Das Köln Ding der Woche - Dä Appel-Jupp – ein ganz besonderer kölscher Heiliger

Shownotes

Dä Appel-Jupp – ein ganz besonderer kölscher Heiliger

Ein Apfel, ein Junge – und plötzlich wird aus einer kölschen Legende ein kleines Wunder: In dieser Folge des Köln-Ding der Woche sprechen Frank und Uli über „Appel-Jupp“, einen der vielleicht ungewöhnlichsten Heiligen unserer Stadt.

Im mittelalterlichen Köln schenkt der junge Hermann Joseph einer Marienstatue seinen Apfel – und erlebt etwas, das bis heute nachwirkt. Warum deshalb in St. Maria im Kapitol immer wieder Äpfel auftauchen und was dahinter steckt, erzählt diese typisch kölsche Geschichte zwischen Glaube,

Brauchtum und einem Augenzwinkern. Und wir stellen mal wieder fest: Köln kann auch heilig – aber eben auf eine ganz besondere Art.

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Dä Appel-Jupp – ein ganz besonderer kölscher Heiliger

https://www.koeln-lotse.de/2022/10/15/dae-appel-jupp-ein-ganz-besonderer-koelscher-heiliger/

Die Produktion dieses Podcasts erfolgte durch YM Audio Productions

https://www.ym-productions.de/

Transkript anzeigen

00:00:10: Hallo, wir begrüßen euch zu einer knackfrischen neuen Ausgabe des Kölndingen der Woche.

00:00:35: Unsere heutige Folge ist nicht nur vitaminreich und lecker wie ein Bosskopf Apple sondern auch noch mit einer Prisewissen verfeilert!

00:00:42: Denn obwohl man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann, fällt der Apfel ja bekanntlich nicht weit vom Stamm.

00:00:48: Und selbst wenn wir manchmal in einen sauren Apfel beißen müssen zeigt uns der Wochenmarkt dass der schönste Apfel oft einen Wurm hat und ein fauler Apfel im Korb alle anstecken kann!

00:01:00: Doch wie Martin Luther sagte würden wir selbst dann noch einen Apfelbaum pflanzen wenn morgen die Welt unterginge.

00:01:08: Daher begrüßt mit mir den kerngesunden und knackigen Uli, denn er lebt nach dem Motto.

00:01:13: Ist jeden Tag ein Äpfel rein?

00:01:15: Dann musst du nicht zum Doktor rein!

00:01:17: Und hast du keinen Apfel zur Hand?

00:01:19: Tut's ohne Apfelkorn!

00:01:21: Das hast Du so schön gesagt... ich bin ein bisschen gerührt.

00:01:25: Mir gegenüber sitzt Frank, der Säulenheiliger aus Zollstock.

00:01:30: Der Schutzpatron der schwarzen Zunft und Patron des Schwalbacher Straße.

00:01:35: er ist der Beschützer der Custom Stickers.

00:01:38: und spätestens jetzt sollte jedem klar sein heute geht es nicht nur im Äpfel sondern auch um ganz heilige Menschen.

00:01:46: Touristen, die ist nicht nur in den Domen sondern zufälligerweise auch mal in die Kirche St.

00:01:51: Maria im Kapitol schaffen wundern sich in der Regel doch sehr!

00:01:55: Wieso liegen an der Marienstatue im Chor immer frische Äpfel?

00:02:00: Der Fromme-Kölscheschmunzel dann ein wenig packt seinen mitgebrachten Apfel aus legt ihn an die Marien Statue und freut sich tierisch – und auch liebig – Mal wieder für Verwirrung gesorgt zu haben.

00:02:13: Aber Oli was soll

00:02:14: dat?!

00:02:15: Das ganze Ding hat eine ewig lange Vorgeschichte und die ist fast tausend Jahre alt.

00:02:20: Er ging los um das Jahr elfhundertfünfzig, lebte hier in Köln.

00:02:25: der kleine Herrmann.

00:02:26: Da war ne ganz normale Jungsinger Zick.

00:02:28: also der hat doch auf der Straße rumgespielt und er war eigentlich so wie Penz so dummer so Sinn.

00:02:35: Aber er war auch gleichzeitig sehr Fromm und mit sehr Frommen meine ich sehr, sehr From.

00:02:41: Und wenn er zwischendurch mal Zeit hatte ging er kurz in St.

00:02:44: Maria im Kapitol um ein kleines Gebet zu sprechen.

00:02:48: Im bester reinig katholischer Art führte er regelmäßig Gespräche mit Maria, was sonst?

00:02:54: Der Mutter J. Sie wurde für ihn zu einer Freundin der er in tiefstem Kölsch von seinem Sorgen, Nöten aber auch von seinen Freuden erzählte und erwartete vergeblich darauf dass ihm die Statue auch einmal antwortete.

00:03:09: Da hätte er wahrscheinlich noch lange drauf warten können.

00:03:11: Aber es ist tatsächlich passiert Ausgerechnet am Nikolausdach.

00:03:16: Der kleine Hermann hatte vom Nikolaus einen sehr schönen Apfel bekommen und weil der Hermann so frombar und ja befreundet mit der Maria war, hat er sich gedacht Mensch den Apfel den schenke ich dem Jesus Kind.

00:03:29: Also die war rüber und ging dann zur Maria.

00:03:32: Er kniete sich hin und dann geschah das ersehnte Wunder!

00:03:38: Die Statue der Maria.

00:03:40: Er wachte zum Leben.

00:03:41: Die war aus Stein, müsste wissen also?

00:03:43: Ja ja da war keine echte schon klar.

00:03:46: Namen den Apfel und gab diesen dem Jesuskind.

00:03:50: Für Hermann wurde ein Traum wahr.

00:03:51: in Zukunft besuchte er noch öfters Maria mit dem jesuskind.

00:03:55: er spielte mit dem kleinen jesus und brachte ihm noch weitere geschenke mit Gut.

00:04:00: ich sag jetzt mal für moderne aufgeklärte menschen eher eine bizarre vorstellung.

00:04:06: Das muss man mal so ein bisschen alles jetzt einordnen.

00:04:09: und dann muss man die Profis fragen.

00:04:11: Manfred Becker-Huberty ist Theologe, und Profi für gölsche heiligen Geschichten.

00:04:16: Und er hat einen ganz anderen Sinn.

00:04:17: Er hat mal ein Interview im Domradio gegeben.

00:04:20: da hat er gesagt das sieht für heutige Leute eher komisch aus.

00:04:24: gut damit hat er recht.

00:04:25: aber der Sinn der dahinter steckt ist ein anderer.

00:04:28: Die Maria ist die neue Eva.

00:04:30: Und die alte Eva hat die Schuld in die Welt gebracht, indem sie einen Apfel vom Baum der Erkenntnis heruntergenommen und reingebissen hat.

00:04:38: Dieser Apfel ist in den Händen der Eva das Symbol für die Erbschuld und in den Handen der Maria für die Befreiung von der Schuld.

00:04:46: Der Herrmann Joseph – das ist ein kleiner Herrmenschen – ist derjenige, der sich um diese Erlösung bittet,

00:04:51: d.h.,

00:04:51: den Apfel an das Jesuskind weiterzugeben.

00:04:54: Klingt komplex, aber vereinfacht.

00:04:57: ihr sagt Eva hat die Sünde begangen und Herrmann repariert das Ganze indem er jetzt den Apfel an der Maria weiter gibt.

00:05:06: Was weiß man denn über das Herrmännchen?

00:05:09: Hermann trat mit zwölf Jahren in das Kloster der Tremonstratensor in Steinfeld in der Eifel ein Studierte in Friesland kehrte nach Steinfelt zurück und wurde dort zum Priester geweiht.

00:05:23: Er war als Seelsorge im Umkreis des Klosters

00:05:26: tätig.

00:05:28: Der Hermann hat schon sein ganzes Leben lang die Maria verehrt und wurde dann auch tatsächlich, das klingt jetzt ein bisschen komisch für uns aufgeklärte Menschen, mystisch mit der Gottesmutter-Maria vermählt.

00:05:42: Deswegen haben sie ihn auch Joseph genannt also Jupp weil der Mann von Maria hieß hier auch Josef.

00:05:48: Dann hat aber das Ganze noch weitergeführt, er hat noch mehr Wunder bewirkt.

00:05:54: Bei seinen Gottesdiensten sollen regelmäßig in dem Kelch wo Wein und Wasser drin ist Rosen erschienen sein und diese Rosen sollen so stark geduftet haben dass das ganze Gotteshaus damit gedufted.

00:06:11: Also neben diesen Wundern schrieb er auch erbauliche Texte und Lieder.

00:06:16: So wird ihm auch das älteste bekannte Herz Jesu lied, Gruß an das Heiligste Herze Jesu zugeschrieben.

00:06:22: Dort lautet es Öffne dich gleich einer Rose duftend aus dem Blätterschoße.

00:06:28: Und vereine meinen Herzen Deinen Duft und deine Schmerzen.

00:06:34: Wer liebt was muss der Leiden nicht?

00:06:37: Der Hermann hat tatsächlich seine Marienverehrung bis biblische Alter von neunzig Jahren weitergetrieben.

00:06:46: Er starb entweder am siebten April.

00:06:48: zwölf einundvierzig oder zwölft.

00:06:50: zweiundfünfzig, da gehen so die Quellenlage ein bisschen auseinander ist aber auch nicht ganz so wichtig.

00:06:55: Viel wichtiger ist eigentlich, dass die Gölschen sich heute an ihn als der Applejub oder der Apfeljosef erinnern und deswegen liegen diese entsprechenden Äpfel am Marienstatus.

00:07:07: Die Gölsche gehen heute noch hin in Erinnerung an den Applejup legen diese Äpfeln dahin.

00:07:13: Ja also das jetzt der Hermann Josef jetzt Appelsjub heißt ist völlig klar weil der Kölche braucht ja für jeden Spitznamen.

00:07:20: Also Hermann Joseph kennt wahrscheinlich keiner Langerede kurzer Sinn.

00:07:24: Zusätzlich wurde ihm ein Brunnen gewidmet, dieser Brunne steht am Weitmarkt und zeigt an seiner Spitze die ganz entscheidende Szene für das Leben vom Appelsjubb.

00:07:34: Maria nimmt von ihm den Apfel entgegen.

00:07:38: Den Brunnen könnt ihr heute noch sehen am Weidmarkt, also gegenüber des ehemaligen Polizeipräsidiums.

00:07:43: Allerdings ist er heute nicht mehr so präsent wie er früher mal war.

00:07:47: Früher hatte der eine viel bessere Position.

00:07:50: Der geht heute ein bisschen unter in der wollen wir mal sagen unsäglichen Bebauung des Weidmarkts.

00:07:56: Also Werner Schmidt Das ist ein Historiker, der hat geschrieben wie ein an den Platzrand geschobenes sperriges Möbel.

00:08:10: Aber und hier wollen wir niemand erinnern, den Ronald von den Kölschgängern.

00:08:14: Der hat auch gesagt dieser Standort wäre schwierig.

00:08:17: ich zitiere den Ronald der Brunnenden stand am platzeingang und war ein herrlicher Blickfang damals.

00:08:23: heute nachdem sich das Stadtbild grundlegend verändert hat ist sein Platz nicht mehr besonders schön.

00:08:29: es steht da wie in die ecke gedrängt und wird kaum beachtet.

00:08:33: also wenn ihr denn mal einen apple übrig habt oder vielleicht auch nicht übrig Wundervoll bringen, dann geht doch mal ins St.

00:08:41: Maria Kapitol und legt vor die Marienstatue in Appelsche.

00:08:45: Zwei Fragen bleiben noch Roha!

00:08:48: Frage Nummer eins.

00:08:50: Stammt das Luther-Zitat wirklich von Luther mit dem Bäumchen und den Wurzel und Inpflanze?

00:08:56: Nein.

00:08:57: Tut's nicht.

00:08:59: Finde ich gut dass du das sagst.

00:09:00: Tut es nicht, das wird ihm nur zugeschrieben.

00:09:02: Und die zweite Frage ist schon viel spannender

00:09:05: Ja wer hat's denn gesagt?

00:09:06: Das weiß keiner.

00:09:06: aber Luther hat's nicht gesagt.

00:09:08: Da haben sie ihn zugeschrieben später.

00:09:09: Das

00:09:10: war unter den Tesen aus dem Spickzettel.

00:09:14: Möchlich, aber ihr unwahrscheinlich!

00:09:16: Aber die zweite Frage und die finde ich noch viel spannender was kann man denn noch in sein Maria im Kapitol sehen?

00:09:23: Oh da waren wir doch letztens mal.

00:09:25: Da waren wir?

00:09:26: Ich war da zumindest.

00:09:28: Was haben wir euch denn dann nochmal gesehen?

00:09:29: Ja

00:09:29: ich kürze das mal ein bisschen ab.

00:09:30: er kann sich garantiert nicht daran erinnern.

00:09:32: In Maria im kapitol hängen riesige Wahlfischknochen Von einem Walfisch, der tatsächlich hier im Rheinland gestrandet ist.

00:09:41: Nicht aktuell liebe Freunde!

00:09:43: Das war irgendwann im Pleisbozititän oder wie diese komischen Jahresalter heißen als hier noch ein großes Meer war.

00:09:49: Der hat man tatsächlich in der Ecke irgendwo gefunden und diese Knochen hängen in Sankt Maria im Kapitol.

00:09:54: also es lohnt sich doppelt nehmt einen Apfel mit und geht Walknochen.

00:09:57: Und

00:09:57: der Legende nach soll er an dem Apfel erstickt

00:09:59: sein?

00:10:02: In diesem Sinne gehabt euch wohl, einen heiligen Tag wünschen wir euch noch.

00:10:07: Esken doch Apples weil ein Apple a day keeps the doctor away.

00:10:11: wie der Kölscher seht wartet ihr und bis in zwei Wochen euer Kölndingen der Woche.

00:10:20: das war die neuste

00:10:21: Folge vom Kölmdinge der Woche und ich hoffe es hat euch gefallen.

00:10:25: wenn ja folgt uns auf Instagram und Facebook und auf TikTok.

00:10:31: da sind wir unter das Kölneding zu finden.

00:10:34: Auch auf PolyG sind wir natürlich zu finden, weil es da unseren Podcast gibt.

00:10:39: Und auf Spotify, Apple, RTL Plus überall da wo's Podcast gibt!

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