Das Köln Ding der Woche - Kölsche Wörter "Fisematenten"
Shownotes
In dieser Folge:
Der kölsche Begriff: Was „Fisimatenten“ wirklich bedeutet und warum es nichts mit Zelten zu tun hat. Ein Nachruf auf Hermann Hertling (Podklaaf).
Links & Quellen zur Folge
Hintergrund zum Wort: Kölsche Wörter: Fisimatente / Fisimatentche https://www.koeln-lotse.de/2022/10/15/dae-appel-jupp-ein-ganz-besonderer-koelscher-heiliger/
Hermann Hertlings Podcast: Podklaaf https://www.youtube.com/channel/UCcwBzeAaymrrBKBJ3-V9b9w
Produktion: Diese Folge wurde produziert von https://www.ym-productions.de/
Über das Köln-Ding der Woche: Frank und Uli nehmen euch mit in die kölsche Kultur, Sprache und Geschichte. Folgt uns auf:
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Transkript anzeigen
00:00:10: Das Kölnding der Woche.
00:00:14: Der Podcast zur schönsten Stadt der Welt.
00:00:17: Präsentieren euch der
00:00:19: Uli und
00:00:20: der Frank!
00:00:29: Bonjour, tach zusammen.
00:00:31: wie ist es?
00:00:32: Wir hoffen natürlich gut und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge vom Kölneding der Woche.
00:00:39: Es ist ja kein Geheimnis, die Kölschesprache steckt voller wunderbarer Ausdrücke wie zum Beispiel Blödsch, Filou, Lab-Ürche oder zum Beispiel Pingelig.
00:00:50: Alles Wörter, die man leider immer seltener hört obwohl sie für uns Kölner eigentlich wie Musik in den Ohren sind.
00:00:58: Es war also nur logisch dass wir uns als Ziel gesetzt haben diese sprachlichen Schätze wieder zu pushen und wir sie sozusagen nach Fürre Deue.
00:01:08: Daher sprechen wir heute über ein weiteres wunderbares Kölges Wort und vor allem wo es seinen Ursprung hat.
00:01:13: Und das ist nicht so eindeutig wie man denken könnte, denn wir sprechen heute über das Wunderbare Wort für Simatenten!
00:01:20: Und wie immer bin ich der
00:01:22: alle Üben
00:01:23: aus Zollstock natürlich nicht allein.
00:01:26: Bei mir ist unser Kölschersprachwissenschaftler Vrede-Vorstehr, Klütebur und Tateber in Personalunion – Der Leben
00:01:43: Uli.
00:01:56: Gut, schön dass es den Übersetzer gibt.
00:01:59: dass wir Kölner aus der französischen Besatzung nicht nur die Hausnummern behalten haben, sondern auch so herrliche Begriffe wie Plumeau oder Muckgefug.
00:02:08: Der kommt nämlich von Mocafoe also falscher Kaffee denn den es eigentlich nur noch bei Starbucks gibt für teuer Geld ist ja weit hin bekannt Aber nur weil es Französisch klingt, ist es aber noch lange nicht Französich.
00:02:24: Manches Wörtchen mit dem Franzosen nämlich völlig zu Unrecht angedichtet und genau das passiert auch beim Wörttchen für Simatenten.
00:02:32: da stellt sich die Frage was bedeutet das eigentlich?
00:02:36: Und vor allem welche Erklärungen zur Abstammung schwirren seit Jahrzehnten durchs Gölschesprachuniversum?
00:02:44: Also eigentlich ist es ganz einfach wenn man den Gölischen sagt Jetzt mach doch nicht so Fisematenten.
00:02:50: Dann heißt das eigentlich anders so, jetzt stell dich bitte nicht an, mach dich nicht
00:02:54: so doof,
00:02:56: mach nicht solche Umstände also mach einfach nicht ganz so kompliziert.
00:03:00: So und wenn man jetzt zehn Kölche fragt bekommt man von neun die Antwort dass dieses schöne Wort Fisomatenten französischen Ursprung hätte.
00:03:10: Das ist aber falsch!
00:03:12: Also klar, wir hatten französische Soldaten in Köln, siebzehn vierneinzig bis achtzehnvierzehn und natürlich haben diese Franzosen und die gölschen Mädchen auch sich getroffen.
00:03:23: Und dann könnte man meinen dass dieses schöne Wort fiese Matentin daraus entstanden ist das es heißt
00:03:32: wie sieht
00:03:33: Mathont, was übersetzt heißt so viel wie Besuch mein Zelt.
00:03:36: Also sprich sagt der Franzose zu dem kölschen Mädchen komm mal in meinem Zelt vorbei.
00:03:42: Ja ist aber leider komplett falsch.
00:03:45: Es stimmt einfach nicht
00:03:48: Da ein solcher Begriff genau wie in Fisternöllchen zu ganz besonderen Umständen hätte führen könnten.
00:03:54: Wer da nämlich dann für Simatenten raus geworden?
00:03:56: Das war der Oli grad schon erklärt hat.
00:03:58: und was ich Blöderweise jetzt noch mal erklärt habe Ebenfalls aus der französischen Besatzungszeit stammt die Erklärung mit dem Besuch bei der Tante.
00:04:07: Wenn der Kölsche bei Kontrollen durch die französischen Besatzer mal wieder zu spät auf der Straße aufgegriffen wurde...
00:04:15: ...wurde schnell die Ausrede, oh je virende, wie sie Thema tont!
00:04:19: Ich habe gerade meine Tante besucht gebraucht.
00:04:22: Klingt wunderschön ist aber auch falsch.
00:04:26: Eine weitere mögliche Erklärung führt uns zurück ins Mittelhochdeutsche.
00:04:30: Damals gab es nämlich das Wort Fisamente, damit meinte man Verzierungen Ornamente also all datje Döns was hübsch aussieht was aber eigentlich kein Mensch braucht.
00:04:40: Was
00:04:40: heute alles so im Eckschrank steht wo nur Staub fängt
00:04:44: oder im Oval Office jetzt und von Fisamente zu Fissermente ist dann wirklich kein großer Sprung mehr.
00:04:55: Deshalb passt auch die gängige Deutung so schön dazu, macht doch nicht so viel Umstände.
00:04:59: oder eben Kölsch mach keine Fisse mal Tänchen!
00:05:02: Aber Oli?
00:05:04: Jaa... Auch hier... jaaa.... Wir wissen es eigentlich nicht ganz genau, aber wie immer hilft ein Blick in den Brede.
00:05:12: Wer den Breedern nicht kennt das ist der Sprachschatz.
00:05:15: also das ist eigentlich der der Spracht.
00:05:17: Papst muss man genau genommen sagen nämlich dass wunderschöne Lexikon neuer kölnischer Sprach Schatz.
00:05:25: Das sollte jeder der sich mit Kölsch beschäftigt zu Hause haben.
00:05:27: hast du eigentlich einen Breede Zuhause?
00:05:28: Nein ich habe keinen Breede zu Hause.
00:05:30: Hat er Janik einen Breeder zu Hause?
00:05:32: Er hat kein Mikro erschüttelt den Kopf, aber ich leihe auch meinen gerne mal aus.
00:05:36: Also der Rede drei bändig.
00:05:37: Der heiße ist wenn ich nach fiese Matenten narschlage.
00:05:40: Fiese Matentsche oder fiesen Matentin folgstümlich umgebildet aus Visiae Patentes Literae ein ordnungsgemäß verdientes schriftlich ausgefertigtes Patent.
00:05:52: Das Fachwort wurde in der Verspottung des Bürokratischen zum Begriff für unnötige Schwierigkeit, unnützige Arbeit und nützes Getue Lehrerredensarten zwecklose Umstände.
00:06:01: Halt fiese Matenten!
00:06:03: Und da es nun mal viel Zeit brauchte und ein großer Aufwand nötig war um ein ordnungsgemäßes geprüftes Patent auszufertigen könnte sich der Begriff tatsächlich auch daraus entwickelt haben.
00:06:17: Alles, was unnötig kompliziert erscheint und lange dauert ist halt für so Matenten.
00:06:23: Und diese Visite-Mâtonne... Jé visite-mâtonnt das kann eigentlich alles nicht stimmen.
00:06:31: hier glauben wir einfach mal den Brede.
00:06:33: außerdem ist es auch definitiv logisch weil egal sind viele Dinge die dauern sehr lange.
00:06:38: uns sind sehr kompliziert.
00:06:40: Wir haben mal ein bisschen überlegt was dazu gehört
00:06:43: Die Oper
00:06:44: der Kalkberg
00:06:47: Eigentlich die Bonnerstraße.
00:06:49: Das römisch-germanische Museum?
00:06:51: Ja,
00:06:51: ich würde auch sagen in den Markthallen.
00:06:54: Der Domhotel!
00:06:55: Ach, ich weiß ja nicht genau wo ich da anfangen soll.
00:06:58: aufhören...der Dom selber!
00:06:59: Der Dom
00:07:00: selbst war ständig in sechsunddreißig Jahren also insofern in Gölä haben wir relativ viele fiese Madente ever at good nit aus dem französischen.
00:07:09: At deadless late auch wenn das alle so schön immer erzählen.
00:07:14: Bevor wir aber heute die Folge beschließen Möchten wir an jemanden erinnern?
00:07:20: Wir wollen die heutige Folge einer ausgerechnet an Aschermittwoch verstorbenen Kölschen Legende widmen.
00:07:26: Hermann Härtling ist tot und sitzt nun boffen am Himmelspürzje, Nevenhans super Trude Herr und Willi Milowitsch und den anderen Kölschenidolen.
00:07:35: Herman war Regisseur Mundartschauspieler, Podcastler und vieles Vieles mehr.
00:07:40: Aber am wichtigsten is der Jungen der vorne echt Jode.
00:07:46: Er hat uns einen Podcast-Podclarve zusammen mit der Karolin alles begeistert und auch den Podcast Tag bereichert.
00:07:55: Wir erinnern uns noch gut an den letzten Podcast Tag, da hat er ein ganz besonderes Gedicht vorgetragen.
00:07:59: Das ist von Toni Boots und das Gedicht trägt den Titel Öscherstraß zweihundert vier.
00:08:04: für alle die die Adresse nicht kennen.
00:08:06: Das isst die Adress des Milatenfriedhofs und in dem Gedicht was der Herrmann vorgetragene hatte lautet es
00:08:30: Genau dort auf Milaten hat Hermann Härtling seine letzte Rohrstätte gefunden.
00:08:35: Und passend zur heutigen Folge denken wir, dass er jetzt oben sitzt und Jans Laut ruft – Jetzt macht Ervanille so viele Mantente um mich!
00:08:43: Hermann, wir und alle die dich kannten werden dich vermissen.
00:08:47: Hermann Marriott!
00:08:48: Wir sind uns wieder den Freunde Frank & Uli vom Kölnding
00:08:52: der Woche.
00:08:56: Das war die neuste Folge von Kölnen Ding der Woche Und ich hoffe es hat euch gefallen.
00:09:02: Wenn ja folgt uns auf Instagram
00:09:05: und Facebook
00:09:06: und auf TikTok Da sind wir unter das Kölneding zu finden.
00:09:11: Auch auf PolyG sind wir natürlich zu finden weil es da unseren Podcast gibt und auf Spotify, Apple, RTL Plus überall da wo es Podcast gibt.
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