Das Köln Ding der Woche - Die Rheingräfin

Shownotes

Sibylle Mertens-Schaaffhausen, die „Rheingräfin“

Eine Frau aus Köln, reich, klug, unbequem – und ihrer Zeit Lichtjahre voraus. Die „Rheingräfin“ Sibylle Mertens-Schaaffhausen liebte Kunst, Archäologie - und Frauen. Sie förderte den Dom, entdeckte antike Schätze und bewegte sich klug innerhalb der gesellschaftlichen Regeln ihrer Zeit.

Doch nach ihrem Tod zeigt sich ein ganz anderes Bild: Ihr Erbe wird zerschlagen und ihre wertvolle Sammlung zerstreut. Die "Rheingräfin" gerät in Vergessenheit. Eigentlich müssten Straßen, Plätze und Schulen nach ihr benannt sein, doch heute kennt kaum jemand ihren Namen. Die Hintergründe dazu erkunden Frank und Uli in diesem Köln-Ding der Woche.

Links

Bilder der „Rheingräfin“ Sibylle Mertens-Schaaffhausen & mehr https://www.koeln-lotse.de/2026/05/21/die-rheingraefin-sibylle-mertens-schaaffhausen/

Die Produktion dieses Podcasts erfolgte durch YM Audio Productions https://www.ym-productions.de/

Transkript anzeigen

00:00:10: Das Köln-Ding

00:00:11: der Woche.

00:00:14: Der Podcast zur schönsten Stadt der Welt.

00:00:17: Präsentieren euch der

00:00:19: Uli und der Frank!

00:00:29: Herzlich willkommen zum einzigen Podcast aus Kölne, der so wertvoll und begehrenswert ist wie die Saint-Gaudin Double Eagle Münze.

00:00:37: Davon gibt es nämlich nur noch eine einzige auf der ganzen Welt.

00:00:41: Und ja... Ich sage das mal so, wir vom Kölnigen der Woche sind auch einzigartig.

00:00:46: Aber natürlich deutlich günstiger als die US-USD für die Double Eagle Münze – denn uns jiedet Felau!

00:00:54: Aber im Gegensatz zum alten Spruch Watniks Kostad ist doch nichts liefern wir alle vierzehn Tage richtig guten Ohrenstoff.

00:01:01: und jetzt begrüßt mit mir minge persönliche Heiermann & Krügerrand Münze der unglaublichen Uli.

00:01:09: Mir gegenüber sitzt der Mann, der uns jede Woche sein Wohnzimmer als Studio zur Verfügung stellt.

00:01:15: Um uns herum ein Renoir, ein Picasso und ein Leonardo da Vinci das reinste... Kunst-Sammler-Event hier im Wohnzimmer der Mausbachs.

00:01:25: Ihr könnt euch das gar nicht frohstellen, wie inspirierend das ist.

00:01:28: und natürlich haben wir noch einen Mann dabei, der ebenfalls auf den Namen Mausbach hört aber ein anderen Vornamen hat unser unglaublicher leider vollkommen überbezahlter Tontechniker Janik!

00:01:39: So

00:01:40: jetzt habe ich alle mit meinen Münzreferenzen verwirrt und würde gerne auflösen denn heute sprechen wir über Frau Sibylle Merchtens Schafhausen die unter anderem auch nur missmatere Numismar, das kann ich um kaum aussprechen.

00:01:54: Numismatikerin war?

00:01:55: Was ist das denn, hm?

00:01:59: Matika sind Münzsammler du Schorf!

00:02:01: Genau, Frau Schafhausen war eine ausgesprochene Münzfachfrau.

00:02:07: Sie war aber nicht nur Münz-Fachfrau sie war auch Musikerin, Mäzenatin alle Geologinnen, Kunstsammlerin, MitgründerInnen des Kölner Durmbauvereins, HistorikerInns.

00:02:17: Sie war einer und jetzt zitieren bei Monika Seilstadt Eine der bemerkenswerten Frauen des neunzehnten Jahrhunderts.

00:02:25: Leider vollkommen in Vergessenheit geraten, weil das klären wir gleich auf!

00:02:31: Aber wenn sie ein Mann gewesen wäre dann hätten wir heute Schafhausenplätze, wir hatten Schulen und wir hätten alles.

00:02:39: aber sie war eine Frau und zwar eine Frau die Frauen liebte.

00:02:44: Und dass?

00:02:44: in der hausbackenden und konservativen Zeit ist Biedermeier ungeheuerlich.

00:02:49: Sie war ein Mädchen der besseren Gesellschaft.

00:02:51: Sibille-Mertens Schafhausen wurde am neunundzwanzigsten Januar siebzehn, siebenundneunzig in Kölle geboren.

00:02:58: Ihr Vater war der Bankier Abraham Schafhausen einer der reichsten Männer des Rheinlandes.

00:03:04: Ihre Mutter Anna, geborene Gießen starb wenige Tage nach der Geburt ihrer Tochter Sibilly.

00:03:10: Entsprechend der finanziellen Verhältnisse der Familie wurde sie als Mädchen.

00:03:15: Sie sprach neben Italienisch, auch Französisch wahrscheinlich Europäische Kölsch und spielte hervorragend Klavier.

00:03:22: Alles Attribute die ein Mädchen aus der besseren Gesellschaft auszeichnen.

00:03:26: Und so teilte sie auch das Schicksal vieler junger Mädchen in der damaligen Zeit.

00:03:30: Sie wurde im Rahmen eines eher Arrangements im Alter von neunzehn Jahren mit dem fast doppelt zu alten Bonner Kaufmann Ludwig-Louis Mertens

00:03:40: verheiratet.".

00:03:42: Der Lui – der Wort war eine gute Partie.

00:03:46: Ob da jetzt wirklich Liebe im Spiel war, also nicht ob sondern es war tatsächlich keine Liebe im Spiel.

00:03:51: das war Quatsch.

00:03:52: Diese Ehe war arrangiert.

00:03:54: Geld traf Geld von der Liebe war keine Spur zu finden.

00:03:58: Der war Geschäftsführer einer Bank in der Bank des Vaters von der von der reichen Sibille.

00:04:04: und diese feinsinnigen Interessen die sie hatte sowas mit der ganzen Kultur und Historie Das war nicht seine Welt.

00:04:11: er war halt Benker.

00:04:14: Zum Freundeskreis von Sibylle-Mertens Schaffhausen gehörte aber Annette von Proste Hülzow und jeder, der mal in der Schule war hat wahrscheinlich die Judenbrüche gelesen.

00:04:22: Und das ist sie!

00:04:23: Genau diese Annette Von Prosthe Hülsow ist das.

00:04:26: Die gehörten zum Freundes Kreis von der Sibylne und er hat die Sibyle dann mal geschrieben Sie wäre in einer Höllen-Ehe gefangen.

00:04:36: Sibylln war vom ersten Tag an unglücklich.

00:04:40: Trotzdem gingen aus dieser unglücklichen Ehe sechs Kinder hervor, diese Kinder die später noch eine sehr unrühmliche Rolle im Lebenswerk ihrer Mutter spielen sollten.

00:04:50: Ja trotz des allen Unglücks gab es auch ein Glück denn Geld spielte absolut keine Rolle.

00:04:55: Denn die Ehleute konnten sich dadurch gepflegt und den Schein waren aus dem Weg gehen.

00:05:00: Offiziell wohnte man zwar zusammen und zwar im repräsentativen Haus der Familie in der Tranquias Jedoch verbrachte sie Bille zunehmend mehr Zeit in ihrer Villa, in Bonn.

00:05:10: In ihrer Wohnung in Rom oder in ihrer Sommerresidenz auf dem

00:05:14: Petersberg.".

00:05:15: Ja was ist denn da jetzt Oli?

00:05:17: Das klingt schon ziemlich

00:05:18: abgefahren.

00:05:18: Also die hatte tatsächlich eine Sommerresidenz oben auf dem Petersberg.

00:05:22: das Ding ist dann ein siebzehnmal umgebaut worden.

00:05:24: dass es heute das Steigenberger Grand Hotel sieht anders aus ja aber da hatte sie ihre Sommer Residenz.

00:05:30: Geld spielte keine Rolle.

00:05:34: Zwei Dinge wären im Leben von Mertens Schafhausen undenkbar gewesen.

00:05:39: Zum einen eine Scheidung, zum anderen ein Coming-out.

00:05:42: Noch mal!

00:05:43: Wir sind am Anfang bis Mitte des neunzehnten Jahrhunderts.

00:05:47: Ein Coming out als lesbische Frau ... Das ging einfach nicht.

00:05:51: Es war ein absolutes No Go.

00:05:54: Ich würde mal genauso schlimm wie eine Ehe zu brechen?

00:05:57: Ja

00:05:58: oder vielleicht auch noch schlimmer.

00:06:01: Also, eine Scheidung an der Coming-Out.

00:06:03: Damit wäre die von ihren Freunden zur Reingriffin gearbeiteten Sibylle gesellschaftlich absolut geächtet gewesen.

00:06:10: Mit Adela Schopenhauer, der Schwester des Philosophen Arto Schopenhorf legte Mertens einen sehr engen Umgang.

00:06:18: Die beiden waren ein paar was dem Garten selbstverständlich nicht gefiel und er Adela Shopenhower deshalb Hausverbot erteilte.

00:06:27: Doch Siebille war ein Adèle so sehr verliebt, dass sie in ihrem Tagebuch notierte.

00:06:33: Stürbe sie!

00:06:35: So spreng ich jetzt in den Rhein Denn ich könnte nicht ohne sie bestehen.

00:06:41: Um den gesellschaftlichen Konventionen allerdings zu entsprechen, waren die gegenseitigen Besucher und das Leben unter einem Lach immer als Pflegegetarnt.

00:06:49: Sobald eine der beiden erkrankte – was regelmäßig vorkam logischerweise – zog die jeweils andere dann zu ihr und pflegte sie.

00:06:56: Es war wahrscheinlich wirklich die einzige Möglichkeit wie diese beiden Frauen zusammen sein konnten in dieser Biedermeier-Gesellschaft.

00:07:02: Das ging nicht anders und dann wurde halt eine Krankheit vorgetäuscht Die anderen pflegt und die Frauen konnten dann zusammen sein.

00:07:10: Es gab sogar zwischendurch einmal eine Entfremdung und man hat sich wohl sieben Jahre hatte man kaum Kontakt.

00:07:16: Allerdings fanden die beiden Frauen wieder zureinander, denn die Liebe ist ja stärker als alles andere.

00:07:21: Schopenhauer zog in die Bonner Villa von Sibylle-Mertenschaffhausen und lebte dort bis zu ihrem Tode im Jahr

00:07:30: achtzehnhundertneunundvierzig.

00:07:35: Kunst und Denkmalschutz.

00:07:37: Sie hat in ihrer Villa in Bonn, da war auch hier noch Platz Konzerte veranstaltet Und sie hat dafür gesorgt dass für ein Beethoven-Denkmal gesorgt wird.

00:07:46: Sie förderte den Kölner Dom und hat auch dafür gesortet der Rolandbogen wieder aufgebaut wird.

00:07:52: Die Frau war auch sehr sozial eingestellt als Und das hat ihr anscheinend selber auch was gebracht, denn in ihrem Tagebuch steht.

00:08:06: Ich bin an diesem ungeheuren Elend geistig gesundet, erkannte

00:08:10: sie.".

00:08:11: Im Jahr eighteen-zwei-vierzig verstarb Ihr Mann und Sibyllemertens Schafhausen lebte länger in Genua und in Rom Capitolini, das heute in dem vertikranischen Museum aufbewahrt wird.

00:08:28: Nachdem ihr Mann bereits achtzehnundzwanzvierzig verstorben war, bestanden die sechs gemeinsamen Kinder darauf sofort ihr Erbanteil ausgezahlt zu bekommen.

00:08:37: Den Kindern war sowohl ihr Lebenswandel aber auch ihre Aussage dass ihre Sammlungen und Münzen und Kunst nach ihrem Tod in Museen zur Verfügung gestellt werden sollten ein Dorn im Auge.

00:08:49: So wurde Seville-Mertens Schafhausen gezwungen, große Teile ihres Vermögens zu veräußern um die Erben auszuzahlen.

00:08:56: Sie verstarb am Zweiundzwanzigsten Oktober, eighteenhundertsehnundfünfzig in Rom.

00:09:02: Dort wurde sie auf dem Campus Santo Teutonico, dem Friedhof der Deutschen neben dem Petersdurm in Rom bestattet.

00:09:08: Man kann heute noch übrigens ihre Grabtafel doch sehen.

00:09:12: Das schlimme allerdings ist und jetzt wird es wirklich dramatisch Die Kinder haben die Gezwungen ihre großen Wertgegenstände zu verkaufen, damit sie an ihr Erbe rankamen.

00:09:22: Und so wurde das ganze Zeug unter allen möglichen Winden verstreut.

00:09:28: Darunter war Ihre wertvolle Bibliothek.

00:09:30: Möbel!

00:09:31: Ein-tausend achthundert Gemmen, das sind besondere Schmuck oder Edelsteine.

00:09:36: Fünfzig Statuen aus Bronze.

00:09:39: Dann gab's sowas wie sechs Tausend Münzen, Gläser, elfenbeine Tongefässe eine mittelalterliche Sammlung mit Elfenbeinreliefs und auch noch sechzig historische Waffen.

00:09:52: Das muss man sich mal vorstellen.

00:09:53: diese Frau hatte ein komplettes Museum zusammengesammelt Und weil das den Kindern missfiel haben die dafür gesorgt dass das Dass die Erinnerungen an sie ausgelöscht worden ist.

00:10:03: und das ist absolut ungeheuerlich.

00:10:06: Ja, das Erbe einer selbstbestimmten Frau die den Konventionen in der damaligen Zeit wirklich trotzte wurde in alle Winde verstreut.

00:10:14: Ganz in Interesse ihrer Nachkommen, wie alle Erinnerungen an ihre Mutter auslischen wollten!

00:10:20: Wie gut dass sie Billemertens Scharfhausen bereits zu Lebzeiten ihre gesamte Korrespondenz der Bibliothek der Bonner Universität vermacht

00:10:27: hat.

00:10:28: Und jetzt ist es natürlich eine späte Posttume.

00:10:31: genug Tugung Ehrlich gesagt zum Verdrust der Erben, die intimen Briefe und Tagebuchanträge heute noch erhalten sind und eingesehen werden können von den Historikern.

00:10:40: Und das ist von entscheidender Bedeutung – sie ist nicht ausgelöscht!

00:10:47: Ich habe noch eine letzte Frage.

00:10:49: Warum hat diese Frau keine Straße wie du am Anfang schon mir sagt hast?

00:10:55: Ist der Name vielleicht zu lang

00:10:57: oder steckt da vielleicht System hinter?

00:10:59: Wir haben in Köln circa sechstausend Straßen.

00:11:02: Summa Somaro Davon ist circa ein Drittel nach Personen benannt.

00:11:09: Was schätzt ihr denn, also ihr beide?

00:11:11: Wie viele Straßen davon sind noch Frauen benannt und wie viel nach Männern?

00:11:17: Sechs tausend insgesamt, davon ein Drittel zu zweitausend?

00:11:19: Von diesen zwei Tausend.

00:11:20: Wie viele sind davon nach Frauen benannt worden?

00:11:23: Was schättest du dir?

00:11:25: Zwanzig Prozent.

00:11:28: Es sind zehn Prozent!

00:11:32: Das ist ungeheuerlich.

00:11:33: Ja, das wirklich ungeherlich.

00:11:34: Also

00:11:34: ich versteh das aber.

00:11:35: Sibbelle-Mertens Scharfhausen hat keine Straße in Köln obwohl es jede Menge Gründe dafür gibt Kultur Kunst Queerfrau Mitbegründerin des Dombauvereins also was denn noch?

00:11:47: Es ist völlig unverständlich.

00:11:49: In den Zusammenhang hört vielleicht noch mal unsere Folge vom Rathaus rein, da gehen es um die Rathausfiguren wo von hundertvierundzwanzig Figuren ursprünglich auch nur fünf Frauen sein sollten.

00:11:59: Die Folge findet ihr bei uns in der ganzen Podcast-Historie.

00:12:02: Vielen Dank fürs Zuhören!

00:12:04: Bleibt uns gewogen machts euch wohl und genießt den beginnenden Sommer.

00:12:08: Wir grüßen euch das Gölning der Woche Der Frank der vollkommen überbezahltet Tontechniker Janik Und der Uli Tschüss.

00:12:16: Das war die neuste

00:12:17: Folge vom Köln-Ding der Woche.

00:12:19: Und ich hoffe, es hat euch gefallen!

00:12:21: Wenn ja folgt uns auf Instagram und Facebook und auf TikTok.

00:12:27: da sind wir unter das Kölneding zu finden.

00:12:30: auch auf PolyG sind wir natürlich zu finden weil es da unseren Podcast gibt und auf Spotify Apple RTL Plus überall da wo's Podcast gibt.

Kommentare (1)

Dieter Hamacher

Vom heutigen Potcast habe ich noch nie etwas gehört. Da Hast du wirklich recht, es ist keine Gleichberechtigung von Mann und Frau, besonders in Köln mit den Strassen Namen zur Erinnerung! Vill Jrööss vum Dieter us Ihrefeld

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