Das Köln Ding der Woche - Johann Adam Schall von Bell - Der kölsche Mandarin
Shownotes
Das Köln Ding der Woche – Johann Adam Schall von Bell – der kölsche Mandarin
Ein Kölner war 1658 einer der wichtigsten Berater des Kaisers von China: Der Jesuit und Wissenschaftler Adam Schall von Bell. Zusammen mit einer Gruppe Missionare reiste er im Jahr 1618 nach China und gerät dort in die Wirren des Kolonialkriegs. Sein Wissen über moderne Waffentechnik – Schall von Bell repariert erfolgreich alte Kanonen – sichert den Chinesen den Sieg über die Niederländer und führt den Jesuiten Schall von Bell direkt zum Kaiser von China.
In diesem Köln-Ding der Woche erzählen Frank und Uli die ganze Geschichte zu diesem erstaunlichen Mann, der in China als Mandarin verehrt wurde und nur per Zufall im Jahr 1666 seiner Hinrichtung entging.Links
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Johann Adam Schall von Bell – der kölsche Mandarin https://www.koeln-lotse.de/2025/11/22/beruehmte-koelner-johann-adam-schall-von-bell-der-koelsche-mandarin/
Die Produktion dieses Podcasts erfolgte durch YM Audio Productions https://www.ym-productions.de/
Transkript anzeigen
00:00:10: Das Kölnding
00:00:11: der Woche.
00:00:14: Der
00:00:14: Podcast zur schönsten Stadt der Welt.
00:00:17: Präsentieren
00:00:18: euch der Uli und der Frank.
00:00:45: Und wo eine Frühlingsrolle dampft, ist der Kölschekonfuzius nicht weit.
00:00:50: Unser Jackie Chan unter den Kölner Stadtführern, unser Uli.
00:00:55: Mir gegenüber sitzt Hop Singh, der Koch aus Bonanza, der hervorragende chinesische Gerichte gekocht hat.
00:01:04: Niemand geringerer als Flankmausbacher.
00:01:07: Wir haben natürlich auch noch Verstärkung, dass Shopsui unter den Tontechnikern, haben wir mitgebracht, unseren vollkommen überbezahlten Tontechniker.
00:01:17: Janek, schönen Tattoo da bist.
00:01:19: Hallo.
00:01:20: Worauf wollen wir hinaus?
00:01:21: Also, China.
00:01:23: Peking ist Partnerstadt von Köln.
00:01:26: Eine der siebzehn, bin ich richtig im Körper.
00:01:28: Anthony Modest.
00:01:30: Oder wie wir sagen, Antoni im Modest wechselte vom FC nach China.
00:01:35: Die blauen Funken waren auch schon in China.
00:01:38: Es gibt das China Light Festival in Zoo.
00:01:40: Das Pasha soll Schleuserhafen und Herberge für chinesische Spione gewesen sein.
00:01:45: Aber die Beziehungen zwischen Köln und China bestehen schon viel länger.
00:01:49: Nicht wahr, lieber Uli?
00:01:51: Jetzt bin ich ob des intros Jans von der Söck.
00:01:54: Da hat sich einer mal so richtig vorbereitet.
00:01:56: Die Beziehungen stehen natürlich schon viel viel viel länger und wir können jetzt mal richtig weit zurückgehen ins siebzehnte Jahrhundert.
00:02:06: Im siebzehnten Jahrhundert war Johann Adam Schall von Bell, das erklären wir gleich noch, Berater am chinesischen Kaiserhof.
00:02:16: Das heißt, dieser Mann hat dem Kaiser von China beraten, das ist kein Sprichwort, sondern der hat wirklich den Kaiser von China beraten und der stammte aus Köln.
00:02:28: Ja, je nach Quelle... Ist eher so, in Köln geboren worden und besuchte das Gymnasium Trikoronatum.
00:02:39: Drei Königsinasum.
00:02:40: In der Marzellenstrasse.
00:02:43: in der Marcelle schloss.
00:02:45: Später studierte Schall von Bell in Rom Astronomie.
00:02:48: Zusammen mit einer Gruppe Missionare reiste er im Jahre sixteenhundertachzehn nach China und geriet dort in die Wirren des Kolonialkrieges.
00:02:57: Sein Wissen über moderne Waffentechnik, Schall von Bell reparierte erfolgreich alte Kanonen, sicherte den Chinesen den Sieg über die Niederländer und führte ihn so an den Kaiserlichen Hof.
00:03:08: Schall erhielt als Fachmann für Astronomie und kenne der chinesischen Kultur einen Auftrag von nationaler Bedeutung.
00:03:14: Jetzt haltet euch fest, er sollte den chinesischen Kalender reformieren.
00:03:19: Jetzt denkt jeder Mitteleuropäer, was soll man da reformieren?
00:03:23: Ob jetzt ein Sack Reisumfeld oder Montag auf Dienstag fällt, ist so real.
00:03:27: Aber der Kalender ist bzw.
00:03:29: war nicht weniger als die Grundlage der chinesischen Zivilisation.
00:03:33: Das hört sich für uns nicht Astronomen, die nicht an so ein Jahreshoroskop aus der Höhe zu oder von der Elisabeth Tissier glauben, komisch an.
00:03:40: Aber viele Chinesen zogen damals und heute bei wichtigen Entscheidungen das Kalenderwerk zur Rate.
00:03:46: Also wer auch immer eine Reise antreten wollte, ein Geschäft abschließen wollte, blickte auf jeden Fall erstmal in den Kalender, welchen Tag denn der günstigste wäre.
00:03:56: Dabei muss man beachten, die Chinesen waren da wesentlich weiter, als alles was hier in Europa war.
00:04:01: Also die hatten da wirklich wesentlich einen besseren Blick, alles was mit Astronomie zu tun hat.
00:04:06: Die waren einfach schon länger unterwegs.
00:04:08: und In Europa hat mehr das Problem, dass die katholische Kirche da so ein bisschen als Bremsklotz aufgetreten ist und das nicht nur ein bisschen, sondern die hatten immer noch das weltzentristische Bild und da musste man halt Galileo Galilei einfach mal verurteilen, weil der hat ja ein anderes Bild gehabt.
00:04:25: Das hätte eher mit den Chinesen zusammengepasst.
00:04:27: Aber das war dem Schall wohl bekannt, obwohl der war ja Jesuit, muss man sagen.
00:04:32: Das heißt, er konnte nicht zumindest in Europa nicht ganz mit seiner Meinung um die Ecke kommen.
00:04:36: Also letztendlich basiert der chinesische Kalender auf dem Sonne- und Mondjahr zugleich.
00:04:42: Der westliche dagegen nur auf dem Umlauf der Sonne.
00:04:47: So,
00:04:47: ist erst mal ein Fakt.
00:04:49: Zusammen mit einem Kollegen Schloss sich Schall in ein Kämmerlein ein.
00:04:52: Dort wurde angestrengt, nachgedacht, berechnet, in die Sterne geschaut, hin und her überlaht und sechzehntundunddreißig wurde ein Ei beziehungsweise ein Kalender mit Verbesserungen vorgelegt.
00:05:04: Habe ich jetzt auch nur ansatzweise irgendein Plan, was da gemacht wurde?
00:05:08: Absolut nicht.
00:05:09: Habe ich keine Ahnung von.
00:05:10: Habe ich mich noch nie mit beschäftigt.
00:05:12: Aber von Bell war danach King of Peking Ente in China.
00:05:17: Der hat sogar die Ehrenbezeichnung, also so eine Antmetallie oder sowas, die Geheimnisse des Himmels ergründender Lehrer bekommen.
00:05:25: Und insofern war der für den Königshof ganz, ganz vorne am Start, weil die Astronomie halt ein rieses Ding war.
00:05:32: Hätte alles gut sein können, ne?
00:05:34: Wenn dann nicht der Kaiser gestorben wäre, also der Kaiser in China, sechzehn-einundsechzig.
00:05:41: Das hat dann zur Folge gehabt, dass in China es richtig gerappelt hat.
00:05:45: Die Jesuiten sind da an den Pranger gestellt worden und der Schall vom Bell ist praktisch mit dem verstorbenen Kaiser untergegangen, weil der war ja im Dunstkreis des alten Kaisers.
00:05:55: Ja, in einem Schauprozess wurde er zum Tode durch Zerstückelung bei lebendigem Leib verurteilte.
00:06:02: Sag ich mal so, ist endgültig, ne?
00:06:05: Man muss ja nur vorsagen, der arme Kerl war ja so besonders noch irgendwie drei Viertel da oder vielleicht nur ein Viertel da, der hat einen schweren Schlarenfall erlitten.
00:06:13: Ob wie viel der da vom Mietig Richt hat, sei mal dahingestellt, reden konnte der arme Mann schon gar nicht mehr zu dem Zeitpunkt.
00:06:18: Aber letztendlich... Die Sterne war in ihm gut gesonnen.
00:06:21: Ein paar Tage vor der Hinrichtung rettete ihn ein Zufall vor dem grausamen Tod, weil ein Erdbeben als Beweis seiner Unschuld gedeutet wird.
00:06:29: Schall vom Bell stirbt letztendlich eines natürlichen Todes im Alter von immerhin, seventy-vier Jahren.
00:06:34: Das für damalige Verhältnisse relativ
00:06:37: alt.
00:06:38: Jetzt habe ich da noch eine Frage.
00:06:42: Zwanzig-fünfundzwanzig ist das Jahr der Schlange in China.
00:06:46: Aber eigentlich sollte es das Jahr des Bockes sein.
00:06:51: Warum?
00:06:52: Weil Schall von Bell falsch gerechnet hatte.
00:06:59: Weil die Brauerei auf Rom von eighteen hundert
00:07:04: achten sechzig stellt
00:07:05: nicht nur das leckere Dück zur Bock her.
00:07:08: Nein, es gibt auch direkte Verbindungen zum Kaiser von China.
00:07:13: weil da gibt es nämlich ein Verwandtschaftsgrad.
00:07:16: und an dieser Stelle schöne Grüße an der Familie Linnenberg, an die Karoline und auch an den Uli, weil jetzt müssen wir genau sein.
00:07:28: Der Onkel von Schall von Bell, der hat damals die Brauerei auf Rom betrieben, das war in den Fünften des Jahrhunderts.
00:07:39: Und die Frau von ihm hat in dritter einen Schall von Belge heiratet, eben gemeinsam die Brauerei geführt.
00:07:48: Also, es ist eine ganz direkte Verbindung.
00:07:50: Da war der Sohn von denen und deswegen ist er natürlich ganz nah an der Brauerei dran.
00:07:56: Zwei Fragen bleiben.
00:07:57: Oh ja, jetzt bin ich mal gespannt.
00:07:59: Ich habe auch noch eine, aber er erzählt.
00:08:00: Die erste Frage ist, der Bell hat ja den Kalender reformiert in China.
00:08:05: Wie lange haben die noch auf Basis des von Bells entwickelten Kalender in China kalendriert?
00:08:14: Also er hat ihn entwickelt im siebzehnten Jahrhundert.
00:08:16: Ich würde sagen, also ich weiß es nicht, aber wenn du so die Frage stellst, wird dieser bis ins neunzehnte Jahrhundert.
00:08:23: Noch länger.
00:08:23: Noch länger.
00:08:24: Bis neunzehntundazwölf.
00:08:27: Der auf Schall zurück in den Kalender war noch bis neunzehntundazwölf in Geltung.
00:08:32: Und ich hätte noch eine Frage, aber du zuerst.
00:08:34: Okay.
00:08:36: Was ist das bekannteste Bier in Schiedern?
00:08:40: Zautee.
00:08:41: Fast.
00:08:42: Ting Tao, ist nicht schlecht.
00:08:43: Dreihundertsechzig Millionen Hektoliter werden davon jedes Jahr getrunken, ist nicht schlecht.
00:08:48: Aber es gibt auch ein traditionelles Kölsch.
00:08:52: Das heißt Long Oasis Kölsch.
00:08:56: Oder sagen wir mal so, es ist kein traditionelles Kölsch.
00:08:58: Es heißt aber Longoasis Kölsch.
00:08:59: Es ist ein Bier der chinesischen Brauerei Great Leap Brewing mit Sitz in Picking.
00:09:04: Das Bier, auch bekannt als Longoasis mit so ganz komischen Schriftzeichen, also chinesischen, ist ein Kölsch ähnlicher Stil mit einem Alkohol von immerhin, vier Komma fünf Prozent.
00:09:13: Ist
00:09:13: das für China viel oder wenig?
00:09:14: Das
00:09:15: kann ich nicht sagen.
00:09:15: Es zeichnet sich durch eine saubere, knackige und leicht zu trinkende Art aus und ist besonders in China und Asien zu finden.
00:09:22: Wenn jemand von euch dieses Longoesis-Kölsch mal getrunken hat oder zufälligerweise noch eine Flasche übrig hat, meldet euch bitte bei uns.
00:09:31: Wir würden es gerne mal probieren.
00:09:34: Letzte Frage, die an euch beide gerichtet, aber insbesondere natürlich an den vollkommen überzeiten Tontechniker.
00:09:40: Wenn ich durch Köln laufe, wo finde ich den Adam Schall von Bell?
00:09:46: Unser vollkommen bezahlter Tontechniker guckt mich nur mit großen Augen an.
00:09:49: Er hat offensichtlich keine Ahnung.
00:09:51: Aber natürlich hat mein Co-Kommentator, der ja alles über Göl weiß, der weiß doch genau, wo der Schall vom Welt steht, oder?
00:09:58: Okay, die beiden passen.
00:10:00: Ich sag's euch wo.
00:10:01: An der Mineritenkirche ist ein Denkmal.
00:10:03: Da steht der Schall vom Bell, ist ein bisschen in die Jahre gekommen, ein bisschen abgerechnet.
00:10:06: Aber wenn ihr von der hohen Straße links in die Mineritenstraße abblickt, dann kommt ihr zum Mineritenkirche.
00:10:13: Und davor steht tatsächlich dieses Denkmal von Schall von Bell.
00:10:18: So ein Zettelchen noch dran, da hat man den erkennt.
00:10:19: Und wenn ihr noch ein paar Meter weitergeht, noch mal dreißig Meter weiter, dann fällt ihr ins kölnische Stadtmuseum rein.
00:10:30: Wir freuen uns auf alles, was ihr uns an Rückmeldungen geben wollt.
00:10:34: Gebt uns Kommentare, gibt uns Beschimpfungen, gibt uns Hundennamen oder gibt uns auch Lob.
00:10:40: Das wäre noch schöner, da freuen wir uns am meisten.
00:10:42: Auf jeden Fall meldet euch, wir sind dann sehr glücklich.
00:10:45: Und auch gerne Bewertungen abgeben.
00:10:47: Also, nicht nur gerne.
00:10:48: Ich würde es fast... Na ja, einen fordern kann man es nicht.
00:10:50: Aber es wäre schon sehr, sehr nett von euch, wenn ihr Bewertungen abgibt, bei allen Podcasts, sagen wir mal, Hosts, die es so gibt.
00:10:58: Immer die fünf Sterne.
00:10:59: Ja, natürlich.
00:11:00: Die
00:11:00: fünf Sterne.
00:11:02: Wir bedanken es bei euch.
00:11:03: Madadiot, Hobsing und Qing Tao und immer die Nummer siebzehn bestellen, egal bei welchem Chinesen, das ist immer das Leckerste.
00:11:10: Madadiot, bis dann, bye-bye und tschö.
00:11:17: Das war die neuste Folge vom Köln-Ding der Woche und ich hoffe es hat euch gefallen.
00:11:23: Wenn ja folgt uns auf Instagram und Facebook und auf TikTok, da sind wir unter das Köln-Ding zu finden.
00:11:32: Auch auf PolyG sind wir natürlich zu finden, weil es da unseren Podcast gibt und auf Spotify, Apple, RTL Plus, überall da wo es Podcast gibt.
Michael Göller
‧Uli Linnenberg
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