hat folgt ihr jetzt natürlich auch bei Spotify und mit zusätzlich

00:10:00: noch auf der Webseite des Köln-Lotzen oder bei dem ganzen Social Media Gedöns Instagram, Facebook und wie sie alle heißen überall einfach köln lotz gucken dann findet ihr uns.

Kommentare (1)

Doppelsechs

Eigentlich "Ehrenfelder Kneipenkultur pur". Dä Brunne us däm Podkass hatt isch esu nit o'm Schirm, denn „Em Drügge Pitter“ ess hück en charmante un lebendige Eckkneip an der Venloer Stroß en Ihrefeld, die sigg fast 15 Johre ne feste Bestandteil der lokalen Szene es. Authentisch und gleichzeitig vielfältig, so sagen se vun sich, bietet diese Kneipe mit ihrer charakteristischen Einrichtung und bunten Stickern am Eingang einen Treffpunkt für unterschiedlichste Menschen und Geschichten. Als ich ene kleine Panz wor ich bereits vor mehr als 60 Johr met ming Eldere en däm Bums. Ävver der Brunne es mindestens jenauso ald. Ne schöne Jrooß us Ihrefeld!

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